EADS Einstellungsstopp bei Airbus

Der neue Airbus-Chef Christian Streiff hat überraschend einen weltweiten Einstellungsstopp angeordnet. Der Flugzeughersteller will diese Maßnahme erst nach einer genauen Analyse über den tatsächlichen Stellenbedarf beenden.

Hamburg - Auf der Homepage des europäischen Flugzeugherstellers Airbus wurden allein an diesem Freitag 46 neue Stellenangebote eingestellt, darunter auch Anzeigen für einen Systemingenieur und einen Fachamtsleiter für das Airbus-Werk in Hamburg. Doch potentielle Bewerber sollten sich zurückhalten, denn am Freitagnachmittag hat das Tochterunternehmen des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS  einen Einstellungsstopp verhängt.

"Der Einstellungsstopp gilt weltweit und bis auf weiteres", sagte ein Airbus-Sprecher zu manager-magazin.de. "Der neue Vorstandsvorsitzende Christian Streiff nimmt sich die Zeit für eine genaue Analyse des tatsächlichen Stellenbedarfs - das ist nichts Ungewöhnliches", so der Sprecher weiter.

Über die geplante Dauer des Einstellungsstopps macht der Flugzeughersteller mit knapp 57.000 Beschäftigten keine Angaben. Der Einstellungsstopp kommt überraschend, nachdem Airbus noch zur Jahresmitte verkündet hatte, dass dringend Ingenieure und Techniker gesucht werden. Sie würden für die zahlreichen neuen Modelle, wie den Riesenairbus A380 oder den Militärtransporter A400M, gebraucht. Zudem wird das neue Großraummodell A350 entwickelt. Durch die Produktionsprobleme beim A380 sind derzeit beispielsweise außerplanmäßig 1200 zusätzliche Arbeitskräfte in Toulouse in der Endmontage beschäftigt.

Auch in Deutschland sollten bei Airbus in diesem Jahr mehr als 1000 neue Stellen entstehen. "In den vergangenen Jahren haben wir sehr viele Mitarbeiter in Hamburg eingestellt. Auch vor einigen Monaten hatten wir noch einen hohen Bedarf an Ingenieuren, unsere intensive Suche war allerdings erfolgreich, sodass der Bedarf derzeit weitgehend gedeckt ist", beschrieb der Airbus-Sprecher die Situation im Werk Hamburg-Finkenwerder.

Start- und Landebahn in Hamburg wird früher fertig

Unterdessen wurde bekannt, dass die Verlängerung der Start- und Landebahn für Airbus in Finkenwerder vermutlich zwei Monate früher als geplant abgeschlossen sein wird. Die Übergabe soll bereits Ende Juli 2007 erfolgen, wie der Geschäftsführer der ReGe Hamburg, Hartmut Wegener, am Freitag sagte.

Nach der Verlängerung der jetzigen Piste um 589 Meter auf knapp 3300 Meter kann auch die Frachtversion des Großraum-Flugzeugs A380 zur serienmäßigen Ausstattung künftig auf dem Airbus-Gelände landen.

Nach einem langen Rechtsstreit hatten die Bauarbeiten im April begonnen. Durch die Weiterentwicklung des A380 sollen in der Hansestadt in den kommenden Jahren mehr als 1000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa

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