RAG Rüttgers riskiert Börsengang

Nach dem Platzen des Steinkohlegipfels ist der geplante Börsengang des RAG-Konzerns in Gefahr. RAG-Chef Werner Müller lehnt den von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers geforderten früheren Steinkohleausstieg 2014 ab.

Berlin - Müller sagte der "Bild"-Zeitung (Freitag-Ausgabe): "Ich werde nicht zulassen, dass Bergleute arbeitslos werden. 2014 ist mit mir nicht zu machen. Ich habe volles Vertrauen in die Spitzen von CDU und SPD und hoffe, dass sie den Kompromiss auch durchsetzen."

Bei einem um vier Jahre vorgezogenen Ausstieg drohen, wie die Zeitung schrieb, laut einem vertraulichem Gutachten der Bundesregierung bis zu 4.270 Bergleuten betriebsbedingte Kündigungen.

NRW-Ministerpräsident Rüttgers hatte zuvor auf seiner Forderung beharrt, bereits bis zum Jahr 2014 aus der Steinkohleförderung auszusteigen. Damit wird der zu Wochenbeginn ausgehandelte Kompromiss der Bundesregierung zur Zukunft der Steinkohleförderung blockiert.

Auch in der SPD wird Jürgen Rüttgers für seine starre Haltung beim Steinkohle-Ausstieg scharf kritisiert. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhold Hemker sagte der Zeitung: "Rüttgers läuft Amok gegen eine von der Großen Koalition getroffene Vereinbarung. Eine Vereinbarung, an der er selbst beteiligt war. Das kann nicht sein."

manager-magazin.de mit dpa