Bayer Glimpfliche Strafe

Deutschlands größtes Pharma- und Chemieunternehmen hat in einem Rechtsstreit mit amerikanischen Bundesstaaten klein beigegeben. Bayer zahlt lieber eine kleine Millionensumme für künftige US-Verbraucherinformationen, als mehr zu riskieren.

Leverkusen - Bayer  hat mit 30 US-Bundesstaaten einen Vergleich geschlossen. Demnach zahlt das Leverkusener Unternehmen acht Millionen Dollar für künftige Programme zur Aufklärung und zum Schutz der Verbraucher, sagte Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Tom Corbett.

Die amerikanischen Bundesstaaten hatten dem Leverkusener Konzern vorgeworfen, Patienten und Ärzte nach der Markteinführung des Medikamentes "Baycol" in den USA 1998 nicht ausreichend über mögliche schwere Nebenwirkungen informiert zu haben.

Unterdessen hat die Europäische Kommission den milliardenschweren Verkauf der Bayer-Tochter H.C. Starck an die Finanzinvestoren Advent International und Carlyle endgültig genehmigt. Die Transaktion sei einer vereinfachten Prüfung unterzogen worden, sagten Sprecher der Kommission. Sie reicht den Brüsseler Behörden, wenn sie keine Wettbewerbsnachteile aus angemeldeten Übernahmen erwartet.

Bayer hatte den Verkauf seiner Tochterfirma H.C. Starck an die Finanzinvestoren für 1,2 Milliarden Euro im November vergangenen Jahres angekündigt. Das Geld soll Bayers Nettoschulden um etwa eine Milliarde Euro senken, die zuvor durch den Kauf des Pharma-Konkurrenten Schering  deutlich gestiegen waren.

Die Aktienhändler lassen beide Unternehmensnachrichten heute kalt. Die Bayer-Aktie kostet derzeit 43,80 Euro und damit ungefähr so viel wie gestern.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx