Samstag, 7. Dezember 2019

BAE Systems EADS kann bei Airbus komplett einsteigen

BAE Systems hat grünes Licht für den Verkauf seines 20-Prozent-Anteils am Flugzeugbauer Airbus gegeben. Die Konzernführung empfahl den Aktionären, dem Verkauf an den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zuzustimmen.

London - Der britische Rüstungskonzern BAE Systems Börsen-Chart zeigen verkauft seinen 20-Prozent-Anteil an Airbus für 1,9 Milliarden Pfund (rund 2,75 Milliarden Euro) an den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Börsen-Chart zeigen, der damit zum alleinigen Eigentümer des europäischen Flugzeugbauers wird.

EADS wird alleiniger Eigentümer: Airbus A380
Das Direktorium sehe Airbus vor Herausforderungen, was den kurz- bis langfristigen Ausblick angehe, begründete das britische Unternehmen seine Entscheidung am Mittwochabend. Netto werde der Verkauf etwa 1,2 Milliarden Pfund (1,79 Milliarden Euro) in die Kassen von BAE spülen. Bis zu 500 Millionen Pfund sollten die Aktionäre über einen Aktienrückkauf erhalten. Das Führungsgremium habe dem Verkauf zugestimmt.

BAE Systems hatte im April angekündigt, seinen Airbus-Anteil an EADS verkaufen zu wollen und im Monat darauf seine 2001 vereinbarte Verkaufsoption an EADS gezogen. Die beiden Seiten konnten sich aber nicht auf einen Preis einigen, weshalb die Investmentbank Rothschild als Vermittler beauftragt wurde. Diese bewertete den Anteil mit 2,75 Milliarden Euro deutlich unter den Erwartungen von BAE und Experten. EADS will die Summe aus der mit 5,9 Milliarden Euro gut gefüllten Firmenkasse bar begleichen.

In Großbritannien, wo die Flügel der Flugzeuge gefertigt werden, hängen von Airbus rund 13.000 Arbeitsplätze ab.

Die endgültige Entscheidung über den Verkauf soll nun bei einer außerordentlichen Hauptversammlung fallen. Erschwert wurde das Geschäft durch die technischen Probleme, die erst nach der erklärten Verkaufsabsicht beim wichtigsten Airbus-Projekt A380 und auch beim A350 bekannt geworden waren.

Die Konzernführung unter BAE-Chef Mike Turner begründete die Verkaufsempfehlung unter anderem damit, dass die Lösung der Probleme bei Airbus eine "beträchtliche Menge an Aufmerksamkeit des Managements, an Zeit und an Investitionen" erfordern werde. Erst dann könne der Wert wieder gesteigert werden. Angesichts des Finanzbedarfs, der bei Airbus mittelfristig erforderlich sein könnte, sei das BAE-Management "besorgt".

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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