Airbus Unternehmen und Bedeutung

Der Flugzeughersteller Airbus ist eine ungewöhnliche Firma. Wichtigste Anteilseigner sind die französischen und deutschen Aktionärsblöcke, die aus direkten Staatsbeteiligungen und jeweils inländischen Unternehmen gebildet werden. Airbus hat sich durch staatliche Aufbauhilfen zu einem wichtigen Arbeitgeber hierzulande entwickelt.

Hamburg - Airbus ist eine 100-Prozent-Tochter der börsennotierten Aktiengesellschaft European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) mit Sitz in Amsterdam. Sie umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Der Konzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.

Aktuell halten der französische Staat und der Mischkonzern Lagardere offiziell 22,5 Prozent der Aktien, kontrollieren aber über die staatliche Bank CDC weitere 2,25 Prozent. Die deutschen Anteile von 22,5 Prozent werden vom DaimlerChrysler-Konzern gehalten, der sich aber gerade von 7,5 Prozent der Aktien trennt. Ihn übernehmen Bundesländer sowie öffentliche und private Banken, wobei die genaue Aufteilung noch nicht klar ist. Rund 42 Prozent der EADS-Anteile liegen im Streubesitz.

Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt. Hamburg wiederum ist der Sitz der deutschen Tochtergesellschaft, die für die deutschen Werke zuständig ist.

Airbus ist mit seinen Montagewerken und der Flugzeugteilproduktion einer der wichtigsten Arbeitgeber der Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland. Rund 23.000 Menschen sind insgesamt bei Airbus Deutschland tätig. Dazu kommen etwa 6300 Zeitarbeitskräfte. Zudem arbeitet Airbus mit zahlreichen Zulieferbetrieben zusammen.

Wichtigster deutscher Standort mit 12.000 Beschäftigten ist Hamburg. Hier werden Rumpfsektionen für das weltgrößte Passagierflugzeug A380 gefertigt. Der Riesenairbus bekommt ebenfalls hier seine Innenausstattung und wird lackiert. Dazu kommt unter anderem die Endmontage des Kurz- und Mittelstreckenjets A318, A319 und A321.

Weitere große Airbus-Standorte sind Bremen sowie das Werk in Nordenham. Auch in Stade, Varel und Buxtehude werden Komponenten gefertigt und nach Hamburg oder Toulouse geliefert. In Laupheim (Baden-Württemberg) entstehen Komponenten für Kabinen und Klimaanlagen.

Neben externen Zulieferern bekommt Airbus auch Teile von anderen Unternehmen innerhalb des EADS-Konzerns. So stellen zum Beispiel die EADS-Elbe-Flugzeugwerke in Dresden Bodenplatten für Airbus-Flugzeuge her. Nach Angaben des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) arbeiten in Deutschland insgesamt rund 80 000 Menschen in der Branche. Diese erreichte im Jahr 2005 einen Gesamtumsatz von 18,6 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa