Metro "Ein wesentlicher Teil meines Vermögens"

Erstmals hat sich ein Mitglied der Familie Schmidt-Ruthenbeck, Großaktionär beim Handelskonzern Metro, zu dem Streit über den möglichen Aktienverkauf geäußert. Unklar seien laut einer Stellungnahme, die manager-magazin.de vorliegt, die Modalitäten der Zuwendungen an eine von der Familie gegründete gemeinnützige Stiftung.

Hamburg - Der Familienstreit bei den Schmidt-Ruthenbecks, einem der drei Großaktionärsstämme des Handelskonzerns Metro , hat sich - zumindest teilweise - "an unterschiedlichen Auffassungen über Zuwendungen an eine gemeinnützige Stiftung" entzündet.

Das hat Reiner Schmidt, der Bruder von Michael Schmidt-Ruthenbeck, in einer Stellungnahme bestätigt, die er manager-magazin.de über seinen Anwalt zukommen ließ. Gemeint ist offenbar die von der Familie gegründete gemeinnützige Mercator-Stiftung, der die Brüder wesentliche Teile ihres Vermögens übertragen wollen.

Damit hat sich zum ersten Mal einer der Brüder gegenüber einem Medium zu Interna der Familienholding, der Gebr. Schmidt Verwaltungsgesellschaft mbH, geäußert. manager-magazin.de berichtete am vergangenen Freitagexklusiv über den Fall.

Die GmbH-Gesellschafter, Michael Schmidt-Ruthenbeck und einige Vertraute der Familie, hatten im Februar 2006 die Entlassung Reiner Schmidts als Geschäftsführer beschlossen, obwohl der sich zuvor mittels einstweiliger Verfügung gegen die drohende Abberufung zur Wehr gesetzt hatte.

Wie Schmidt jetzt ergänzend mitteilt, hat er im Anschluss, im März 2006, gegen seine Abberufung Anfechtungsklage beim Landgericht Essen erhoben. Es sei ihm darum gegangen, keine Fakten entstehen zu lassen, die eine spätere Einigung unnötig erschweren würden.

"Immerhin stellt meine Beteiligung an der Gebr. Schmidt GmbH & Co. KG, deren Geschäfte von der Gebr. Schmidt Verwaltungsgesellschaft mbH geführt werden, einen wesentlichen Teil meines Vermögens dar", schreibt Schmidt. Die KG hält indirekt auch die Beteiligung von 18,54 Prozent an der Metro AG, von der die Familie, wie sie am 8. September erklärte, 5,39 Prozent über die Investmentbank J.P. Morgan verkaufen will.

Ein bereits vom Gericht anberaumter Termin sei "im Einvernehmen mit der Gegenseite", also mit seinem Bruder Michael, verschoben worden. Grund dafür seien laufende "sowie weitere bereits geplante Gespräche gewesen".

Laut Reiner Schmidt gibt es bis heute in der Frage der Stiftung keine Einigung "über den Zeitpunkt und einige Modalitäten" der Zuwendungen. Er gehe jedoch davon aus, dass eine Einigung erzielt werde: "Betrachten Sie die einvernehmliche Verschiebung des Gerichtstermins als ein Indiz."

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