Endesa-Übernahme Ein Hindernis weniger

Das oberste Gericht Spaniens hat eine einstweilige Verfügung gegen das Angebot von Gas Natural für Endesa aufgehoben. An dem Erwerb von Endesa ist auch Eon interessiert, der für den Wettbewerber deutlich mehr als Gas Natural bietet.

Madrid - Das oberste spanische Gericht hat ein bedeutendes Hindernis für den Energiekonzern Eon  bei dem Bemühen um eine Übernahme des spanischen Versorgers Endesa  aus dem Weg geräumt.

Die Kammer hob am Mittwoch eine Klage von Endesa gegen ein Konkurrenzangebot von Gas Natural  auf, durch die auch die Eon-Offerte blockiert war. Die Entscheidung sei mit 16 zu 15 Stimmen gefallen, teilte das Gericht am Mittwoch in Madrid mit.

Bevor Eon mit seinem 36,5 Milliarden schweren Angebot fortfahren kann, muss jedoch noch eine Klage von Endesa von einem anderen Gericht aufgehoben werden. Dies könnte in der kommmenden Woche geschehen.

Nach spanischem Recht müssen die Angebote parallel auf den Markt. Dadurch ist das Eon-Angebot solange eingefroren, wie auch die Offerte von Gas Natural blockiert ist. Gas Natural bietet rund 22 Milliarden Euro für Endesa.

"Wir sind zuversichtlich, dass die noch bestehende Verfügung eines Madrider Handelsgerichts kurzfristig aufgehoben wird, damit die Endesa-Aktionäre bald ihre Entscheidung treffen können", sagte Eon-Chef Wulf Bernotat am Mittwoch.

Die Übernahmeschlacht um den größten spanischen Versorger läuft seit 16 Monaten und beschäftigt diverse Gerichte, darunter Kammern in den USA.

Die Aktie von Endesa legte nach der Gerichtsentscheidung um über 3 Prozent zu. Auch die Titel von Eon profitierten von dem Richterspruch.

manager-magazin mit Material von dpa, reuters

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