Freitag, 13. Dezember 2019

Politiker-Blog, Teil 3 "Wer nur Bananen füttert, darf sich nicht wundern, wenn er nur Affen um sich hat"

Sind unsere Politiker Wirtschaftsbanausen? manager-magazin.de möchte von seinen Lesern wissen, ob es wirklich mangelnde Fachkenntnis ist, die eine bessere Wirtschaftspolitik in Deutschland verhindert, oder warum sonst große Reformwürfe hier zu Lande einfach nicht gelingen wollen. Teil 3 der Leserzuschriften.

Benutzername: st

Beitrag: Gott sei Dank sind unsere Politiker nicht so wie unsere Wirtschaftsführer.

Sonst hätten Sie sich in der laufenden Legislaturperiode ihre Einkommen um 30 Millionen Euro erhöht (von derzeit wenigen hunderttausend), hätten den Bundestag auf die Kanalinseln, Nordirland oder nach Lichtenstein verlegt, und hätten die Belegschaft verringert (weg ist die Staatsbürgerschaft für Rentner, Kinder und Arbeitslose - wer braucht schon unproduktive Mitbürger). Eine Gesellschaft funktioniert nicht unbedingt so wie ein Wirtschaftsunternehmen, und deswegen werden Unternehmer auch so wenig in den Bundestag gewählt - die will einfach keiner da haben!


Benutzername: Elmex

Beitrag: Wirklich gute Manager (viele fallen mir leider aber auch nicht mehr ein - danke an dieser Stelle an die Herren Ackermann und Kleinfeld für die erzeugte generelle negative Grundeinstellung) würden für die nette Aufwandsentschädigung eines Politikers nicht einmal aufstehen.

Motivierte, gebildete und mit Wirtschaftssachverstand ausgestattete junge Menschen versuchen i.d.R. eher ein gutverdienender Manager zu werden, als ein Politiker. Warum?

Ganz einfach: Beamte können sich zudem im Gegensatz zu Mitarbeitern in der freien Wirtschaft mal freistellen lassen - ohne wesentliche Einschnitte in ihrem späteren Leben fürchten zu müssen. Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger können sich wohl kaum verschlechtern. Da ist es doch naheliegend, dass der frustrierte Hauptschullehrer für die SPD und die arbeitslose Ungelernte für die PDS (nach jahrelanger Teilnahme an den verschiedenen zeitintensiven (ggf. nutzlosen und ideologische geprägten) Parteisitzungen/-veranstaltungen) kandidiert, während die wirkliche Elite unseres Landes die verbleibende knappe Freizeit lieber nutzt, um mit Steuerberatungsterminen oder dem Studieren von Immigrationsvorschriften konkurrierender Volkswirtschaften einen niedrigeren Steuersatz für sich -und damit gute Rahmenbedingungen für sich und ihre Kinder für die Zukunft - zu erzielen. Entscheidet man sich für Deutschland, kann man ja ab und an mal bei den Gleichgesinnten beim FDP-Stammtisch vorbeischauen. Man will ja Elite bleiben.


Benutzername: Jochem Kisselmann

Beitrag: Man muss wohl zugeben, dass man von der aktuellen Regierung mehr erwartete, als bislang gezeigt wurde. Aber man darf doch keinesfalls die Augen davor verschließen, dass seit Regierungsbeginn der jetzigen CDU-geführten Regierung ein seit Beginn der rot- grünen Koalition NIE mehr gekannte Fortschritte erzielt wurden:

  • Die Arbeitslosenzahlen gingen zurück,
  • die Neuverschuldung ebenfalls,
  • die Wirtschaftszahlen sind positiv,
  • die Anzahl der Insolvenzen ging zurück,
  • die EU- Währungskriterien wurden erfüllt,
  • der Optimismus der ganzen Bevölkerung ist unvergleichlich!

Darf man denn solche positiven Entwicklungen unerwähnt lassen? Seien wir doch unendlich froh, dass das rot- grüne Schreckgespenst endlich der Vergangenheit angehört.


Benutzername: hannoK

Beitrag: ich habe mich über Ihren Artikel gefreut. Ja, ich habe mich mit einem kompletten Wirtschaftsprogramm während der Konferenz zur sozialen Marktwirtschaft bei Herrn Müntefering beworben. Leider habe ich die Antwort bekommen, dass ich überqualifiziert bin.

Man würde ja mit vielen mittelmäßigen Fachleuten schon recht lange erfolglos and dem Problem rumgnideln und das wäre auch gut so. Unser Land ist in manchen Führungsspitzen sehr, sehr, sehr krank. Ich habe alle zuständigen Organe und Institute nach meinem aufgestellten Wirtschafts- Handlungsplan untersucht. Diese Organe und Institute könnten die deutsche Wirtschaft mit fachlichen Wissens-Beiträgen "langfristig" wider auf Vordermann bringen. Alleine kann das kaum einer schaffen. Der Befund ist schockierend. Alle Reden, aber niemandem fällt auf, dass es überhaupt keine Grundlagen-Arbeit mehr gibt, gemäß dem Motto, haben Sie mal eine schön einfache Doktor-Arbeit für mich. Maßgebliche Organisationen und Institute sind scheintot, würden aber dringend mit Ihrer Fachkompetenz gebraucht. Leider reicht es auch nicht aus, mal eben schnell einen Professor in der Öffentlichkeit zu verbrennen. Glücklicherweise haben wenigstens einige Ökonomen erkannt, dass etwas passieren muss und den postautistischen Kreis der Ökonomen gegründet.

Leider wird versucht mit den Antworten von gestern immer wieder alte Paradigmen aufzuwärmen, die schon lange ungültig sind, was auch in vielen Bereichen inzwischen wissenschaftlich bewiesen ist.

Handeln nicht Meckern.

Ich stehe Ihnen für Detailfragen zur Verfügung. Vielleicht findet sich ja ein einsamer Investor, der die Gründung meines Wirtschaftsinstitutes fördern würde. Ich glaube, das die Herrschaften aus Berlin einfach überfordert sind, denn einen verschlafenen Fachbereich können die doch auch nicht zum Leben erwecken, oder ? Hätten die verplemperten 5 Milliarden Sachschaden aus dem Projekt Toll Collect, welches ich untersucht habe, diese vermocht ?


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