Mittwoch, 27. Mai 2020

Statistik Inflation frisst Lohnsteigerung auf

Die tariflichen Löhne und Gehälter in Deutschland sind das zweite Jahr in Folge geringer gestiegen als die Inflation. Es ist der schwächste Anstieg seit zehn Jahren. In den einzelnen Branchen verlief die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich.

Wiesbaden - Der Anstieg der Tarifgehälter in Deutschland ist im vergangenen Jahr so gering ausgefallen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden bekannt gab, stieg der Index der tariflichen Monatsgehälter der Angestellten in der Wirtschaft und im Öffentlichen Dienst 2006 um 1,2 Prozent. Die tariflichen Stundenlöhne der Arbeiter seien um 1,5 Prozent gestiegen.

Nicht mehr in der Geldbörse: Erneut liegt die Inflationsrate über den Lohnsteigerungen
Damit habe der Anstieg der Tarifverdienste unter der Teuerungsrate der Verbraucherpreise von 1,7 Prozent gelegen. Bereits im Jahr 2005 lag die Inflationsrate über dem durchschnittlichen Anstieg der Tarifgehälter.

Die einzelnen Bereiche haben sich laut Statistik sehr unterschiedlich entwickelt. So seien die Löhne im Bereich Eisenbahn mit 4,5 Prozent, im Schienenfahrzeugbau mit 3,8 Prozent und im Metallgewerbe mit 1,9 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen. Im Baugewerbe hätten die Löhne hingegen nur um 0,8 Prozent und im Einzelhandel um 0,4 Prozent zugelegt. Die Tarifgehälter im öffentlichen Dienst, also bei Bund, Ländern und Gemeinden, seien im vergangenen Jahr unverändert geblieben.

Bei den Stundenlöhnen der Arbeiter habe es mit einem Plus von 4,8 Prozent überdurchschnittliche Zuwächse im Luft- und Raumfahrzeugbau gegeben. Das gleiche gelte mit 3,7 Prozent für die Büromaschinenherstellung, mit 3,3 Prozent im Maschinenbau und mit 3,2 Prozent im Metallgewerbe.

Unterdurchschnittlich seien die Löhne mit 0,8 Prozent im Bergbau und im Holzgewerbe sowie mit 0,5 Prozent im Druckgewerbe gestiegen. Im Baugewerbe hätten die Löhne im Durchschnitt sogar um 0,8 Prozent und im öffentlichen Dienst um 0,2 Prozent abgenommen. Dies sei auf eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich zurückzuführen.

manager-magazin.de mit Material ddp

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