Mannesmann-Prozess Die Akte bleibt zu

Die Anzeigen gegen die Einstellung des Mannesmann-Prozesses sind abgelehnt worden. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft teilte am Donnerstag mit, die 23 Strafanzeigen hätten mangels Anhaltspunkten für verfolgbare Straftaten zur Aufnahme von Ermittlungen keinen Anlass gegeben.

Düsseldorf - Zwei Monate nach Ende des Mannesmann-Prozesses erklärte die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft, die 23 Strafanzeigen gegen die Einstellung des Verfahrens hätten keine Anhaltspunkte für Straftaten beinhaltet.

"Damit war für uns kein Anlass gegeben, Ermittlungen aufzunehmen", sagte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag. Die Anzeigeerstatter hatten den am Prozess beteiligten Richtern und Staatsanwälten Rechtsbeugung und Strafvereitelung vorgeworfen. Auch drei Dienstaufsichtsbeschwerden seien abgewiesen worden, sagte der Sprecher.

Der Prozess gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und fünf weitere Angeklagte vor dem Düsseldorfer Landgericht war Ende November 2006 nach sechs Verhandlungstagen gegen Geldauflagen von insgesamt 5,8 Millionen Euro eingestellt worden. Diese Übereinkunft war in der öffentlichen Diskussion teilweise heftig kritisiert worden und hatte eine Debatte um die Strafprozessordnung ausgelöst.

Ackermann wollte nicht weglaufen

Die Angeklagten mussten sich wegen des Verdachts der schweren Untreue oder Beihilfe dazu verantworten, weil sie bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone  an der Ausschüttung von 57 Millionen Euro Prämien und Pensionen beteiligt waren.

40 Prozent der Geldauflage sollen an gemeinnützige Einrichtungen fließen. Mehr als 4000 Organisationen haben sich beworben und hoffen, bei der Verteilung des Geldes berücksichtigt zu werden. Die Entscheidung darüber will das Landgericht nach Angaben eines Sprechers in einigen Tagen treffen.

Parallel zur Meldung der Staatsanwälte in Düsseldorf stand Ackermann bei der Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank  im Fokus der Öffentlichkeit. Auf der Veranstaltung sprach er sich gegen eine vorzeitige Nachfolgediskussion aus. Der Bankchef stellte dies auch in Zusammenhang mit dem Ende des Mannesmann-Prozesses. Während diesem habe er vom Aufsichtsrat, Aktionären, Mitarbeitern und Kunden so viel Rückhalt erfahren, dass er nach Ende des Prozesses nun nicht "weglaufen" wolle. "Ich bin außerordentlich dankbar, dass sie hinter mir standen. Das möchte ich jetzt zurückgeben", sagte der fast 59-jährige Schweizer.

Nach der Einstellung des Prozesses habe er allerdings mit dem Gedanken gespielt, seinen Posten aufzugeben. Wegen des Rückhalts aus seinem Umfeld habe er dann aber anders entschieden.

manager-magazin.de mit Material von dpa, vwd, reuters

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