EADS "Airbus-Standort Hamburg nicht gefährdet"

Inmitten der Airbus-Krise bemühen sich der Mutterkonzern EADS sowie die Bundesregierung, die Wogen zu glätten. Der Airbus-Standort Hamburg sei nicht gefährdet, versicherten Airbus-Co-Chef Thomas Enders und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Die Probleme bei Airbus seien "hausgemacht".

Berlin - "Ich meine, dass auch keine Airbus-Standorte, vor allem nicht der große Standort Hamburg gefährdet ist", sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos am Donnerstag nach einem Treffen mit EADS-Co-Chef Thomas Enders und Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) in Berlin. Enders habe versichert, es gebe keine übereilten Entscheidungen zu Standortfragen.

Die Lösungen der Probleme sollten Airbus als führenden Produzenten von Zivilflugzeugen sichern und Arbeitsplätze erhalten. Enders selbst erklärte: "Ich möchte mich sehr deutlich zu Hamburg bekennen." Die Hansestadt sei nach Toulouse der zweitwichtigste Airbus-Standort.

Enders versicherte, dass die Zusagen an den Airbus-Standort Deutschland eingehalten werden. Er räumte ein, dass die Krise bei Airbus auf "hausgemachte" Fehler des früheren Managements zurückgehe. Diese könnten nicht in den nächsten 14 Tagen gelöst werden.

Enders machte deutlich, dass es weniger um die Streichung von Arbeitsplätzen als um die Senkung von Overhead-Kosten gehe. Entscheidungen über einen etwaigen Arbeitsplatzabbau würden aber erst in den kommenden Wochen fallen. Weitere Details zu den anstehenden Restrukturierungen machte der EADS-Manager nicht.

"Langfristige Perspektive für Deutschland und Hamburg"

Nach Darstellung von Hamburgs Bürgermeister von Beust handelte es sich um ein gutes und wichtiges Gespräch für den Standort Hamburg und die dortigen Arbeitsplätze. Er habe keinen Zweifel, dass die bisherige Zusammenarbeit mit dem neuen Airbus-Management auf der Basis der bisherigen Verträge fortgesetzt werden könne. Auch die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Toulouse werde fortgesetzt. Man brauche eine langfristige Perspektive für den Standort Deutschland und Hamburg.

Nach Medienberichten gab es im Konzern Überlegungen, die Produktion des Superjumbos A380 aus Hamburg abzuziehen. EADS hat bereits wegen der Verzögerungen bei der Produktion des A380 ein Sparprogramm angekündigt. Dafür sollten die Kosten bei Material, Qualitätssicherung und Verwaltung um 30 Prozent gesenkt werden.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS hatte am Dienstag eine weitere Lieferverzögerung beim A380 um durchschnittlich ein Jahr angekündigt. Aus diesem Grund werde der Gewinn bis 2010 im Vergleich zu den Planungen vor Bekanntwerden der Probleme um 4,8 Milliarden Euro belastet.

manager-magazin.de mit reuters/dpa/vwd

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