Beate Uhse Mitstreiter gesucht

Ulrich Rotermund, Sohn der Firmengründerin Beate Uhse, ist auf Investorensuche. Nach einer enttäuschenden Jahresbilanz sucht der Erotikkonzern nun Partner, die nicht nur Geld mitbringen, sondern auch Türen für neue Vertriebswege aufstoßen können. Denkbar sei beispielsweise der Verkauf von Erotikware in Supermärkten.

Hamburg - Europas größter Erotikkonzern Beate Uhse  sucht einen neuen Großaktionär, der das Wachstum vorantreibt. Hauptaktionär Ulrich Rotermund prüfe einen Verkauf seiner Beteiligung und habe die Münchner HypoVereinsbank  damit beauftragt, einen Investor zu finden, teilte das in Flensburg ansässige Unternehmen am Donnerstag mit. Ziel sei, einen Aktionär zu finden, der Beate Uhse nicht nur als Finanzbeteiligung betrachte, sondern die Expansion des Unternehmens mitgestalten wolle.

Rotermund, Sohn der 2001 gestorbenen Firmengründerin, ist mit 29,8 Prozent größter Hauptaktionär und Aufsichtsratschef von Beate Uhse. Er hatte seinen Anteil im vergangenen Jahr im Zuge der Trennung von seinem einstigen Geschäftspartner Richard Orthmann erhöht. Die niederländische Consipio Holding hält 20,8 Prozent an Beate Uhse. 0,6 Prozent der Aktien hält Beate Uhse selbst. 48,8 Prozent der Anteile sind breit gestreut.

Ein Wasserschaden im Vertriebszentrum im niederländischen Walsoorden hatte Beate Uhse das wichtige Weihnachtsgeschäft im vergangenen Jahr verdorben. Der Konzern konnte deshalb die selbst gesteckten Umsatzziele nicht erreichen. Konzernchef Otto Christian Lindemann hatte Ende Dezember einen Umsatz annähernd auf dem Vorjahresniveau von 285 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der erwartete Vorsteuergewinn von 19 Millionen Euro sei nicht mehr erreichbar, hatte er damals gesagt. 2005 hatte Beate Uhse den Vorsteuergewinn auf 20,4 Millionen Euro gesteigert.

Beate Uhse hatte in der Vergangenheit hoch fliegende Expansionspläne im Ausland angekündigt, diese aber nach Einschätzung von Branchenexperten zumeist nicht erfüllen können. Eine Unternehmenssprecherin sagte, der neue Investor solle Beate Uhse den Zugang zu anderen Wirtschaftszweigen verschaffen. In den Niederlanden sei etwa üblich, elektronische Sexartikel auch über Mediamärkte zu vertreiben. Auch Versandhäuser kämen in Frage.

Die Beate-Uhse-Aktie notierte gegen Mittag rund fünf Prozent im Minus bei 4,55 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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