ZEW Gut und doch etwas enttäuschend

Der ZEW-Konjunkturindikator fällt gut aus. Allerdings nicht so gut wie von einigen Experten erwartet. Die leichte Enttäuschung verstellt den Fachleuten allerdings nicht den Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung - und die ist positiv.

Mannheim - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Februar nicht so stark wie erwartet aufgehellt.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien von minus 3,6 auf 2,9 Punkte gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Etliche Volkswirte hatten mit einer deutlicheren Verbesserung des Index auf plus 9 Punkte gerechnet. Im Januar hatte der Index bereits von minus 19 auf minus 3,6 Punkte zugelegt.

Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren der deutschen Wirtschaft. Für ihn werden regelmäßig rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt. Das Ergebnis wird dennoch positiv bewertet.

"Es ist sicherlich positiv, dass der extreme Pessimismus der vergangenen Monate in dem Indikator nachlässt. Man sieht das auch an den Lageeinschätzungen, die sich weiter verbessert haben. Wir erwarten, dass es auch in den kommenden Monaten eine weitere Aufwärtsbewegung beim ZEW geben wird. Die Verfassung der deutschen Wirtschaft ist nach wie vor sehr gut. Andere Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass der Aufschwung nach einer Delle wieder an Fahrt gewinnen wird, was sich auch mittelfristig in den ZEW-Erwartungen widerspiegeln wird", sagt Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

"Die Angst der Finanzmarktanalysten vor der Mehrwertsteuererhöhung war übertrieben. Die Aufwärtskorrektur beim ZEW-Index wird deshalb weitergehen", sagte Volkswirt Stefan Mütze von der Helaba.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.