Eon Gas Natural zieht Endesa-Gebot zurück

Eon-Konkurrent Gas Natural hat im Bieterkampf um Spaniens größten Stromversorger Endesa das Handtuch geworfen. Damit hat der Düsseldorfer Energiekonzern nach monatelangem Ringen nun freie Bahn. Offen ist, ob Eon sein Gebot erhöht.

Barcelona - Auf einer Sondersitzung entschied der Vorstand von Gas Natural SDG  in Barcelona, das Angebot für Endesa  zurückzuziehen, wie Gas Natural am Donnerstagabend der spanischen Börsenaufsicht (CNMV) mitteilte. Der Beschluss sei einstimmig gefallen.

Nach fast einjährigem Bietergefecht und juristischen Scharmützeln um Endesa hat Eon  damit nun praktisch freie Bahn. Die Entscheidung von Gas Natural fiel einen Tag vor Ablauf der Frist zur Abgabe der endgültigen Angebote für Endesa.

Sie sollten an diesem Freitag in versiegelten Umschlägen der spanischen Börsenaufsicht vorgelegt werden. Mit Spannung wird erwartet, ob Eon als nunmehr alleiniger Bieter seine Offerte dennoch erhöht.

Eons Gebot liegt unter Endesas Börsenwert

Die Düsseldorfer bieten rund 37 Milliarden Euro für Endesa, die Offerte von Gas Natural lag bei 22,5 Milliarden. Die Hauptaktionäre des spanischen Unternehmens - die Sparkassenkette La Caixa (35 Prozent) und der Mineralölkonzern Repsol  (30 Prozent) - hatten bereits vergangene Woche dafür plädiert, das Handtuch zu werfen. Es sei nicht möglich, mit dem Angebot von Eon zu konkurrieren. Der Börsenwert von Endesa hat sich wegen des Bieterkampfes auf mehr als 41 Milliarden Euro fast verdoppelt.

Gas Natural hat Endesa und Eon wiederholt illegale Absprachen vorgeworfen und deswegen auch die Gerichte eingeschaltet. Der Informationsaustausch beider Unternehmen habe die Position der Düsseldorfer im Vergleich zu Gas Natural erheblich verbessert, hieß es.

Trotz des Rückzugs von Gas Natural hat Eon das Rennen um Endesa aber noch nicht gewonnen. Der spanische Mischkonzern Acciona , mit einem Anteil von 21 Prozent größter Kapitaleigner von Endesa, stellt sich bislang der Eon-Offerte entgegen. Die Sparkassenkette Caja Madrid, die über zehn Prozent der Endesa-Anteile verfügt, legte sich bisher nicht fest, ob sie auf das Eon-Angebot eingehen oder sich diesem widersetzen will.

Damit die Übernahme Erfolg hat, müssen die Düsseldorfer mindestens 50,1 Prozent des Endesa-Kapitals auf ihre Seite bringen. Zudem muss Eon erreichen, dass die Aktionäre des spanischen Versorgers die derzeit geltende Stimmrechtsbeschränkung von 10 Prozent aufheben. Die dafür notwendige außerordentliche Hauptversammlung soll bis Mitte März einberufen werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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