Konjunktur Mehr Arbeitslose weltweit

Obwohl die Weltwirtschaft wächst, schlägt sich das nicht in der Senkung der Arbeitslosenzahlen nieder. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Internationalen Arbeitsorganisation.

Genf - Das weltweit starke Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre hat nicht zur Verringerung der globalen Arbeitslosigkeit beigetragen. So lautet die Kernaussage des Jahresberichts der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf. Demnach ist zwar die Zahl der Angestellten weltweit so hoch wie nie zuvor.

Allerdings hinke die Anzahl der neu geschaffenen Jobs hinter dem globalen Bevölkerungswachstum her, heißt es in dem am Donnerstag vorgestellten Bericht. Der weltweit gestiegenen Wirtschaftsleistung des vergangenen Jahrzehnts liege vor allem eine zunehmende Produktivität zu Grunde, folgert die ILO. Der Organisation wies zudem darauf hin, dass weiterhin 1,4 Milliarden Menschen einen Lohn von bis zu zwei Dollar pro Tag beziehen und daher als arm gelten. Da habe es trotz des Wirtschaftswachstums der vergangenen fünf Jahre kaum Veränderung gegeben. "Auch wenn sich das starke Wachstum 2007 fortsetzt, bleibt die ernste Sorge, ob genug Arbeitsplätze geschaffen werden und die Zahl der armen Arbeiter reduziert wird", sagte ILO-Direktor Juan Somavia.

Zum ersten Mal arbeiten mehr Menschen in der Dienstleistungsbranche als in der Landwirtschaft: Der ILO zufolge liegt der Anteil der Angestellten im Dienstleistungssektor weltweit bei 40 Prozent. Etwas weniger Erwerbstätige - 38,7 Prozent - arbeiten in der Landwirtschaft. Die höchste Arbeitslosigkeit verzeichnete die Region des Nahen Ostens und Nord-Afrikas mit gut zwölf Prozent, gefolgt von den afrikanischen Staaten südlich der Sahara mit knapp zehn Prozent.

Nach dem weltweit vergleichbaren Konzept der ILO waren 2005 in Deutschland 9,1 Prozent ohne Job, wie das Statistische Bundesamt im Dezember mitteilte. Die geringste Erwerbslosigkeit verzeichnete demnach Thailand mit 1,9 Prozent. Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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