Milliarden-Deal Allianz sichert sich profitable Töchter

Der Versicherungsriese Allianz will die französische Tochter AGF sowie seine in Stuttgart ansässige Lebensversicherung komplett übernehmen. Um sich alle Anteile der profitablen Töchter zu sichern, nimmt der Konzern knapp 10,5 Milliarden Euro in die Hand.

München - Den AGF-Aktionären werde ein öffentliches Kaufangebot für die ausstehenden 42,4 Prozent der AGF-Aktien unterbreitet, teilte die Allianz SE am Donnerstag in München mit. Außerdem wolle die Allianz Deutschland AG (ADAG) für die ausstehenden 9 Prozent der Aktien der Allianz Lebensversicherungs-AG ein Kaufangebot abgeben.

Die Aktionäre der AGF sollen pro Anteil 87,50 Euro in bar und 0,25 Titel der Allianz erhalten. Dies stelle eine Prämie von 19,1 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Kurs der AGF in der vergangenen sechs Monaten dar. Bis Ende Februar will der Versicherer sein Angebot bei den Aufsichtsbehörden vorlegen. Direkt im Anschluss an das Erwerbsangebot soll es einen Squeeze-out oder eine grenzüberschreitende Verschmelzung von AGF auf Allianz geben.

Die Aktionäre der Allianz-Leben sollen 750 Euro pro Anteil erhalten, was einen Aufschlag von 19,9 Prozent entspreche.

Allein die Barkomponente der Transaktionen bezifferte die Allianz  auf rund 7,5 Milliarden Euro. Einschließlich des Wertes der Aktienkomponente von knapp drei Milliarden Euro ergebe sich ein Gesamtvolumen von knapp 10,5 Milliarden Euro, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Diekmann: "Logischer Schritt" nach der RAS-Integration

Allianz-Chef Michael Diekmann bezeichnete die Pläne als "nächsten logischen Schritt" nach der Integration des italienischen Versicherers RAS in die Allianz. "Dies wird uns helfen, eine noch effizientere Plattform zu etablieren, um unsere europäischen Kunden besser zu bedienen und unser operatives Geschäft weiterhin profitabel zu gestalten", erklärte Diekmann. Mit der Umwandlung der Allianz in eine Gesellschaft europäischen Rechts (Allianz SE) habe man unterstrichen, dass Europa der Heimatmarkt des Unternehmens sei.

Den Kreditversicherer Euler Hermes will die Allianz dagegen nicht vollständigen kaufen. Es gebe keine Pläne, für die AGF-Tochter ein Übernahmeangebot zu erwerben, hieß es. AGF hält nach früheren Angaben 68,3 Prozent der Euler-Aktien.

Mehrheit an Joint Venture in Taiwan übernommen

Zusätzlich kauft die Allianz auch in Taiwan ein. Der Konzern übernimmt von seinem Joint-Venture-Partner in Taiwan, der Uni-President Group, die Mehrheit an der Allianz President Life. Allianz werde künftig nahezu 100 Prozent der Anteile des Lebensversicherers halten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Transaktion müsse noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden. Bruce Bowers, Vorstandschef von Allianz Asien-Pazifik sagte: "Wir freuen uns, dieses Unternehmen unter das Dach der Allianz-Gruppe zu bringen."

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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