Merck Niederlage bringt Geldsegen

Der Darmstädter Pharmakonzern hat 2006 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Gewinn erzielt. Im Kampf um Schering zog Merck zwar den Kürzeren gegenüber Bayer, konnte die Leverkusener aber kräftig zur Kasse bitten. Zudem erwägt der Schweizer Pharmakonzern Novartis einen Kauf der Generikasparte von Merck.

Basel - "Wir schließen den Kauf der Merck-Sparte nicht aus, streben ihn aber auch nicht an", sagte Vorstandschef Daniel Vasella am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen von Novartis . Der Darmstädter Konzern Merck  prüft "strategische Optionen" wie einen Verkauf für die Sparte, die 2006 einen Umsatz von 1,819 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 307 Millionen Euro erzielte.

Nach Aussagen aus Finanzkreisen könnte Merck für den Verkauf mehr als vier Milliarden Euro erlösen. Neben dem indischen Pharmakonzern Ranbaxy scheinen zahlreiche Finanzinvestoren an der Sparte interessiert zu sein.

Merck mit Gewinnsprung - Sondergewinn durch Schering

Der Pharmakonzern Merck hat 2006 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Gewinn gemacht. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Darmstadt berichtete, kletterte das operative Ergebnis um 25,1 Prozent auf 1,105 Milliarden Euro. Zugleich legte der Jahresumsatz nach den vorläufigen Geschäftszahlen um 8,5 Prozent auf 6,259 Milliarden Euro zu.

Der Nettogewinn stieg nach Unternehmensangaben um knapp 50 Prozent auf 983 Millionen Euro. Hier machte sich auch die gescheiterte Übernahme des Konkurrenten Schering bemerkbar, die Merck durch den Verkauf der Schering-Aktien an Bayer einen Sondergewinn von 378 Millionen Euro einbrachte.

"Das Geschäftsjahr 2006 war für Merck überragend", sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Michael Römer: "2006 konnte Merck erneut Rekordergebnisse bei allen Ergebniszahlen verbuchen." Alle Konzernsparten hätten zum Wachstum des Unternehmens beigetragen, wobei die maßgeblichen Beiträge vom Geschäft mit patentgeschützten Medikamenten und mit Flüssigkristallen gekommen seien. Die Mitarbeiterzahl sei 2006 um drei Prozent auf weltweit 29.999 gestiegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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