Gasmarkt Preise sollen sinken

Deutsche Gaskunden können 2007 auf günstigere Tarife hoffen. Die freie Wahl des Gasanbieters werde noch in diesem Jahr in ganz Deutschland möglich sein, sagte Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth. Das werde die Preise weiter unter Druck setzen.

Berlin - Private Gaskunden in ganz Deutschland können nach Angaben der Bundesnetzagentur noch 2007 den Gasanbieter frei wählen und damit möglicherweise Geld sparen. Das kündigte der Präsident der Bundesoberbehörde, Matthias Kurth, in der "Welt am Sonntag" an.

Bisher können Privatkunden nur in Berlin, Hamburg und einigen kleinen Regionen ihren Gaslieferanten wechseln. Der Wettbewerb werde aber bald zunehmen. Sein Haus sei bereits dabei, "die Voraussetzungen für eine diskriminierungsfreie Nutzung der Gasnetze zu schaffen", ergänzte Kurth.

"Wir sollten im Jahr 2007 deutlich über die ersten alternativen Gasangebote für Privatkunden hinauskommen und flächendeckenden Wettbewerb im deutschen Gasmarkt schaffen", erklärte der Behördenchef und fügte hinzu: "Dann werden sich nicht kostenbasierte Unterschiede bei den Gaspreisen angleichen." Ein Anbieter mit regional bedingt hohen Kosten beispielsweise wegen ungünstiger Topografie für Gasleitungen werde allerdings trotzdem keinen deutlich niedrigeren Preis anbieten können.

"Die Branche hat begriffen, dass sie große Imageschäden riskiert", sagte der Leiter des Energiebereichs des Informationsdienstes Verivox, Peter Reese, dem Magazin "Focus". Viele Unternehmen würden daher "2007 Tarife für Privat- und Gewerbekunden auch außerhalb ihres eigenen Netzes anbieten", sagte Reese.

Das Bundeskartellamt hatte in der vergangenen Woche einen bundesweiten Gaspreisvergleich im Internet veröffentlicht, in dem zum Stichtag Mitte November drastische Preisdifferenzen von bis zu 60 Prozent festgestellt wurden. So sind die Preise in Süddeutschland, vor allem in Bayern, tendenziell höher. Die Veröffentlichung hatte zu scharfen Protesten von Verbraucherschützern und Politikern an der Preispolitik der Energieversorger geführt.

Der Bund der Energieverbraucher ermutigte die Verbraucher unterdessen, ihre Gasrechnungen nicht komplett zu bezahlen. Die riesigen Preisdifferenzen bewiesen, dass die Anbieter den fehlenden Wettbewerb zu überhöhten Preissteigerungen missbraucht hätten. Rund 500.000 Kunden haben nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher bei ihren Strom- und Gasrechnungen bereits Abschläge vorgenommen.

Solange der Versorger seine Preiskalkulation nicht offen lege, habe er keine Chance, den gekürzten Betrag vor Gericht einzuklagen. Kartellamtschef Ulf Böge verlangte unterdessen Aufklärung über die enormen Differenzen beim Gaspreis in Deutschland.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und vwd

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