RWE Getrennte Kassen

Der Essener Energiekonzern RWE treibt die Trennung von seiner britischen Tochter Thames Water voran. Dazu soll die Finanzierung des britischen Wasser- und Abwasserunternehmens neu geordnet und so die Eigenständigkeit der Firma sichergestellt werden.

Essen - Die Neuordnung der Finanzierung soll in mehreren Schritten vollzogen werden, zu einer effizienteren Kapitalstruktur führen und die finanzielle Eigenständigkeit von Thames Water sicherstellen. Die Neuordnung der Finanzstruktur soll Thames Water zudem in die Lage versetzen, die regulatorischen Auflagen einzuhalten. Das Investitionsprogramm von Thames Water bleibe unberührt.

RWE bekräftigte, parallel zum Verkauf der Tochter an Finanzinvestoren deren Börsengang vorzubereiten. Für den Fall eines Börsengangs kündigte der Konzern an, dass Thames Water auf Holdingebene weitere Verbindlichkeiten aufnehmen werde. Zur Vorbereitung eines Verkaufs würden neue Kreditlinien vereinbart.

In einem ersten Schritt seien bereits Anleihen in zwei Tranchen mit einem Gesamtvolumen von 600 Millionen britischer Pfund begeben worden mit Laufzeiten bis 2053 und 2055. Zudem wurden Firmenangaben zufolge von der Finanzierungsgesellschaft Thames Water Utilities begebene und von RWE gehaltene Anleihen in Höhe von 425 Millionen Pfund verkauft.

RWE will sich bis zum Jahr 2007 von Thames Water trennen und bevorzugt früheren Angaben zufolge einen Börsengang. Für die bei American Water liegenden US-Wasseraktivitäten hat RWE bereits den Börsengang beschlossen. Analysten schätzen den Wert von Thames Water und American Water auf insgesamt rund 16 Milliarden Euro. Die Abgabe soll dem Konzern auch die Kassen für mögliche Übernahmen füllen. RWE will sich wie der Konkurrent Eon auf das gewinnträchtigere Strom- und Gasgeschäft konzentrieren.

Zu Thames Water gehören unter anderem das regulierte Unternehmen Thames Water Utilities sowie die Finanzierungsgesellschaft Thames Water Utilities Finance.

manager-magazin.de mit Materialien von dpa, reuters und vwd