Übernahme MAN plant Angebot für Scania

Der Münchener Lkw-Hersteller MAN will einem Zeitungsbericht zufolge noch in dieser Woche ein Übernahmeangebot für den schwedischen Konkurrenten Scania vorlegen. Doch über den Erfolg des Angebots werden VW und der Wallenberg-Clan entscheiden.

München/Stockholm - Ein MAN-Sprecher bestätigte gegenüber dem "Handelsblatt", dass ein Übernahmeangebot auf dem Weg sei. Es soll "Mitte November" veröffentlicht werden. Das Angebot sieht die Übernahme von 90 Prozent der Aktien und der Stimmrechte von Scania zum Preis von 475 Kronen pro Aktie vor.

Die Münchener, die bereits 14,5 Prozent von Scania hielten, seien auf die Unterstützung der Großaktionäre Volkswagen (34 Prozent Anteil) und den Wallenberg-Clan angewiesen, der über seine Stiftungen und die familieneigene Holding Investor zusammen 30,6 Prozent hält.

MAN wolle das Übernahmeangebot insgesamt drei Wochen laufen lassen.

Investor mit Sperrminorität

Investor habe durch die leichte Aufstockung seines Scania-Anteils in der vergangenen Woche eine Sperrminorität an dem LKW-Bauer erlangt, mit der sie eine Fusion verhindern könne, schreibt das Blatt.

Zusammen mit mehreren Familienstiftungen besitze die Holding jetzt 33,67 Prozent der stimmgewichtigen A-Aktien. Nach schwedischem Aktienrecht kann ein Minderheitsaktionär, der mehr als ein Drittel der A-Aktien hält, einen Zusammenschluss blockieren.

Koordiniertes Handeln von Holding und Stiftung?

Ein Investor-Sprecher habe betont, dass Holding und Stiftungen "nicht gemeinsam agieren", berichtet das "Handelsblatt". Die Dynastie wolle unter allen Umständen den Eindruck vermeiden, man koordiniere das Handeln. Denn da Investor und Stiftungen zusammen mehr als 30 Prozent der Scania-Stimmrechte hielten, fielen sie unter die Regel der Übernahmepflicht: Nach schwedischem Recht muss ein Aktionär, der mehr als 30 Prozent der Stimmrechte erreicht, allen übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten.

Die schwedische Finanzaufsicht hege zwar derzeit keinen Verdacht, dass Holding und Stiftungen gemeinsame Sache machen. Die Spekulationen in Presse und Fernsehen hätten aber zur Einleitung einer Untersuchung geführt, sagte Jan Fritsch von der Finanzaufsicht dem "Handelsblatt". Diese sollten aber bis Mitte dieser Woche abgeschlossen sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa/vwd