Neue Jacht Roman Abramowitsch und das Geheimnis der Sonnenfinsternis

Neben dem Fußball liebt Roman Abramowitsch seine Jachten. In Hamburg lässt der russische Milliardär nun ein neues Luxusschiff bauen - es soll die längste Jacht der Welt werden. Im Jahr 2010 könnte die "Eclipse" einen ganz besonderen Auftritt bekommen.

Hamburg - Wer zu viel Geld hat, engagiert sich sozial. Oder sucht sich ein teures Hobby, zum Beispiel einen Fußballklub. Roman Abramowitsch legte sich den FC Chelsea zu und will fortan immer die Nummer eins sein. Doch der Londoner Club steht derzeit nur auf dem zweiten Rang in der englischen Liga, obwohl der Milliardär schon mehr als 400 Millionen Euro in die Mannschaft gesteckt hat.

Zeit für den enttäuschten Abramowitsch, sich wieder verstärkt um sein zweites Hobby zu kümmern: Jachten, immer mit dem Zusatz Mega. Seine drei Luxusschiffe "Pelorus", "Le Grand Bleu" und "Ecstasea" sind zwar luxuriös ausgestattet, doch in der Kategorie Länge bringen es einige andere Jachten auf ein paar Meter mehr. Grund genug für den Russen, nun einen neuen Richtwert in diesem bizarren Milliardärsstreit zu setzen und die Fertigstellung einer neuen Jacht in Auftrag zu geben.

Dieses Schiff wird derzeit geheimnisumwittert im Hamburger Hafen gebaut. Das mit dem Bau beauftragte Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems gibt sich bedeckt, lediglich eine Pressemitteilung aus dem vergangenen Jahr über den "Auftrag einer weiteren Luxusjacht" gibt einen Hinweis. Der Vertragsabschluss unterstreiche die Spitzenposition des Unternehmens im Bereich der faszinierenden Großjachten, heißt es - man würde diesen Auftrag also gern öffentlichkeitswirksam ausschlachten, doch der Vertrag mit Abramowitsch verbietet dies wahrscheinlich.

Im Hamburger Hafen wurde das Geheimnis um den unbekannten Auftraggeber gelüftet: Gut versteckt im Dock 5 am Steinwerder Kai bei Blohm + Voss hat der Bau der neuen Abramowitsch-Jacht bereits begonnen. Und auch der Name des Schiffs ist durchgesickert: In Anlehnung an eine Sonnenfinsternis soll die Jacht "Eclipse" heißen und mit einer Länge von 155 Metern an dem bisherigen Spitzenreiter, der 147 Meter langen "Prince Abdul Aziz" des saudi-arabischen Königs Fahd vorbeiziehen.

Doch es droht Gefahr aus der Wüste: Der Kronprinz von Dubai, Scheich Muhammad bin Raschid al-Maktum, lässt quasi zeitgleich an einer Jacht basteln, die sogar 163 Meter lang sein soll. Für diesen Fall wird Abramowitsch jedoch sicher schon eine Lösung parat haben, wie die fehlenden Meter noch elegant dazu gewonnen werden können.

Was passiert am 11. Juli 2010?

Was passiert am 11. Juli 2010?

Abramowitsch kennt den Schiffsbauer Blohm + Voss gut. Der Hamburger Spezialist für große Jachten hatte im Herbst 2006 des vergangenen Jahres "Le Grand Bleu" zur Reparatur im Dock, der Russe überzeugte sich persönlich von den Fortschritten - vielleicht kann das 1990 gebaute Schiff nach der Überholung noch für gutes Geld verkauft werden?

Flüssige Mittel sind zwar vorhanden - das Vermögen von Abramowitsch wird auf 15 Milliarden Euro geschätzt - doch die "Eclipse" wird teuer: 200 Millionen Euro soll die Jacht mindestens kosten. Damit wird sogar die alte Jacht-Faustregel "Ein Meter, eine Millionen Euro" außer Kraft gesetzt - auch ein Anzeichen für den Luxus, der innerhalb der Jacht verbaut werden wird. Die Zulieferindustrie darf sich also über viele Großaufträge freuen.

So soll auch ein großes Außenschwimmbecken zum neuen Luxus auf der "Eclipse" gehören. Grundausstattung der Abramowitsch-Jachten ist mittlerweile ein eigener Hubschrauberlandeplatz. So ist der Milliardär immer flexibel und kann seine Schiffe als Basis für Ausflüge nutzen. Zuletzt bei der Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 in Deutschland, als er mit der 115 Meter langen Jacht "Pelorus" im Lübecker Hafen residierte und von dort mit seinem Hubschrauber zu den einzelnen Spielen flog.

Im Jahr 2010 findet die nächste Fußball-WM statt - in Südafrika. Abramowitsch wird auch dann wieder seine beiden liebsten Hobbys verbinden wollen. Man liegt wohl nicht falsch, wenn man prophezeit, dass die "Eclipse" für einige Wochen im Jachthafen von Kapstadt festmachen wird.

Am 11. Juli 2010 steigt das große Finale des Fußballspektakels, sicher auch mit Spielern, die bei Abramowitsch unter Vertrag stehen. Hebt der Milliardär dann per Hubschrauber von seiner "Eclipse" Richtung Johannesburg ab, wird das ein ganz besonderer Moment sein: Am Tag des Endspiels erleben nämlich Teile der Südhalbkugel eine seltene totale Sonnenfinsternis - der Coup des Roman Abramowitsch bei der Namenswahl für seine neue Jacht ist perfekt.

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