Volkswagen Bernhard geht

Nach nur zwei Jahren im Amt muss der als Sanierer geholte Wolfgang Bernhard bei Volkswagen seine Zelte abbrechen. Der Markenvorstand wird Europas größtes Automobilunternehmen bereits zum Monatsende verlassen.

Wolfsburg - Wolfgang Bernhard werde das Unternehmen zum 31. Januar "im gegenseitigen Einvernehmen verlassen", teilte Volkswagen  nach der Sitzung des Aufsichtsrates am Donnerstag mit.

Ex-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte Bernhard Anfang 2005 in den Vorstand geholt, nachdem dieser beim Konkurrenten DaimlerChrysler  in Ungnade gefallen war.

Der neue Konzernchef Martin Winterkorn wird in Personalunion nun auch die Leitung des Markenvorstandes Volkswagen übernehmen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Winterkorn sagte, dass Bernhard die Restrukturierung des Unternehmens weiter voran gebracht und damit die Produktivität der Marke erhöht habe.

Seit Bekanntwerden des Wechsels an der Volkswagen-Vorstandsspitze von Pischetsrieder zu Winterkorn zum Jahreswechsel war in den Medien immer wieder über einen Weggang des als Sanierer geltenden Bernhard spekuliert worden. Dieser hatte zuvor durchblicken lassen, das Unternehmen zu verlassen, falls sein Aufgabenbereich im Zuge von strukturellen Veränderungen beschnitten werden sollte.

Keine Angaben über Abfindung

Unter Bernhards Leitung machte die Kernmarke Fortschritte bei Produktivität und Ertragskraft. Medienberichten zufolge soll sich der Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr auf rund 1,6 Milliarden Euro von 400 Millionen Euro verbessert haben. Leitende VW-Angestellte hatten sich deshalb für einen Verbleib Bernhards einsetzt und sich gegen die Umbaupläne des neuen Konzernchefs Winterkorn ausgesprochen.

Der frühere Chef der erfolgreichen Ingolstädter Konzerntochter Audi plant angeblich einen Neuzuschnitt der sieben Automarken des Konzerns, durch die Bernhard an Einfluss verliert. Bernhard soll einen ihm vom Aufsichtsrat angebotenen Posten als Produktionsvorstand abgelehnt haben und mit seinem bis 2010 laufenden Vertrag als Chef der Markengruppe VW argumentiert haben. Über die Höhe einer möglichen Abfindung an ihn machte Volkswagen keine Angaben.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters