Eon Streit um Endesa vor dem Ende?

Der Energiekonzern Eon will die spanische Endesa übernehmen, doch die dortige Regierung sträubt sich. Nun scheint Bewegung ins Spiel zu kommen. Optimismus allerdings dürfte verfrüht sein, denn entschieden ist noch nichts.

Madrid - Im Streit um die geplante Übernahme des Stromversorgers Endesa  durch die deutsche Eon  ist die spanische Regierung Presseberichten zufolge nun zum Einlenken bereit.

Madrid verhandele mit der EU-Kommission über eine Lösung, die Gespräche seien auf gutem Wege, schrieb die Zeitung "El País" am Samstag. Es sei daher gut möglich, dass die strengen Auflagen der staatlichen Energiebehörde Comision National de Energia (CNE) für die 27 Milliarden Euro schwere Übernahme gelockert werden, zitierte das Blatt Regierungskreise. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

"Die Umstände für eine Einigung sind gut", sagte auch die spanische Vizeregierungschefin Maria Teresa Fernandez de la Vega. Und der neue Industrieminister Joan Clos erklärte, eine Einigung sei nahe. Einem EU-Unternehmen den Zugang zum spanischen Markt zu verwehren, sei nur schwer zu rechtfertigen. Allerdings müsse aber eine Balance zwischen dem freien Kapitalverkehr und den strategischen Interessen Spaniens im Energiebereich gefunden werden, so die Einschränkung. Daher die Auflagen der CNE. Ende Juli hatte die Behörde entschieden, dass Eon insgesamt 19 Bedingungen erfüllen müsse. Unter anderem soll Eon ein Atomkraftwerk verkaufen, das zu 100 Prozent dem spanischen Versorger gehört.

Die spanische Regierung bevorzugt die Übernahme Endesas durch den heimischen Energiekonzern Gas Natural. Die EU-Kommission hatte die Übernahme bereits im April genehmigt - und zwar uneingeschränkt. Nun wirft die Kommission Spanien vor, sich nicht daran zu halten. Die meisten Auflagen der CNE seien einfach illegal und müssten deshalb gekippt werden, hatte die EU-Behörde kürzlich gefordert.

Bis zum 13. September hat die spanische Regierung Zeit, ihre Auflagen in Brüssel erläutern. Auch auf politischer Ebene wächst der Druck auf Spanien. Am Tag davor finden in Meersburg am Bodensee die deutsch-spanischen Regierungskonsultationen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero statt.

manager-magazin.de mit Materialien von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.