Mittwoch, 23. Oktober 2019

Maritime Konferenz Zu Gast bei Siegern

2. Teil: Proteste von Umweltschützern

Proteste von Umweltschützern

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) blieb der Maritimen Konferenz kurzfristig fern, allerdings stellte sich mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU) seine neue maritime Koordinatorin der Fachwelt vor. "Wir müssen Deutschland zu einem maritimen Hightech-Standort ausbauen", forderte Wöhrl und beruhigte die mit einem Augenzwinkern angesprochene Sorge des Hamburger Bürgermeisters wegen ihrer Herkunft: "Sie müssen keine Angst haben, dass ich aus Bayern komme, Herr von Beust".

Bekenntnis zur Tonnagesteuer: Kanzlerin Merkel
Ernste Kritik übte von Beust dann aber an der langen Umsetzung von Projekten wie der Weser- beziehungsweise Elbvertiefung, damit auch die großen Containerschiffe weiter Bremerhaven oder Hamburg erreichen können. "Es dauert zu lange, um so etwas durchsetzen zu können", sagte er. Im Falle der Elbvertiefung werde das Genehmigungsverfahren knapp acht Jahre gedauert haben, bis die Arbeiten beginnen können.

Gegen diese Maßnahmen protestierten allerdings Umweltschutzorganisationen wie BUND und WWF - allerdings vor dem CCH und von vielen Kongressteilnehmern weitgehend ignoriert. Die weitere Vertiefung von Weser und Elbe sei ökologisch nicht verantwortbar, argumentierten die Umweltschützer. Hamburg und Bremerhaven seien auch ohne Anpassung an die größten Containerschiffe wirtschaftlich.

Zudem koste der Neubau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven, der weitere Ausbau der Häfen Hamburg und Bremerhaven sowie die Vertiefung von Elbe und Weser den Steuerzahler mehr als drei Milliarden Euro. Ihre Kritik richtete sich an die Kanzlerin, die ansonsten strahlend durch den Tag in ihrer Geburtsstadt Hamburg ging: "Frau Merkel: Stoppen Sie den Hafenwahn!", hieß es auf dem Plakat der Protestler.

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