Kampf um Dofasco ThyssenKrupp erwartet Vorentscheidung

Der deutsche Stahlkonzern versucht, auf dem Rechtsweg nach Nordamerika zu expandieren. Ob er wie geplant die kanadische Dofasco übernehmen kann, liegt vorerst in den Händen eines niederländischen Gerichts. Die erste Hürde soll in knapp zwei Wochen fallen.

Rotterdam - Im dem seit über einem Jahr andauernden Kampf von ThyssenKrupp  um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco kommt es bald zu einer Vorentscheidung. Ein Gericht in Rotterdam kündigte am Donnerstag für den 23. Januar ein Urteil zu der Klage des Düsseldorfer Konzerns gegen Mittal Steel  an. ThyssenKrupp will damit erreichen, doch noch den Zugriff auf Dofasco zu erhalten.

Weltmarktführer Mittal Steel soll seinen Fusionspartner Arcelor  dazu zwingen, bei einer niederländischen Stiftung die Herausgabe der Dofasco-Anteile durchzusetzen. Arcelor hatte im vergangenen Jahr die Anteile an Dofasco in die Stiftung ausgelagert. Damals stand Arcelor im Abwehrkampf gegen Mittal und wollte dessen Zugriff auf die Anteile verhindern. Mittal hatte jedoch ThyssenKrupp zugesagt, Dofasco bei einer Übernahme für rund 3,8 Milliarden Euro weiterzureichen.

Der Anwalt von ThyssenKrupp warf Mittal vor, nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben, um die Herausgabe der Dofasco-Anteile zu erreichen. "Wir glauben, dass Mittal zu notwendigen Schritten verpflichtet ist, auch rechtlichen falls nötig, um bei der Stiftung die Übertragung der Anteile durchzusetzen", sagte er. Mittal habe sich dazu verpflichtet und müsse nun auch handeln.

Mittal hatte am Mittwoch angekündigt, keine Klage gegen die Stiftung einreichen zu wollen. Diese hatte sich im November der Aufforderung von Arcelor und Mittal zur Selbstauflösung und damit der Freigabe von Dofasco widersetzt. Mittal sei nicht verpflichtet, gegen die Stiftung zu klagen, sagte der Anwalt des Unternehmens. Ein solcher Schritt habe auch kaum Aussichten auf Erfolg. "Wir haben keine Kontrolle über Dofasco. Nur die Stiftung kann entscheiden, was mit dem Konzern geschieht."

Dofasco spielt eine zentrale Rolle in der Nordamerika-Strategie des deutschen Branchenführers. Inzwischen plant ThyssenKrupp parallel den Bau eines Stahlwerks im Süden der USA. Dies soll nach den Worten von Konzernchef Ekkehard Schulz auch dann errichtet werden, wenn es mit Dofasco tatsächlich noch klappt. Die Kanadier besitzen eine Eisenerzmine und verfügen über einen großen Kundenstamm in der Region.

manager-magazin.de mit Material von rtr