Deutsche Telekom Die Beamten und die Milliardenpensionen

Der neue Konzernchef René Obermann steht vor einem Berg an Aufgaben. Vor allem ein strukturelles Problem scheint dabei kaum zu bewältigen: Die Deutsche Telekom beschäftigt noch immer Zehntausende Beamte.

Bonn – Als die Deutsche Telekom  privatisiert wurde, waren mehr als 200.000 Mitarbeiter in dem Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost tätig, darunter 110.000 Beamte. Damit besaß die Telekom trotz des Börsengangs nicht die Struktur eines privat geführten Konzerns.

Doch auch zehn Jahre später beschäftigt der Konzern noch immer Zehntausende Mitarbeiter mit Beamtenstatus. Und der Vorstand muss bei seinen Entscheidungen sowohl die Interessen der Aktionäre, des Bundes und der Arbeitnehmerseite berücksichtigen. So wurde der Arbeitsplatzabbau bisher stets im Konsens mit den Arbeitnehmern betrieben: Es gab Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten. Hinzu kommt die Auffanggesellschaft Vivento für ehemalige Telekom-Mitarbeiter.

Doch allein im Festnetzgeschäft arbeiten weiterhin etwa 40.000 Beamte, zudem kommen viele Angestellte, die größtenteils schon sehr lange bei der Telekom beschäftigt sind. Da dem Konzern in diesem Bereich die Kunden besonders stark weglaufen, müsste auch entsprechend viel Personal abgebaut werden.

Doch den Beamten darf nicht gekündigt werden - die Telekom muss für einen weiteren Stellenabbau tief in die Kasse greifen. Ruhestand mit 55 Jahren und dann 70 Prozent des letzten Bruttogehaltes lautet das Angebot an die Beamten. Und Ende Oktober teilte Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke noch mit, dass die Telekom etwa 45.000 Mitarbeiter der Festnetzsparte in eine neue Einheit namens T-Service ausgliedern will.

Teuer wird der Fall Telekom auch für den Staat. Als Großaktionär kommen auf den Bund und damit den Steuerzahler in den nächsten Jahrzehnten Pensionszahlungen in Milliardenhöhe zu.

Der Druck zum Personlabbau wächst unterdessen bei der Telekom weiter, besonders seit dem Einstieg von Blackstone. Der amerikanische Finanzinvestor drängt auf massive Umstrukturierungen, die starke Dienstleistungsgwerkschaft Verdi hält dagegen. Keine einfache Aufgabe für René Obermann.

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