Siemens-Affäre Cromme wusste von nichts

Siemens hat einen Bericht zurückgewiesen, demzufolge Gerhard Cromme im vergangenen Jahr Hinweisen über verdächtige Konten in der Schweiz nicht nachgegangen sein soll. Cromme ist seit anderthalb Jahren Vorsitzender des Siemens-Prüfungsausschusses, der für die Richtigkeit der Bilanz geradesteht.

Frankfurt am Main - Die Behauptungen seien falsch und die Anschuldigungen gegen Gerhard Cromme nicht haltbar, erklärte Siemens  in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sei seinen Pflichten nachgekommen.

Cromme soll einem Magazinbericht zufolge vor einem Jahr erhaltenen Hinweisen über Schwarzgeldkonten in der Schweiz zunächst nicht nachgegangen sein. Erst jetzt habe er eine aktive Rolle bei der Aufklärung übernommen, berichtete die "Wirtschaftswoche". Cromme ist seit anderthalb Jahren Vorsitzender des Prüfungsausschusses, der für die Richtigkeit der Bilanz geradesteht. Er hat laut Magazin im vergangenen Jahr allein für seine Aufsichtstätigkeit bei Siemens für sechs Sitzungen 169.000 Euro erhalten.

Die Gremien des Unternehmens, so auch der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, seien erstmals im Rahmen ihrer Sitzung im Januar 2006 über Ermittlungen der schweizerischen Behörden im Zusammenhang mit verdächtigen Geldbewegungen auf Konten in Genf informiert, führte dagegen Siemens aus. Zu dieser Zeit habe das Unternehmen noch keine Einsicht in die Ermittlungsakten gehabt, sondern lediglich erste Informationen über beschlagnahmte Konten eines Treuhänders bei einer Bank in der Schweiz.

Der Prüfungsausschuss sei in der Sitzung gleichzeitig über beauftragte interne Untersuchungen durch die verantwortlichen Siemens-Fachstellen informiert worden. Damit sollten die Verdachtsmomente aufgrund der oben genannten Informationen im eigenen Unternehmen überprüft werden. Insgesamt seien fünf interne Untersuchungsaufträge erteilt worden.

Außerdem wurde dem Prüfungsausschuss und seinem Vorsitzenden nach Darstellung von Siemens berichtet, dass eine schweizerische Ermittlungseinheit der KPMG einen selbstständigen, unabhängigen Bericht aus Anlass der Beschlagnahmung treuhänderischer Konten in der Schweiz erstellt hat. Das Gremium und Cromme konnten laut Siemens daher davon ausgehen, dass durch den Abschlussprüfer die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet würden. Cromme ist auch Vorsitzender des Aufsichtsrats bei ThyssenKrupp .

manager-magazin.de mit Material von ddp

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