US-Wahlen Bush zittert, Dollar schwächelt

Vor den US-Kongresswahlen am heutigen Dienstag hat der Dollar leicht nachgegeben. Die oppositionellen Demokraten haben gute Chancen, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erobern. US-Präsident George W. Bush könnte sogar die Rückendeckung in beiden Häusern verlieren.

Washington - Bei der Kongresswahl heute in den USA sind alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 33 der 100 Senatoren zu bestimmen. In 36 der 50 Einzelstaaten finden außerdem Gouverneurswahlen statt.

Obwohl Präsident George W. Bush bei der Abstimmung nicht zur Disposition steht, gilt die sogenannte Zwischenwahl als Stimmungsbarometer für dessen Politik. Umfragen zufolge haben die oppositionellen Demokraten gute Chancen, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erobern. Auch im Senat müssen die Republikaner um ihre Vorherrschaft bangen. Erobern die Demokraten die Mehrheit in beiden Häusern, muss Präsident Bush für seine beiden letzten Amtsjahre mit starkem Gegenwind rechnen.

Euro steigt gegen den Dollar

Der Euro stieg unterdessen auf 1,2740 Dollar von 1,2725 Dollar im späten US-Handel. Zum Yen verlor der Dollar auf 118,03 Yen nach 118,30 Yen in New York. Marktbeobachter verwiesen einerseits auf die Kongresswahlen und andererseits auf Äußerungen von Vertretern der US-Notenbank Fed: Die Präsidenten der Fed in San Francisco, Janet Yellen, sagte, möglicherweise seien einige Länder mit hohen Rücklagen weniger an Dollar-Anlagen interessiert.

Erste Hochrechnungen am Mittwoch um 1 Uhr

Wahlberechtigt sind rund 200 Millionen Amerikaner. Die ersten Wahllokale öffnen an der Ostküste um 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ) und schließen um 18 Uhr (24 Uhr MEZ). An der Westküste schließen die letzten Wahllokale erst am Mittwoch um 6 Uhr MEZ. Mit ersten Hochrechnungen wird am Mittwoch gegen 1 Uhr MEZ gerechnet.

Im Wahlkampf-Endspurt in den USA konzentrierten sich Demokraten und Republikaner darauf, ihre Anhänger auch zur tatsächlichen Stimmabgabe zu mobilisieren. Bei Wahlen, bei denen nicht auch der Präsident gewählt wird, geben in den USA oft nur 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Gouverneurskandidat meidet Bush

Irritiert zeigte sich das Weiße Haus vom republikanischen Gouverneurskandidaten Charlie Crist in Florida. Er mied einen Auftritt mit dem Präsidenten in Pensacola und warb stattdessen an einem anderen Ort um Wähler. Crist will Nachfolger von Präsidentenbruder Jeb Bush werden, der nach zwei Amtsperioden als Gouverneur in Folge nicht mehr antreten kann.

Ex-Präsident Bill Clinton von den Demokraten warb gestern im Staat New York für Kongresskandidaten seiner Partei. In dem Staat stellt sich auch seine Frau Hillary Rodham Clinton als Senatorin zur Wiederwahl. Die einstige First Lady, die als mögliche Präsidentschaftsbewerberin bei der Wahl in zwei Jahren gilt, dürfte den erneuten Einzug in den Senat klar schaffen.