Konjunktur Ein lautes Brummen

Die Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung 2006 sind besser ausgefallen, als das Statistische Bundesamt bisher geschätzt hatte. Nach einem starken Plus im vierten Quartal steigt die Wachstumsziffer von 2,5 auf 2,7 Prozent - so hoch wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Wiesbaden - Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden korrigierte am Dienstag die Wachstumszahl für 2006 auf nunmehr endgültige 2,7 Prozent. Eine derart hohe Wachstumsquote gab es seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr.

Kalenderbereinigt seien es sogar 2,9 Prozent, heißt es in einer Mitteilung der Statistiker. Allein vom dritten auf das vierte und letzte Quartal des Jahres wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) den Angaben zufolge preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent. Das BIP misst den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung. Auch in den ersten drei Quartalen 2006 war die Wirtschaftsleistung mit Wachstumsraten von 0,8 Prozent, 1,2 und 0,8 Prozent noch etwas stärker gestiegen als bisher gemeldet.

Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, erhöhte sich das BIP im vierten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Kalenderbereinigt - im letzten Quartal 2006 stand ein Arbeitstag weniger zur Verfügung als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres - waren es 3,7 Prozent. Allein im November verkauften die Exporteure Waren im Wert von rund 85 Milliarden Euro ins Ausland und stellten damit einen Rekord auf. Wegen des unerwartet kräftigen Wachstums zum Jahresende wurde auch die am 11. Januar bekanntgegebene vorläufige Wachstumsrate des BIP für das vergangene Jahr entsprechend nach oben korrigiert.

Banken korrigieren BIP-Prognosen

Die Wachstumsimpulse kamen dabei sowohl aus dem Inland als auch dem Ausland. "Der extrem dynamische Außenhandel hatte allerdings den deutlich größeren Anteil an der wirtschaftlichen Belebung im Berichtsquartal", heißt es in der Mitteilung. Im Inland trugen demnach neben gestiegenen Investitionen auch erhöhte private Konsumausgaben zum Wachstum des BIP bei.

"Prinzipiell erhöht das [verbesserte BIP] den Ausgangspunkt für das laufende Jahr und verbessert damit die Aussichten für ein ordentliches Wachstum 2007", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank . Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten rechneten bislang im Schnitt mit einem Plus von 1,6 Prozent.

Einige Banken revidierten inzwischen aber ihre Prognosen nach oben, nachdem der befürchtete Mehrwertsteuerschock bislang ausgeblieben ist. Unicredit  etwa erhöhte am Dienstag seine Prognose von 1,1 auf 1,6 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters

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