Lufthansa Klotzen, nicht kleckern

Die Lufthansa gibt mehr Schub - zum einen will sie noch im Herbst ihre Flotte erheblich aufstocken, zum anderen in Italien einen Billigflieger aufbauen. Ein teures Vorhaben, weshalb für das italienische Geschäft angeblich auch ein Investor an Bord soll.

Frankfurt am Main - Die Lufthansa  will noch im Herbst Flugzeuge in einem Ausmaß kaufen, wie es bei dem Unternehmen lange nicht vorkam. Das Investitionsvolumen soll nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" voraussichtlich mehrere Milliarden Euro umfassen.

Geplant ist vor allem der Kauf neuer Lang- und Mittelstreckenjets. Vergleichbares schrieb Jürgen Raps, Chefpilot bei der Lufthansa, in der unternehmensinternen Zeitschrift "Flightcrew Info": Im Herbst werde man "eine größere Bestellung" tätigen. Insgesamt werde es um weit mehr als hundert Flugzeuge gehen. Bereits in der Sitzung des Aufsichtsrates am 20. September könnten erste Entscheidungen gefällt werden.

Aktuell verhandelt das Unternehmen mit den Flugzeugherstellern Boeing , Airbus, Embraer und Bombardier . Unter den Großraumjets soll der Konzern Ersatz für 30 Boeing 747 und 29 Airbus A340 suchen. In der Europaflotte sollen 62 Boeing 737 ausgemustert werden. Hinzu kämen 83 Airbus A320. Für das Regionalgeschäft sollen demnach bis zu 60 Maschinen von Embraer kommen.

Zudem erwägt das Unternehmen nach Informationen der "Welt am Sonntag", eine Billigfluglinie in Italien aufzuziehen. Vergleichbar mit der deutschen Tochter Germanwings soll die Neugründung auf dem dortigen Markt der Allitalia Marktanteile abjagen. Bislang gelang das der Lufthansa selbst recht gut. Sie konnte von der Schwäche der dortigen Staatslinie Alitalia  profitieren und Marktanteile hinzugewinnen. Aktuell sucht Lufthansa für dieses Vorhaben angeblich bereits einen Investor.

Der Konzernbetriebsrats-Vorsitzenden der Lufthansa, Manfred Calsow, forderte derweil, Condor wieder komplett in den Lufthansa-Konzern zu integrieren. "Wir wollen die Condor zurück im Lufthansa-Konzern haben", sagte Calsow am Sonntag. Die Veranstalter der Thomas Cook wie Neckermann Reisen könnten dagegen an KarstadtQuelle  gehen.

Aktuell gehört der Tourismuskonzern Thomas Cook mit seiner Flugtochter Condor zu je 50 Prozent Lufthansa und KarstadtQuelle. Nach Medienberichten will KarstadtQuelle die Lufthansa-Anteile für rund 800 Millionen Euro übernehmen.

manager.magazin.de mit Materialien von afp

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