Münchener Rück "Kyrill" reißt Loch in die Bilanz

Der Orkan "Kyrill" wird die Münchener Rück vor Steuern vermutlich 600 Millionen Euro kosten. Der weltgrößte Rückversicherer schätzt die Belastungen für die Branche europaweit auf bis zu sieben Milliarden Euro ein.

München - Der größte durch den Wintersturm verursachte Einzelschaden sei die Havarie des Container-Frachters MSC Napoli vor der südenglischen Küste, teilte die Münchener Rück  am Freitag mit. Allein für diesen Schiffsunfall werde der weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Freitag mit einem niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag haften müssen.

Die Versicherungsbranche dürfte insgesamt mit fünf bis sieben Milliarden Euro belastet werden, hieß es weiter. Damit wäre "Kyrill" einer der drei teuersten Winterstürme in Europa seit 1980. Inflationsbereinigt kostete der Wintersturm "Lothar" die Assekuranzen im Jahr 1999 rund 7,2 Milliarden Euro, "Daria" 1990 rund 6,8 Milliarden.

Wesentlich höhere Kosten müssen die Versicherer immer wieder bei Hurrikanen in den USA verkraften. Beispielsweise schlug "Katrina" 2005 als teuerster Sturm aller Zeiten mit einem versicherten Schaden von 62 Milliarden Dollar zu Buche. Der Wirbelsturm hatte unter anderem die US-Metropole New Orleans zerstört.

Nachdem es 2006 keine nennenswerten Sturmschäden gab und die Münchener Rück aller Voraussicht nach ein Rekordergebnis eingefahren hat, wird "Kyrill" nun im ersten Quartal 2007 den Konzerngewinn schmälern. Allerdings wird es den Konkurrenten nicht viel besser ergehen. Der weltgrößte Rückversicherer, die Swiss Re, rechnet vor Steuern mit einer Belastung von rund 140 Millionen Euro durch "Kyrill". Auch den gesamten Schaden für die Branche setzen die Schweizer mit 3,5 Milliarden Euro niedriger an.

Durch den Sturm hatten mindestens 39 Menschen ihr Leben verloren, elf davon in Deutschland. Die Allianz als größter Erstversicherer in Deutschland hat noch keine Schätzung abgegeben. Erstversicherer reichen, um sich selbst abzusichern, einen Teil ihres Portfolios an Rückversicherer weiter.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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