Thomas Cook KarstadtQuelle herrscht allein

Jetzt ist es offiziell: KarstadtQuelle übernimmt Thomas Cook vollständig. Die Lufthansa, bisher zur Hälfte am zweitgrößten Reiseunternehmen Europas beteiligt, erhält 800 Millionen Euro. Die Fluggesellschaft erhöht dafür ihren Anteil an der Thomas-Cook-Tochter Condor.

Essen - Der Handelskonzern KarstadtQuelle  hat die Anteile der Deutschen Lufthansa  an dem Reiseunternehmen Thomas Cook erworben. "Die vertragliche Vereinbarung folgte der Absichtserklärung vom 22. Dezember 2006", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung von KarstadtQuelle. In der Vereinbarung hatten beide Seiten bekannt gegeben, dass KarstadtQuelle den 50-Prozent-Anteil einschließlich der Fluglinie Condor für 800 Millionen Euro übernimmt.

Die Lufthansa werde zudem die von Condor gehaltenen Anteile an der deutsch-türkischen Ferienfluggesellschaft Sun Express erhalten. Der Gewinn für das Jahr 2006 in Höhe von 170,8 Millionen Euro verbleibe bei der Thomas Cook AG. Die Kartellbehörden und der Lufthansa-Aufsichtsrat müssen dem Geschäft noch zustimmen, hieß es weiter.

KarstadtQuelle will mit Cook seinen Umsatz mittelfristig auf 20 Milliarden Euro steigern und peilt nach Angaben von Vorstandschef Thomas Middelhoff weitere Zukäufe zur Stärkung seines Tourismus-Geschäfts an. Die Lufthansa begleitet den Übergang der Condor in eine neue Gesellschafterstruktur den Angaben zufolge durch eine Erhöhung ihrer Anteile von bislang 10 auf künftig 24 ,9 Prozent. Frühestens in zwei Jahren kann KarstadtQuelle die restlichen Anteile der Lufthansa übernehmen.

Den Kauf will KarstadtQuelle mit dem Verkauf der restlichen Beteiligung an seinen Warenhaus- Immobilien finanzieren. Im März hatte Karstadt die Mehrheit daran für 3,7 Milliarden Euro an den Whitehall Fonds von Goldman Sachs verkauft. Eigentlich sollte der Rest erst in drei bis fünf Jahren nach und nach veräußert werden. Mit 7,8 Milliarden Euro Jahresumsatz und über 13 Millionen Reisenden ist Thomas Cook Europas Nummer zwei in der Reisebranche nach Tui .

Middelhoff hatte seit langem Interesse an einer vollständigen Übernahme von Cook bekundet, stieß aber bei Lufthansa damit anfangs auf wenig Gegenliebe. Lufthansa sieht die Touristik seit längerem nicht mehr als Kerngeschäft an. Middelhoff hingegen will den Vertrieb von Reisen ausbauen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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