Delphi Frustriert statt saniert

Der größte amerikanische Autozulieferer Delphi hat in den ersten neun Monaten 2006 einen gewaltigen Verlust verbucht. Vor allem die Massenentlassungen der Firma schlugen mit hohen Kosten zu Buche. Für Konzernchef Robert Miller ist jetzt klar: Er muss ein neues Sanierungsprogramm starten. Es ist vielleicht das letzte.

Troy, Michigan - Das US-Unternehmen Delphi  hat allein in den ersten zwei Dritteln des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar hinnehmen müssen, das sind umgerechnet 3,5 Milliarden Euro. Grund für den schweren Rückschlag des Unternehmens, das bereits in einem Insolvenzverfahren steckt, waren die Kosten für Entlassungen. Allein 2,9 Milliarden Dollar des aufgelaufenen Verlustes sind dadurch entstanden.

Der Verlust je Delphi-Aktie betrug somit zuletzt 8,21 Dollar, verglichen mit 2,73 Dollar in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Neunmonatsumsatz stagnierte bei 20 Milliarden Dollar. Das waren 200 Millionen Dollar als vor einem Jahr. Delphi habe wegen des Wettbewerbsdrucks auf die amerikanischen Operationen noch immer erhebliche Verluste, hieß es.

Der Quartalsumsatz fiel zuletzt auf 6 Milliarden Dollar, von zuvor 6,3 Milliarden Dollar. Dabei steuerte das Delphi-Geschäft mit General Motors 43 Prozent des Umsatzes bei; Delphi ist aus der ehemaligen Autoteilesparte von General Motors hervorgegangen und wickelt deshalb traditionell einen großen Teil seines Geschäftes mit dem amerikanischen Autohersteller ab. Jetzt aber fiel im Jahresvergleich auch noch der Umsatz mit der ehemaligen Konzernmutter um 12 Prozent.

General Motors hatte seine amerikanische Autoproduktion zuvor selbst zurückgeschraubt, um der fallenden Nachfrage gerecht zu werden. Das taten auch Ford  und Chrysler, und darunter leiden amerikanische Autozulieferer derzeit besonders. Viele befinden sich in Insolvenzverfahren.

Delphi wolle nun mit den Anteilseignern, Gewerkschaften und mit General Motors eine einvernehmliche Restrukturierungsvereinbarung treffen, um die Schlüsseloperationen in den USA wettbewerbsfähig zu machen, betonte Delphi-Konzernchef Robert Miller.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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