BIP China wächst zweistellig

Die chinesische Wirtschaft hat 2006 das größte Wachstum seit Jahren verzeichnet. Die Regierung sorgt sich um eine Überhitzung, doch ihre Bremsversuche bleiben ohne Wirkung. In der Rangliste der größten Volkswirtschaften läuft die asiatische Großmacht Deutschland bald Rang drei ab.

Peking - Die chinesische Wirtschaft wächst weiter mit atemberaubenden Tempo. Im vergangenen Jahr stieg die Wirtschaftsleistung um 10,7 Prozent, wie die Regierung in Peking am Donnerstag bekannt gab.

Es ist die höchste Wachstumsrate seit 1995 (10,9 Prozent). Die bekannt gegebene Zahl übertrifft die Prognosen chinesischer und ausländischer Analysten. Für dieses Jahr rechnet die Regierung weiter mit einer "stetigen und vergleichsweise schnellen Entwicklung".

Insgesamt betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Volksrepublik 2,1 Billionen Euro. Damit ist China Deutschland in der Liste der größten Industrienationen dicht auf den Fersen. Deutschland erwirtschaftete im vergangenen Jahr ein BIP von 2,3 Billionen Euro und lag damit hinter den USA und Japan auf Rang drei. Sorgen bereiten der chinesischen Regierung vor allem die sehr hohen Investitionen in den Immobiliensektor (plus 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und der explodierende Außenhandelsüberschuss (plus 75 Prozent). Im vergangenen Jahr hatte die Regierung die Leitzinsen zwei Mal erhöht, um etwas auf die Wachstumsbremse zu treten.

Die Verbraucherpreise sind im Jahr 2006 um 1,5 Prozent gestiegen. Damit liege die Jahresinflation um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Jahr zuvor, teilte die nationale Statistikbehörde (NBS) am Donnerstag in Peking mit. Im Dezember habe der Preisanstieg im Jahresvergleich 2,8 Prozent betragen. Die Erzeugerpreise sind den Angaben zufolge im Gesamtjahr 2006 um 3,0 Prozent geklettert. Das seien 1,9 Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Im Dezember habe die Inflation auf Erzeugerebene bei 3,1 Prozent gelegen.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa-afx

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