Donnerstag, 22. August 2019

Mannesmann, 1. Prozesstag Störende Geräusche und "geordnete Verhältnisse"

3. Teil: "Geordnete Einkommensverhältnisse"

10.05 Uhr: Die sechs Angeklagten machen weitere Angaben zu ihren Lebensläufen. Ackermanns Verteidiger Kempf sagt, dass sein Mandant seine Einlassungen zum Fall "nicht vor dem 2. November" machen werde. Die Frage des Richters, ob das auch für den Lebenslauf gelte, beantwortet Kempf mit "nein, diese Angaben stehen jetzt schon fest". Das im Saal ausbrechende Gelächter lässt auch den Richter schmunzeln.

Ex-Mannesmann-Aufsichtsratschef Funk: "Verhältnisse sind geordnet"
Gesondert fragt Drees die Angeklagten nach ihren aktuellen Einkommensverhältnissen. Funk sagt, seine Einkommensverhältnisse seien "geordnet", Zwickel sagt, dass er "Rente beziehe", und Ladberg beschreibt sich als tariflich Angestellter bei Mannesmann Tube.

Esser, der zuvor unter anderem davon erzählt hat, dass seine Kinder "unser Stolz und unsere Freude" sind, will sich zu seinen Einkommensverhältnissen erst später äußern, wenn es denn erforderlich sei.

10.15 Uhr: Als einziger beziffert Ackermann sein aktuelles Einkommen mit einer genauen Zahl. Bei der Deutschen Bank habe er im vergangenen Jahr 11,9 Millionen Euro verdient. Zusammen mit seinen Erträgen aus Aktienbeständen käme er brutto auf "15 bis 20 Millionen Euro". Verteidiger Kempf merkt an, dass eine Nettoangabe sehr kompliziert sei. Zur Verifizierung des Berufseinkommens seines Klienten überreicht er dem Richter einen aktuellen Geschäftsbericht der Deutschen Bank.

10.30 Uhr: Als erster der Angeklagten weist Funk in einer persönlichen Stellungnahme die ihm zur Last gelegten Vorwürfe zurück. "Zu keinem Zeitpunkt habe ich den Straftatbestand der Untreue gesehen, erkannt oder erlebt, weder objektiv noch subjektiv", versichert Funk. Bei der Festsetzung der Abfindung und der Abstimmung darüber im Präsidium sei ein "zu diesem Zwecke in Auftrag gegebenes Gutachten beachtet worden."

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