Sonntag, 21. April 2019

Sanierungsplan Gefahr für Hamburger Airbus-Werk

2. Teil: Sorgen bei Zulieferern

Zulieferer zunehmend in Gefahr

Vor dem Wochenende war deshalb unklar geblieben, ob ein neuer Zeitplan für die A380-Auslieferung beschlossen wurde. "Les Echos" zufolge werden wegen der anhaltenden Produktionsschwierigkeiten im nächsten Jahr nur vier statt der zuletzt geplanten neun Flugzeuge ausgeliefert.

Die Fluggesellschaften erwarten dringend Aufschluss, ab wann sie mit dem A380 rechnen können, um über ihre Einsatzpläne und mögliche Alternativen entscheiden zu können. Fluggesellschaften wie Virgin Atlantic und Air France sollen erwägen, auf Boeing-Modelle auszuweichen.

Die bisher schon bekannten Verzögerungen von einem Jahr kosten EADS bereits zwei Milliarden Euro binnen vier Jahren. Im Juli hatten die Fertigungsprobleme zur Ablösung des EADS-Co-Chefs Noël Forgeard und des Airbus-Chefs Gustav Humbert geführt.

Die Verschiebung der Auslieferung des Airbus A380 bringt auch zunehmend Zulieferer des Herstellers Airbus in Gefahr. Massive Probleme hätten vor allem Zulieferer, die Risikopartnerschaften eingegangen sind und einen Teil der Entwicklungskosten und die Fertigung von Komponenten vorfinanziert haben, berichtet die "Wirtschaftswoche". Der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt sagte dem Magazin: "Die Verzögerung bringt viele Zulieferer in Existenznot."

Besonders die Zulieferer, die die Entwicklung vorfinanziert hätten, stünden unter Druck. Sie müssten ihre Beschäftigten, Lieferanten und Kreditgeber bezahlen, erhielten aber ihr Geld später als geplant, da Airbus in der Regel erst beim Einbau der Komponenten zahle. Beim bevorstehenden Sparprogramm dürfte Airbus noch weitere Zugeständnisse fordern, sagte der Chef eines Zulieferers.

Die Bundesregierung widersprach unterdessen einem Bericht des SPIEGEL, sie prüfe einen staatlichen Einstieg bei EADS. "Nach Ansicht der Bundesregierung sollten bei der Kapitalbeteiligung auch künftig wie bisher private Anteilseigener die führende Rolle spielen", sagte ein Regierungssprecher dem "Handelsblatt".

Für Spekulationen über den Kauf von EADS- Anteilen durch staatliche Stellen gebe es keine Grundlage. Ziel der Bundesregierung sei es, die bestehenden Eigentumsverhältnisse mit einer deutsch-französischen Führung mittel- und langfristig zu erhalten. Sie habe sich bewährt.

manager magazin.de mit vwd und reuters

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