Januarzahlen Staat kassiert 13 Prozent mehr Steuern

Einen so deutlichen Schub in der Steuerkasse hat die Bundesregierung seit Jahren nicht mehr verzeichnet: Auf 34,255 Milliarden Euro schwollen die Einnahmen an, im vorvergangenen Januar waren es 12,8 Prozent weniger.

Berlin - Bund und Länder haben nach dem Boomjahr 2006 auch beim Start ins neue Jahr von kräftig gestiegenen Steuereinnahmen profitiert. Im Januar verbuchten sie gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 12,8 Prozent auf rund 34,255 Milliarden Euro, wie das Bundesfinanzministerium am Mittwoch in Berlin bestätigte.

Das ist die stärkste Zunahme seit Jahren. Zuletzt war im Juli eine zweistellige Zuwachsrate im Jahresvergleich erzielt worden. Das Ergebnis liegt auch um fast 7 Prozent über der November-Steuerschätzung. Der Bund profitierte im Januar von einem Plus im Vorjahresvergleich von 26,9 Prozent auf 14,79 Milliarden Euro und die Länder von einer Zunahme um 7,8 Prozent (16,08 Milliarden).

Beim Bund wuchs das Ergebnis sogar um 26,9 Prozent auf 14,79 Milliarden Euro. Die Länder verbuchten im Januar Steuereinnahmen in Höhe von 16,08 Milliarden Euro, das sind 7,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Der Gemeindeanteil an der Einkommen- und Umsatzsteuer erreichte im Januar 2,28 Milliarden Euro, dies entspricht einem Zuwachs von 13,5 Prozent.

92 Prozent Plus bei Ertragssteuern

Einen - erwarteten - Rückschlag gab es jedoch bei der Körperschaftsteuer, die Kapitalgesellschaften (AG und GmbH) auf ihre Gewinne zahlen. Das Aufkommen blieb um 8,1 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurück. "Wegen der vergleichsweise starken Basis im Januar 2006 - bedingt durch sehr hohe Steuernachzahlungen - wäre ein nochmaliger Anstieg allerdings auch eine Überraschung gewesen", hieß es.

Bei den nichtveranlagten Steuern vom Ertrag hat sich das Aufkommen im Januar mit einem Plus von 92,4 Prozent fast verdoppelt. Ein Grund sei das vergleichsweise niedrige Niveau vor einem Jahr.

Ursache könnten aber auch im Dezember 2006 vorgezogene Ausschüttungen gewesen sein, um die höhere Besteuerung von Spitzeneinkommen ("Reichensteuer") in diesem Jahr zu vermeiden.

Einbruch bei der Tabaksteuer

Die Einnahmen aus der Lohnsteuer stiegen im Januar um 10,6 Prozent. Damit habe sich die seit Mitte vergangenen Jahres beobachtete Aufwärtsbewegung verstärkt. Dazu beigetragen haben dürfte die Besserung auf dem Arbeitsmarkt sowie der geringere Job-Abbau am Bau.

Bei der Umsatzsteuer, die ein wichtiger Indikator für die Binnennachfrage ist, wurde ein Plus von 7,5 Prozent verbucht. "Da der Monat Dezember der letzte Monat vor der Anhebung der Mehrwertsteuersätze war, dürften Vorzieheffekte etwa beim Kauf von Gebrauchsgütern zum Anstieg insgesamt erneut beigetragen haben." Einen Einbruch gab es bei der Tabaksteuer (minus 21,7 Prozent).

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

Mehr lesen über