Montag, 18. November 2019

Superreiche Deutsche fordern mehr Patriotismus

Michael Schumacher, Boris Becker sowie der jüngst verstorbene Friedrich Karl Flick sind ins Ausland gezogen, um Steuern zu sparen. Zwei von drei Deutschen halten solch eine Haltung für "verwerflich", ergab eine Umfrage im Auftrag des manager magazins. Wer viel Geld habe, solle sich auch solidarisch zeigen.

Hamburg - Die Bundesbürger fordern von den Superreichen des Landes mehr Patriotismus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts TNS Emnid für das manager magazin spezial "Die 300 reichsten Deutschen", das seit Dienstag (10. Oktober) im Handel erhältlich ist.

Mein Haus, mein Auto, meine Trauminsel: Superreiche denken nach Ansicht vieler Bundesbürger vor allem an sich selbst
Mein Haus, mein Auto, meine Trauminsel: Superreiche denken nach Ansicht vieler Bundesbürger vor allem an sich selbst
So sind 73 Prozent der Befragten der Meinung, die sehr Wohlhabenden sollten "verstärkt öffentlichem Druck ausgesetzt werden, mehr Geld hierzulande zu investieren oder zu spenden".

68 Prozent der Bundesbürger halten es für "verwerflich", wenn Reiche ins Ausland ziehen, um Steuern zu sparen, und fordern: "Gerade wer viel Geld hat, sollte sich dieser Gesellschaft gegenüber solidarisch verhalten." 80 Prozent fordern sogar die Einführung einer Vermögensteuer auf große Vermögen.

Der Umfrage zufolge sehen die Bundesbürger die Superreichen ausgesprochen kritisch. 66 Prozent sind der Meinung, dass "die sehr Wohlhabenden vor allem an sich selbst denken". 27 Prozent glauben, es "ginge Deutschland besser", wenn es weniger Reiche gäbe.

Dass die sehr Wohlhabenden der Gesellschaft insgesamt von Nutzen sind, und dass die Bundesrepublik sie deshalb umwerben solle, finden nur Minderheiten. Lediglich 36 Prozent meinen, die Reichen sollten öffentlich als Vorbilder dargestellt werden, "denen man nacheifern kann". Und 30 Prozent der Befragten sind der Meinung, Deutschland sollte "attraktiver für sehr Wohlhabende werden, indem man sie zum Beispiel mit niedrigen Steuern anlockt".

Für die Umfrage wurden im Sommer 2006 rund 1000 Bundesbürger befragt.

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