Verfassungsgericht Vaterschaftstests sollen erleichtert werden

Heimliche Vaterschaftstests können vor Gericht weiterhin nicht verwendet werden. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am Dienstag, forderte die Bundesregierung aber zugleich auf, bis zum 31. März 2007 ein Gesetz zu erlassen, das zweifelnden Vätern die Feststellung der Vaterschaft einfacher macht.

Karlsruhe - Bis dahin sind Untersuchungen des genetischen Materials von Kindern zur Klärung der Abstammung nach wie vor nicht vor Gericht verwertbar, wenn sie heimlich vorgenommen werden, urteilten die Karlsruher Richter. Das Recht von Kind und Mutter, Gendaten nicht preiszugeben, sei weniger schützenswert als der Anspruch des angeblichen Vaters auf Kenntnis der Abstammung.

Der Erste Senat wies damit im Ergebnis die Verfassungsbeschwerde eines Mannes ab, der ohne Zustimmung der Mutter ein Kaugummi der Tochter seiner Ex-Partnerin im Labor hatte untersuchen lassen. Als der Test ihn als biologischen Vater ausschloss, zog er vor Gericht - ohne Erfolg: Der Bundesgerichtshof lehnte vor zwei Jahren die Verwertung solcher Tests im Verfahren um die Anfechtung der Vaterschaft ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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