Gesundheit Pharmahersteller hebeln Spargesetz aus

Rund 500 Millionen Euro sollten die Krankenkassen bei Arzneimitteln einsparen - mit Hilfe des "Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetzes". Doch die Hersteller finden Wege, auf einfache Weise und völlig legal das Gesetz auszuhebeln: Die Zeche zahlt der Versicherte mit höhren Beiträgen.

Düsseldorf - Das im April 2006 beschlossene Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftslichkeitsgesetz (AVWG) sieht unter anderem vor, dass die Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) für jedes patentfreie Arzneimittel einen Rabatt in Höhe von 10 Prozent an die Krankenkassen zahlen müssen. Insgesamt sollte das Gesetz den Kassen Einsparungen bis zu einer halben Milliarde Euro bringen.

Doch die Arzneimittelhersteller haben laut "Handelsblatt" einfache Wege gefunden, das Gesetz zu umgehen: Nach Angaben der Zeitung nutzen sie eine Regelungslücke im Gesetz, um den Zwangsrabatt zu umgehen.

Laut AVWG werden diejenigen Hersteller für volle drei Jahre von dem Zwangsrabatt befreit, die ab Januar 2007 ihre Preise um 10 Prozent senken. Nach Angaben des BKK-Bundesverbands hätten 14 Hersteller, darunter Stadapharm, Sandoz, Hexal, Gruenenthal und Merck-Pharma, ihre Preise für 2777 Produktpackungen erhöht, schreibt das Handelsblatt: Für 2740 Packungen seien die Preise im Januar dann wieder gesenkt worden, so dass bereits ein großer Teil der ursprünglich rabattpflichtigen Packungen vom Zwangsrabatt wieder befreit sind. Sollten weitere Hersteller in den kommenden Monaten diesem Beispiel folgen, würde der erwartete Spareffekt des AVWG verpuffen.

Auf die Versicherten, die bereits im Januar kräftige Beitragserhöhungen verkraften mussten, kämen in diesem Fall weitere Belastungen zu. Auf Sicht von drei Jahren fehlten den Krankenkassen dann 1,5 Milliarden Euro.

manager-magazin.de

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