Eon 41 Milliarden Euro für Endesa

Nach dem Rückzug von Gas Natural legt Eon im Übernahmekampf um den spanischen Marktführer Endesa nun ein letztes Mal nach. Deutschlands größter Energieversorger erhöht sein Angebot um mehr als 10 Prozent auf 41 Milliarden Euro.

Madrid/Düsseldorf - Dies sei unwiderruflich das letzte Wort des Konzerns, betonte Eon-Chef Wulf Bernotat. Nach dem spanischen Aktienrecht sei jetzt keine Nachbesserung mehr möglich. "Jetzt können die Aktionäre entscheiden, ob sie verkaufen wollen oder nicht", sagte Bernotat. "Es gibt keinen Raum für Spekulationen."

Bernotat zeigte sich überzeugt, mit dem zum zweiten Mal nachgebesserten Angebot letztlich doch noch den Sieg in dem monatelangen Übernahmekampf davonzutragen. Mit 38,75 Euro je Aktie lag die Offerte geringfügig über dem aktuellen Kurs der Endesa-Aktie  und 109 Prozent über dem letzten Kurs vor Beginn des Übernahmekampfes.

Eon  ist nach dem Rückzug von Gas Natural  der einzige verbliebene Bieter in dem Übernahmekampf. Der Konzern muss aber um die Gunst der Aktionäre kämpfen. Denn auf der bevorstehenden Endesa-Hauptversammlung braucht Eon eine Mehrheit für die Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkungen bei dem spanischen Konzern. Diese Mehrheit zu bekommen, könnte schwierig werden, da der Baukonzern Acciona  - mit über 20 Prozent inzwischen größter Endesa-Aktionär - die Pläne der Deutschen bislang ablehnt.

Eon sei zuversichtlich, auf der Hauptversammlung im März die notwendige Mehrheit zu erhalten und die Transaktion in der ersten Aprilhälfte abschließen zu können, sagte Bernotat. Die Endesa-Konzernspitze will am Dienstag zusammenkommen, um über das Angebot des deutschen Energieversorgers zu beraten.

Ist der Preis zu hoch?

Ist der Preis zu hoch?

Bedenken, Eon könne einen zu hohen Preis für die Übernahme zahlen, wies Bernotat zurück. "Das Angebot erfüllt unsere strengen Investitionskriterien", bekräftigte er. Bereits im ersten vollen Jahr nach der Übernahme werde sich die Akquisition für den Konzern ergebnissteigernd auswirken, und spätestens drei Jahre nach Abschluss des Kaufs erwarte Eon eine Rendite über den Kapitalkosten.

Der Konzern will durch die Endesa-Übernahme ab 2010 jährlich 600 Millionen Euro zusätzlichen Wert schaffen. Der größte Teil davon soll durch den konzernweiten Erfahrungsaustausch (best practice) realisiert werden, durch den Prozesse beim Bau neuer Kraftwerke oder beim Ausbau der Netze verschlankt werden können.

"Auch als Teil von Eon wird Endesa seine Identität, Autonomie und Integrität wahren", versprach Bernotat. Madrid werde das Zentrum für das Südeuropa- und Lateinamerika-Geschäft des Konzerns sein. Gleichzeitig würden die spanischen Verbraucher von einer höheren Versorgungssicherheit und einem intensiveren Wettbewerb profitieren.

Bei einer Übernahme würde der weltweit größte Strom- und Gasversorger entstehen - mit mehr als 100.000 Mitarbeitern und über 50 Millionen Kunden in 30 Ländern. Das Unternehmen verfüge damit über das notwendige Gewicht, um mit den großen Rohstoffproduzenten auf der ganzen Welt auf Augenhöhe verhandeln zu können, sagte Bernotat.

manager-magazin.de mit Material von ap

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.