Mittwoch, 20. November 2019

Auswandererumfrage No Direction Home

Deutschland erlebt die größte Emigrationswelle seit dem 19. Jahrhundert. Was treibt Hunderttausende von Bundesbürgern außer Landes? Und was könnte sie zu einer Rückkehr bewegen? manager magazin hat Hunderte von Auswanderern befragt. Die Ergebnisse sind hochinteressant - und hochgradig ernüchternd.

Hamburg - Wir haben Deutschland den Rücken gekehrt, um uns besser entfalten zu können. Unsere Erfahrungen im Ausland sind rundweg positiv. Würden wir zurückkehren? Eher nicht. Uns müsste schon ein attraktives Jobangebot aus der Bundesrepublik angetragen werden. So lautet die Quintessenz einer Umfrage, die manager magazin bei ausgewanderten Deutschen durchgeführt hat.

Tschüss, Deutschland: Der Frust über die heimischen Verhältnisse hat eine kulturelle Dimension
[M] DDP; manager-magazin.de
Tschüss, Deutschland: Der Frust über die heimischen Verhältnisse hat eine kulturelle Dimension
Bemerkenswerte Ergebnisse.

Jeweils rund 150.000 Bundesbürger haben 2004 und 2005 Deutschland verlassen - die höchsten Zahlen seit dem späten 19. Jahrhundert (siehe: "Deutschland blutet aus"). Aber bislang war wenig darüber bekannt, warum diese Menschen gehen, wer sie sind, welche Erfahrungen sie im Ausland gemacht haben, unter welchen Bedingungen sie womöglich in ihre Heimat zurückkehren würden.

Es gibt viele Einzelfallberichte und Anekdoten, aber eine belastbare empirische Grundlage fehlte bislang. Nun gewährt die manager-magazin-Umfrage rare Einblicke in die Anatomie einer hierzulande weitgehend ignorierten Massenbewegung - in die Motive und Pläne der neudeutschen Republikflüchtlinge. Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ sind: Die Tendenzen sind durchaus verallgemeinerbar.

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