Siemens Kartellstrafe hilft Steinbrück

Die saftige Kartellstrafe der Europäischen Union gegen Siemens und andere Konzerne erbost viele Vorstände. Finanzminister Per Steinbrück kann sich dagegen die Hände reiben: Durch das Bußgeld spart er sich rund 150 Millionen Euro an EU-Beiträgen.

Brüssel - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kann sich freuen: Das hohe EU-Bußgeld von 750,7 Millionen Euro für Siemens  und andere internationale Elektrokonzerne wegen illegaler Preisabsprachen wird im laufenden Jahr den deutschen Beitrag in die EU-Kasse mindern.

Die Strafgelder der Konzerne fließen vollständig und direkt in die EU-Kasse; die EU-Staaten müssen deshalb anteilig weniger einzahlen, berichteten EU-Diplomaten am Donnerstag in Brüssel.

Da Deutschland als größter Einzahler nach Brüssel für etwa 20 Prozent des EU-Budgets aufkommt, beträgt die anteilige Einsparung für Steinbrück etwa 150 Millionen Euro, hieß es weiter.

Siemens muss wegen Preisabsprachen bei Schaltanlagen für Stromnetze mit 418,6 Millionen Euro den Löwenanteil der Strafzahlungen leisten. Das EU-Budget hat im laufenden Jahr einen Umfang von gut 115 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.