Irak Hinrichtung von Saddams Getreuen verschoben

Die irakische Regierung hat den Termin für die Hinrichtung von zwei Gefolgsleuten Saddam Husseins verschoben. Nach weltweiten Protesten gegen die Exekution des Despoten fordert der neue Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon, auf die Todesstrafe zu verzichten.

New York - Der neue Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon unterstützte die Forderung von Uno-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour, Saddams Halbbruder Barsan al-Tikriti und den ehemaligen Richter Awad al-Bandar nicht hinzurichten.

"Der Generalsekretär glaubt fest an Artikel 3 der Deklaration der Menschenrechte, wonach jeder Mensch das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit hat", sagte eine Sprecherin Bans. Deshalb unterstütze er die Forderungen Arbours, die Hinrichtungen nicht auszuführen. Die beiden Männer sollen demnächst hingerichtet werden. Arbour hatte zuvor erklärt, dass sie wie schon bei Saddam Hussein Bedenken hinsichtlich der Fairness und Unparteilichkeit des Verfahrens habe und forderte, die Hinrichtungen der beiden Mitangeklagten nicht auszuführen.

Die Sprecherin stellte auch die Haltung Bans zur Todesstrafe insgesamt klar. "Seine Haltung ist, dass darauf gedrungen werden muss, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen. Doch dies ist ein langsamer Prozess." Bis dahin respektiere Ban, dass die Uno-Mitgliedsstaaten jeweils eigene Positionen zur Todestrafe haben.

Vereinte Nationen bleiben bei ihrer Linie

Nach der Hinrichtung Saddams hatte Ban auf eine ausdrückliche Verurteilung der Hinrichtung verzichtet und damit Spekulationen über eine mögliche Abkehr von der bisherigen Linie der Vereinten Nationen ausgelöst.

Der schiitische Abgeordnete Baha al-Aradschi, ein Vertrauter von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, sagte, die Hinrichtung der beiden Gefolgsleute Saddams werde auf Sonntag verschoben.

Ein weiterer Mitarbeiter Malikis, der nicht namentlich genannt werden sollte, führte die Verschiebung auf "internationalen Druck" zurück. Er wollte sich nicht festlegen, an welchem Tag die Hinrichtungen nun stattfinden könnten. Ursprünglich waren die Hinrichtungen für heute angekündigt worden.

manager magazin.de mit Material von reuters/ap

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