Energiepreise Temperaturen hoch, Umsatz niedrig

Der warme Winter belastet die Geschäfte des sechstgrößten deutschen Versorgers MVV Energie. Im laufenden Geschäftsjahr hat der Stadtwerkeverbund 15 bis 20 Prozent weniger Wärme verkauft als im Vorjahr. Und das drückt den Gewinn des Unternehmens.

Mannheim - Die warme Witterung in diesem Winter macht sich im Strom- und Gasabsatz der MVV Energie deutlich bemerkbar. Der Konzern liege seit Beginn des im Oktober gestarteten Geschäftsjahres 2006/07 etwa 15 Prozent bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau, sagte der Vorstandsvorsitzende des Mannheimer Versorgers, Rudolf Schulten.

"Dieser Winter wird seine Spuren hinterlassen." Nach Einschätzung von Schulten ist rund ein Drittel des MVV-Ergebnisses abhängig von der Witterung.

Die Strompreise will das Energieunternehmen dennoch - wie geplant - bis zum Ende des Geschäftsjahres stabil halten. Wie es ab Oktober weitergehe, werde bis zum Sommer klar sein, sagte der Vorstandsvorsitzende. Es sei aber nicht damit zu rechnen, dass es auf Großhandelsebene in diesem Jahr zu einer Fortsetzung der dramatischen Preissteigerungen der vergangenen zwei Jahre komme.

Der Mannheimer Regionalversorger hat heute darüber hinaus sein Interesse an Akquisitionen bekräftigt. "Wir wollen durch den Erwerb weiterer Beteiligungen an Stadtwerken und an Gesellschaften in den Bereichen Umwelt und Energiedienstleistungen unsere Marktposition stärken", sagte Vorstandschef Rudolf Schulten. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren bereits an einer Reihe von Kommunalversorgern beteiligt, unter anderem in Offenbach, Solingen und Kiel "Langfristig können Stadtwerke nur im Verbund Größenvorteile nutzen und Kostensenkungen erzielen", sagte Schulten.

Experten erwarten, dass unter den Regionalversorgern eine Konsolidierungswelle bevorsteht. Die Marktführer Eon und RWE dürfen sich daran aus kartellrechtlichen Gründen nicht beteiligen, da sie bereits über eine starke Marktposition verfügen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters und vwd