Auswanderer-Blog "Es zerreißt mich innerlich"

Der Strom an Beiträgen zum Auswanderer-Blog reißt nicht ab. Ununterbrochen erreichen uns Mails aus China, Japan, Brasilien und natürlich auch aus Deutschland. Dem Land also, dem immer mehr hochqualifizierte Menschen den Rücken kehren, viele davon allerdings mit schwerem Herzen.

Die Bundesrepublik erlebt die größte Auswanderungswelle ihrer Geschichte. Haben Sie Verständnis für die modernen Wirtschaftsflüchtlinge? Oder müssen die Auswanderer an ihre patriotischen Pflichten erinnert werden? Hier eine Auswahl der Beiträge der mm.de-Leser:

Benutzername: Shanghai

Beitrag: Es zerreisst mich innerlich wenn ich die Beitraege der Autoren in diesem Blog lese. Weil sie so wahr sind! Ich halte mich derzeit im Zuge meines Studiums in Shanghai auf und fuer mich steht bereits jetzt fest, dass ich das Land nach Abschluss meines Studiums verlassen werde. Mich erfuellt es mit tiefer Trauer von hier aus die - ausnahmsweise mal gute - Stimmung im Land waehrend der WM zu sehen und zu wissen welches Potenzial in meiner Heimat verschenkt wird. Dabei liegen die Ansaetze zur Loesung der Probleme offen auf der Hand. Nur ihre Loesung wird verhindert um alte Staende zu waren (siehe Gesundheitsreform).

In Deutschland muss endlich ein Bewusstsein fuer mehr Dynamik und Wettbewerb geschaffen werden, sodass jeder profitieren kann wenn er bereit ist zu arbeiten und Risiko einzugehen. Deutschland und seine Leute sind in der Welt hoch angesehen und geschaetzt, warum wird sich das Land dessen in der Heimat nicht bewusst und besinnt sich auf seine Staerken? Mir kommen die Traenen wenn ich daran denke, dass Deutschland seine hellsten Koepfe verliert, weil es unsinnige Regelungen fuer Nachwuchstalente an Universitaeten hat. Diese Leute wollen nicht weg, weil Ihnen Deutschland nicht gefaellt. Sie wollen weg weil sie die Chancen die ihnen das Leben bietet ergreifen wollen. Ich bin stolz Deutscher zu seien und ich hoffe irgendwann mit Zuversicht und Chancen im Blick in mein geliebtes Heimatland zurueckkehren zu koennen.


Benutzername: k

Beitrag: Deutschland ist eines der letzten Laender, die sich der zunehmenden Internationalisierung verschliessen, trotz der sehr speziellen und wichtigen Lage im Zentrum eines neuen offenen (?) Europas.

Als ich mit einem Masterabschluss 2000 aus den USA meine ersten Bewerbungsgespraeche in Deutschland hatte, war die haeufigste Frage, ob ich denn nicht noch ein "ordentliches deutsches" Diplom machen wolle. Gerade in meinem Beruf als Architektin ist die Praxiserfahrung jedoch von so grosser Bedeutung, dass ich nicht verstehen kann, wie Professoren und auch Arbeitnehmer immer noch zu einem langen und intensiven Studium raten koennen.

Ich bin jetzt 30 Jahre alt und arbeite seit 6 Jahren als Projektarchitektin in einem japanischen Buero mit internationalen Auftraegen, u.a. auch in China. Diese Chance wurde mir in Deutschland so nicht geboten. Unsere (europ.) Bauherrren fragen teilweise immer noch, ob ich nicht zu jung sei und Heimweh habe.

Ich bin sicherlich patriotischer seit ich im Ausland lebe, freue mich aber auch ueber die Chancen das beste aus allen Laendern, in denen ich bereits lebte, zu vereinen und zu leben. In Japan ist die kreative Energie, die zu immer neuen Entwicklungen fuehrt positiv ansteckend und schafft ein spannendes branchenuebergreifendes Klima des "Bewegen-wollen". Ich hoffe sehr, dass diese Energie auch in Deutschland bald wieder mehr Begeisterung schafft, wie zu WM-Zeiten.


Benutzername: Ingo

Beitrag: Nun ist es, trotz aller Versuche der politischern Inkompetenz und Strategie der Vertuschung quer durch die Parteien, nun doch in aller Munde: Deutschland ist ein Auswanderungsland ! Statistiken kann man schönen, indem man die Zahlen eben nur in eine Richtung darstellt, oder, ganz bewußt, gar keine Statistik in die andere Richtung erhebt!

"Ringelnatz: Daraus schloß er messerschaft, daß nicht sein kann was nicht sein darf!" Die allermeisten gut und breitgefächert ausgebildeten Menschen in Deutschland haben aber Sachverstand und können auch rechnen. Und das nicht erst seit 2006 ! Die Welle derer, die jetzt den Koffer packen, ist im Grunde eine Sogwelle aus den vielen (nicht erfaßten) Abgängen schon vor dem Jahr 2000. Das klare Rückmeldesignal: Laßt Euch nicht erpressen von dieser Politikmafia - Leben kann man auch anderwo - nicht immer finanziell bessergestellt, aber doch zumeist "freier" und damit auch positiver motiviert!

Ihr Aufmacher "Deutschland blutet aus" ist de facto ein schon lange überfälliges Thema, dem man sich in Deutschland nun zu stellen scheint (klugerweise stellen sollte)! Über das "Warum" gibt es hier und in all den anderen Foren viel zu lesen, persönlich möchte ich nur hinzufügen: Ich habe versucht in diesem Land Wissenschaftler und auch Unternehmer zu sein ... Krankenkassen ,Finanzamt, gesetzliches Regelwerk und kleinliche Banken haben dieses Vorhaben - fast möchte man sagen - geziehlt erstickt!

Ich habe versucht Vater in diesem Land zu sein ... obiges Summenspiel machte dies schier unmöglich (meine Bewunderung für die noch kämpfenden Familien)!

Beruflicher- (trotz 3 Ausbildungen) und leider am Ende auch familierer Zukunft beraubt ... und schon weit über 20 ... erschießt man sich, ober geht (irgendwohin) ... es kann ja fast nur besser werden! Wie aber auch immer die "Beweggründe" im Einzelfall aussehen mögen (in der Regel der Verlust an Optionen zur Zukunftsgestaltung), sollte man dies nicht mit dem Stempel "Vaterlandsverräter" brandmarken!

Und spätestens jetzt sollten auch SIE vom Manager Magazin aufmerksam zuhören: Der vermeindliche Abschied ist doch im Zeitalter der globalen Wirtschaft und Kommunikation gar keiner mehr!

Was aus den meisten Briefen klar hervorgeht, ist die kulturelle Bindung der Menschen an die "positiv erfahrenen Werte" der mitteleuropäischen Kultur und der "Wunsch" nach dynamischer und zukunftfähiger Erneuerung. Davon koppeln sich die meisten "Abgänger" eben nicht so schnell ab, bzw. wird Ihnen dies im Ausland erst richtig bewusst, denn dies ist letztlich doch auch Teil des Grundverständnises der eigenen Identität.

Ganz im Gegenteil entstehen nun überall auf der Welt Kontaktcenter, die, wie das auch zu "Kolonialzeiten" schon war, durchaus mithelfen können, Wirtschaft und Produkte in Gebiete zu tragen, von denen man in Deutschland (mit Ausnahme der int. Konzerne) scheinbar vergessen hat, daß es sich hier auch um "neue Märkte" byw. alte Märkte handelt. Diesen "Netzwerk" Effekt zu erkennen und auch entsprechend zu unterstützen ist die Herausforderung an die Zukunft, wenn man sich zu einer europäisch-deutschen Entwicklung bekennt (ich zumindest hatte nicht vor meinen Pass zu verbrennen oder einfach nur abzugeben)!

Ihr Diskussionsthema ist damit von Vorgestern! Heute sollte SIE die Leute fragen: Was sind denn DEINE Erfahrungen aus der weiten Welt? Willst DU nicht etwas beitragen zur innerer Erneuerung (Reform ist so ein abgenutztes Wort). Wir brauchen (und wollen) diese Erfahrungen und machen DIR ein Angebot ...

Die Realität aber ist eben bitter: Bitte hinten anstellen, beim Arbeitsamt melden (reformdeutsch Agentur), HartzIV ... noch mehr Steuern und statt 17 Jahren Restbeiträge, für verfassungsrechtlich bedenkliche Rentensysteme mit negativer Rendite jetzt 19 Jahre (mein Fall) ... Bundesagenturen (GTZ/CIM), für die man als Deutscher im Ausland nicht mehr "im Ausland" arbeiten kann (darf), weil man nicht in Deutschland lebt ?

Starten SIE also doch mal eine wirkliche neue DISKUSSION von HEUTE - besser noch von MORGEN (damit sollten sich Manager und Politiker ja eigentlich befassen): Wollen wir diese Erfahrungen ? Was bieten wir an ? Wie frörden und stärken wir diese Netzwerke. Wie läßt sich dieser "sicher zunächst bedauerliche Trend des Auswanderns" für eine positive Entwicklung in Deutschland nutzen.Das Kind ist schon lange in den Brunnen gefallen, es wird Zeit WIRKLICH etwas zu UNTERNEHMEN! Darauf warten ALLE!

Mit den besten Grüßen aus Singapur


Benutzername: Kim Schmitz

Beitrag: Ich lebe in Hong Kong und Sydney. Und ich fuehle mich heute als haette ich mich von einer schweren Krankheit (BRD) erholt. Meine Medizin: Super Lebensqualitaet, minimale Steuern, kleine Buerokratie, state-of-the-art Infrastruktur sowie high demand an Unternehmern und Talenten. Und in meinem Spezialfall, keine dumme Presse.

Hier geht noch was voran. Hier schaffst du in 3 Jahren wozu du in Deutschland 10 Jahre brauchst. Hier gibt es Wachstum, Fortschritt und Zukunft. Deutschland hat selbiges derzeit nicht zu bieten.

Am schwersten faellt der Abscheid von Freunden und dem Gewohnten. Aber dieser Schmerz ist schnell vergessen. Denn hier ist alles besser als dort. Also pack die Koffer und nichts wie raus. Glaub mir einfach :-)


Benutzername: dhg

Beitrag: Ich hab volles Verständnis. Wenn ich hier keine Perspektive habe, gehe ich dort hin, wo man mich will. Die ist aber ein altes Problem, das mir selbst 1994 wiederfahren ist. Ende der 80er jammerten die Arbeitgeber, dass der Bedarf in Ingenieure nicht gedeckt werden kann. Ich wurde Ingenieur. Mit sehr gutem Abschluss und Auslandsaufenthalt hatte ich 1994 auch nach 100 Bewerbungen keine Stelle finden können. Die Industrie hat einfach keine Absolventen mehr eingestellt. Ich musste umdenken und wurde Quereinsteiger in einer anderen Branche. Meine teure Ausbildung war umsonst. Ich bin zwar noch in Deutschland, aber das Studium war nutzlos, bis auf den Titel.


Benutzername: MM

Beitrag: Nach 7,5 Jahren Asien bin ich Anfang des Jahres mit meiner Familie nach Deutschland zurück gekehrt. Ganz einfach weil wir im Zuge einer Nachfolgeregelung als mittelständiger Unternehmer hier unsere Chancen sehen (nach wie vor). Nach etwa 7 Monaten deutscher Realität verstehe ich (immer noch und immer besser) jeden (aus)gebildeten und intelligenten Menschen der seine Chancen im Ausland sucht. Es ist erschreckend mit welcher Inkompetenz versucht wird eine nicht funktionierende soziale Marktwirtschaft aufrecht zu halten in Deutschland. Aber die Antwort warum das so ist liegt auf der Hand: Von diesem maroden System profitieren und Leben alle die "Eingeschlossenen", die denken nur damit überleben zu können und gar nicht verstehen wie ein normal-lebender Ausländer denn mit so wenig Sicherheit durch sein Leben kommen kann.

Btw, heute ist selbst China nur 10 Stunden entfernt, nicht wirklich abschreckend um es nicht doch einfach einmal auszuprobieren. Die meisten die ich kenne haben es nicht bereut und halten die deutsche Flagge mit erhobenem Haupt.


Benutzername: Chef meines Lebens

Beitrag: Meine Geschichte nur in kurzen Stichworten:

- Top-Abitur in Bayern

- BWL Studium mit vielen (Auslands-)Praktika an deutscher Privatuniversitaet

- ausgewandert in die USA im Jahr 1997, um aktiv den HiTech/DotCom Boom zu gestalten

- den erstbesten Job angenommen

- mit 28 Jahren am untersten Ende der Karriereleiter mit $32.000 Jahresgehalt angefangen (10 Urlaubstage, 5 Feiertage, 5 Krankheitstage, 2 Wochen Kuendigungsfrist)

- so hart, intelligent und kreativ wie moeglich gearbeitet

- in Auslaenderin (Asiatin) verliebt, geheiratet, zwei Kinder

- mehrmals versucht, der Familie Deutschland vorzustellen und staendig mit ablehnenden Blicken, Vorurteilen und Kommentaren konfrontiert worden

- dem Unternehmen mit naiven deutschen Werten durch dick und duenn treu geblieben

- jetzt mit 36 Jahren CEO und Miteigentuemer, $500.000 Jahreseinkommen, minimale Steuerlast - ohne jemanden fuer mich umstaendlich Schlupfloecher suchen lassen zu muessen, maximal vorstellbare Gestaltungsfreiheit (unternehmerisch und privat)

Warum schreibe ich das? Ich bin einerseits stolz auf das Erreichte, freue mich auf das noch Moegliche, und bin skeptisch, dass mir solche Chancen in Deutschland auch so einfach offen gestanden haetten. Was meinen die, die das lesen...?


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Benutzername: DieZurückgekehrte

Beitrag: Mein Mann und ich sind vor wenigen Monaten nach 3,5 Jahren aus den USA zurückgekommen, und es war der größte Fehler! Wir hatten Heimweh, aber der Schock ist nun umso größer...

Die Stimmung ist mies, die Abgaben sind hoch, nur der Urlaub ist mehr, aber das ist kein Grund.

Nun denken wir nach, ob wir dem ganzen 1 Jahr geben, dann werden wir sehen, ob wir wieder weg gehen. Als hochqualifizierte Akademiker kommt man sich doch blöd vor, wenn man sich für sein Gehalt schämen muß. Und wenn man dann noch keine Kinder hat, ist man/frau egoistisch. Wo ist die Betreuung für die Kleinen? Wo ist die Familienbesteuerung, die es überall anders gibt?

Soziale Marktwirtschaft ist ja ganz schön, aber wenn der Anreiz fehlt, sein Leben in die Hand zu nehmen und nicht etwas in Anspruch zu nehmen "weil man ja Anspruch darauf hat", dann ist D verloren.

eine demotivierte Deutsche


Benutzername: jetset

Beitrag: Ich lebe und arbeite in Brasilien, einem Land was nicht gerade durch schlanke Strukturen und effiziente staatliche Systeme bekannt ist. Tatsächlich ist hier einiges schlechter als in Deutschland - aber vieles auch deutlich besser. Hier würde niemand auf die Idee kommen mir oder meiner Familie vorzuschreiben welche Art von Krankenversicherung ich wähle. Es gibt Schulen in denen motivierte Lehrer hochwertigen Unterricht bieten. Der Dienstwagen wird nicht mit einer absurden und komplizierten Steuer versehen. Als Bürger in Brasilien ist man für vieles einfach selbst verantwortlich - und das ist für halbwegs intelligente Menschen die bessere Wahl als sich dem deutschen Statt auszuliefern.

Patriotismus? Ich arbeite für ein deutsches Unternehmen, zahle weiterhin in deutsche Sozialsysteme und wegen des durch die BRD gekündigten Doppelbesteuerungsabkommens auch Steuern. Unpatriotisch verhält sich in meinen Augen die politische Kaste in Deutschland. Sie ruiniert die Sozialsysteme durch Vergabe eines völlig absurden Beamtenstatus und zeigt sich als unfähig Reformen jeder Art Umzusetzen. Jedes Unternehmen versucht Kosten zu reduzieren - der deutsche Staat tut das Gegenteil.

Ich bleibe jetzt erst mal in Brasilien, wo sich meine Familie wohl fühlt und wir alle willkommen sind. Und wenn sich die Entwicklung in Deutschland weiterhin abwärts bewegt, ist eine endgültige Auswanderung durchaus denkbar. Die Südbrasilianische Stadt Blumenau, die von deutschen Auswanderern gegründet wurde, wirbt mit dem Slogan: "Besuchen Sie Blumenau und finden Sie heraus, warum die eingewanderten Deutschen nie in Ihre Heimat zurückgekehrt sind."


Benutzername: Samara

Beitrag: vielen Dank dafuer, dass Sie dieses hochaktuelle Thema "Auswanderung von qualifizierten Arbeitskraeften" aufgreifen, das sehr gut die heutigen zum Teil perversen Trends am deutschen Arbeitsmarkt reflektiert. Ich bin im Jahr 2005 nach 6 Jahren Auslandsaufenthalt in Estland wieder nach Hamburg zurueckgekehrt und habe meine Heimat jedoch umgehend, d.h. nach 9 Monaten wieder in Richtung Russland verlassen und arbeite dort fuer eine Internationale Bank.

Der Hauptgrund fuer den erneuten Gang ins Ausland: Bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich mit 39 Jahren endlich eine interessante Perspektive und Entwicklungsmoeglichkeit. In Deutschland hingegen, wo Junior-Positionen an 26-30 Jaehrige und Senior-Positionen an 30-35 Jaehrige vergeben werden, ist man mit Ende 30 schon auf dem besten Wege zur Fruehpensionierung, wobei es diese aber definitiv fuer die heute 40jaehrigen nicht mehr geben wird.

Deutschland, das jahrelang die Arbeitsmarktprobleme ueber die Fruehpensionierung geloest hat, steht vor einer wahren "Perestroika" am Arbeitsmarkt in den naechsten Jahren und man hat die Eindruck, dass sich die Politik dessen ueberhaupt nicht bewusst ist. Jedes Jahr rutscht ein bedeutender Teil des harten Kerns der Erwerbstaetigen (Baby Boomer Generationen 1964-1970) in Deutschland ueber die 40-Jahres Grenze und ist damit auf dem deutschen Arbeitsmarkt nur noch schwer vermittelbar. Und die Baby Boomer haben von Ihren Vorgaengern eines gelernt: bewege Dich nach 40 nicht mehr von Deinem Arbeitsplatz und gehe keine Risiken ein ! Was wir vor uns haben ist die komplette Erstarrung am deutschen Arbeitsmarkt. Die Auswanderung von motovierten jungen Arbeitskraeften wird noch ganz andere Dimensionen annehmen, da interessante Jobs im Management der deutschen Unternehmen auf Jahre hinaus von Mitgliedern meiner Baby-Boomer-Kollegen blockiert sein wird, die eben nicht mehr in Fruehrente geschickt werden koennen, da dies unfinanzierbar geworden ist.

Dass es auch anders gehen kann zeigen uns unsere Nachbarn. Dazu moechte ich gerne ein kuerzlich gefuehrtes Gespraech mit meinem britischen Kollegen (A.F.) wiedergeben, der 58 Jahre alt ist und eine Taetigkeit im Mittelmanagement meiner jetzigen Bank ausuebt:

A.F.: I am not really happy with the job I am doing right now since I am travelling too much.

My answer: I understand. But look - you make another 2-3 years and then you go to early pension.

A.F.: No, that's not what I want to do. I have currently 3 offers from other international firms and I think I will change to one of them. My current position should be taken over by a younger person with a good perspective for the future - someone at the age of 45.

Na, wie klingt das in deutschen Ohren ? Der Kollege lebt nicht auf dem Mars sondern in England !


Benutzername: Jens Karl Wilhelm

Beitrag: Sehr geehrtes Manager - Magazin, den ersten Teil habe ich schon großer Aufmerksamkeit gelesen. Der zweite Teil noch interessierter, ja fast verschlungend, gelesen. Bis jetzt habe ich noch nichts interessanteres bzw. vergleichbares, in der deutschen Medienlandschaft, gelesen.

Der Grund meines Schreibens an Sie ist eigentlich, diesen Blog an unsere deutschen Wirtschaftpolitiker bzw. an die Personalvorstände der Wirtschaft zur Einsicht zu schicken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das nicht nur ich gern wissen möchte, wie sich die Herren und Damen in den Chefetagen bzw. der Politik mit fadenscheinigen Argumenten hier rausreden.

Für mich persönlich ist dieser Blog von hoher brisanz für die Wirtschaft bzw. der Politik, den hier werden die unter den Tisch gekehrten Fehler unverblümt von Praktikern dargelegt und nicht theoretisch dargestellt.


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Benutzername: Aotearoa

Beitrag: Kia Ora, ich bin gleich nach meinem Magister- und Staatsexamensabschluss vor reichlich 8 Jahren in Neuseeland haengengeblieben. Meine Auswanderung war nicht geplant, es hatte sich einfach so ergeben. Ich hatte zuerst nur ein Visum fuer ein Jahr. Als ich mich dann erst mal in Neuseeland eingelebt hatte, bin ich geblieben. Jetzt bin ich "permanent resident" und habe nicht vor, wieder nach Deutschland zurueckzukehren. Mein Lebensgefaehrte ist Neuseelaender und er lebt viel lieber hier als in Europa.

Mit Geld hat meine Auswanderung nichts zu tun - Neuseeland ist selbst ziemlich neidisch auf die guenstigeren Steuersaetze und die besseren Gehaelter in Australien - aber dafuer mit Gluecklichsein, mit viel mehr Moeglichkeiten, mit Lebensqualitaet, freundlichen Mitmenschen, der viel groesseren Freiheit und der herrlichen Natur.

Ich habe der DDR keine Traene nachgeweint, aber ich habe mich auch nie mit der neuen Bundesrepublik anfreunden koennen. Neuseeland ist jetzt meine Heimat. Ich habe eine viele staerkere Bindung an dieses Land und scheine es auch besser zu verstehen als Deutschland. Mein Bruder, der einige Jahre juenger ist und in Ostdeutschland lebt, bezweifelt sehr, dass ich mich in die deutsche Gesellschaft wieder einfuegen koennte. Er hat mir stark davon abgeraten, wieder nach Deutschland zu ziehen - nicht, dass ich das jemals erwogen haette. Ich komme nach wie vor gern zu Besuch nach Deutschland, aber mein Zuhause ist Neuseeland.


Benutzername: Faultier

Beitrag: meiner Ansicht ist das Bild, dass hier durch die Leser-Kommentare gezeichnet wird, ein klein wenig schief, denn es melden sich nur die "Gewinner" zu Wort. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, dass es niemanden gibt, der mit seinen Träumen in der Ferne gescheitert ist. Diese Menschen können sich hier aus verschiedenen Gründen nicht äußeren, oder sie wollen es schlichtweg aus Scham nicht.

Klar ist: Jemand der erfolgreich ist, hat es nicht nötig, seine eigene Position kritisch zu überdenken, denn der Erfolg gibt ihm ja recht! Deutschland und die Deutschen selbst sind nicht so perspektivlos, wie immer behauptet wird. Wir sind einfach nur "Mitten" in Europa angekommen, wo wir auch hingehören. Eine Gesellschaft braucht Solidarität, sonst fällt sie auseinander. Wenn hochgradig egoistische Menschen dieses Land verlassen, kann das auch ein Vorteil sein. Sollen sie anderenorts glücklich werden.

Ist nicht die Freiheit das höchste Ideal in demokratischen Gesellschaften und nicht der Wohlstand? Die Freiheit materiellen Reichtum anzuhäufen ist nur ein Aspekt!


Benutzername: doctor who?

Beitrag: Als ausgewanderter Arzt teile ich die Meinung der meisten Beitraege hier. Verkrustung, Neidkultur und unertraegliche Arroganz der Maechtigen sind die Gruende zu gehen. Hier in England gibt es, bei allen Nachteilen, eine leistungsorientierte, weltoffene und zukunftsorientierte Gesellschaft mit sehr viel mehr Chancen fuer Zuwanderer als in Deutschland.

Als ehemaliger akademischer Arzt war ich den Problemfeldern Hochschule und Gesundheitswesen ausgesetzt. Der gegenwaertige Ansatz die Probleme wie immer zu Ignorieren wird auch weiterhin eine Loesung verhindern.

Ich wende mich allerdings gegen die Unterstellung einiger Beitraege, nur die Verbitterten (und Doofen) wuerden gehen. Diese Haltung hat schon die DDR gekennzeichnet und wird auch fuer die Bundesrepublik zum Problem, wenn sie weiter das Handeln von Gesellschaft und Politik bestimmt. Fuer meine Familie und mich steht eine Rueckkehr nicht zur Debatte.


Benutzername: Daheimgebliebener

Beitrag: Ich bin daheimgeblieben und als Sachse doch auch ausgewandert - ich arbeite in München. Die Beiträge hier geben einem schon zu denken. Ich denke, dass unser Land durchaus einige Schwierigkeiten hat und dem individuellen Erfolg viel zu viele bürokratische Schranken in den Weg gelegt werden. Daher halte ich es durchaus nicht für unpatriotisch, wenn man sich anderswo in der globalisierten Welt niederlässt, sei es aus materiellen Gründen oder aus Gründen eines erhofften besseren Lebensgefühls. Letztendlich ist es auch nicht gerade patriotisch, wenn man in der sozialen Hängematte liegt und nicht mal über den Tellerrand schaut und anderswo nach Lösungen sucht. Grundsätzlich ist jeder seines Glückes Schmied.

Allerdings setze ich der allgemeinen Diskussion entgegen, dass wir uns hier alle auf hohem Niveau beschweren. Das es schlechter geht, sieht man anderswo in der Welt zur Genüge. Politik lässt sich nunmal auch nicht so gestalten, dass alle 82 Millionen Bewohner des Landes diese gleichermaßen mittragen können. Die große Koalition hätte natürlich mehr Potenzial, um etwas zu bewegen. Die Ursache sehe ich eher darin, Macht erhalten zu wollen, als Probleme zu Lösungen zu bringen. das gilt für beide Seiten gleichermaßen, obwohl ich eher konservativ bin. Und ob man der wirtschaftlichen Realität fremde Gewerkschaften und Vereinigungen noch braucht, ist durchaus zu bezweifeln.

Man kann insgesamt niemandem verübeln, wenn er dieses Land verlässt. Man kann es nur denen übel nehmen, die es hier noch nicht einmal versucht haben und vom Ausland her verbal über Deutschland schimpfen.

Ein zufriedener Daheimgebliebener.


Benutzername: fliegender holländer

Beitrag: Nach 4 Jahren in den Niederlanden freue ich mich sehr darauf, ab Oktober wieder in Deutschland zu arbeiten. Wer über deutsche Bürokratie und Verwaltungswahn schimpft, hat noch nicht das niederländische Pendant erlebt.

Bei den anderen Beiträgen fällt mir auf, dass die Gründe fürs Auswandern meistens finanzieller Natur sind. Hier regiert der pure Opportunismus. Man studiert in Deutschland kostenlos, weil ja dort das Studium von den arbeitenden Steuerzahlern finanziert wird, und wandert dann nach USA aus, wo man sich über die niedrigen Steuersätzen freut, weil man ja dort keinen ohnehin überflüssigen Sozialstaat finanzieren muss. Danke, ohne mich. Ich halte es nur für recht und billig, dass ich meine Arbeitkraft in dem Land einsetze, das mir meine Ausbildung ermöglicht hat.


Benutzername: resch

Beitrag: Ich bin zwar noch nicht ausgewandert, aber das ist bei mir nur noch eine Frage der Zeit. Mein Ziel: Australien. Es ist zwar nicht unbedingt alles besser dort, dafür kenne ich das Land inzwischen gut genug, aber ich brauche mich nicht mit destruktiver Politik, unfreundlichen Leuten und Sorgen um meine Zukunft herumplagen. Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Welcome to Down Under.


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Benutzername: wolle

Beitrag: Wir sind in GB seit ca sieben Jahren. Zuerst in Oxford, jetzt in einem neuen Job in Shetland. Seit ich im Ausland lebe, bin ich mir viel mehr bewusst, welche Vorteile Deutschland eigentlich bieten kann.

Eigentlich, denn es tut schon sehr weh, wenn man von der Ferne betrachtet, wie Amts-, Wuerden-,Bedenken- und andere -traeger das potential, was Deutschland immer noch hat durch Besitzstandswahrung und Bequemlichkeit runterfahren.

Durch die deutsche Konsensmentalitaet werden radikal schritte nie gewagt, alle Loesungsansaetze werden verwaessert und mit durchfuehrungsverordnungen undurchfuehrbar gemacht. Und wenn gar nichts mehr geht, macht man halt denjenigen runter, der eine gute idee hat, am besten mit formalitaeten. (Ich wundere mich, wie viele Leute das hier lesen und sich ueber schlechte Gramatik und Rechtscheibung aufgeilen).

Noch wenier verstehe ich arbeitslose Jugendliche. Natuerlich hat man keine perspektive, wenn man mit der Bierflasche auf dem Marktplatz hockt. Aber deutsche Schulen sind gar nicht mal so schlecht, was Ihr an Englisch lernt reicht durchaus aus, um als Maurer, ungelernte Kraefte, Krankenschwestern, Bedienungen, Koeche, Aerzte, Lehrer usw nach GB zu gehen, einen Job mit Zukunft zu haben und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Ich selbst arbeite als manager im public sector, nicht gerade ein Beispiel fuer flexibilitaet, aber immer noch mutiger und risikobereiter als manches deutsche Weltunternehmen. Und es macht Spass, was ich von deutschen Amtsstuben nicht sagen kann. Deutschland in schoen fuer einen Urlaub und um die Familiewiederzusehen, ich bin ca. zwei bis drei mal pro Jahr in Deutschland, aber ich bleibe lieber hier, so weit wie moeglich von Leuten ohne Mut zum Risiko.


Benutzername: Erwin Kreuzer

Beitrag: Wäre meine Frau nicht mit ihrer Bodenständigkeit - ich (43) selbst wäre schon lange fort aus Deutschland. Mich hält hier nichts mehr. Zutiefst enttäuscht von Politik und Gesellschaft gibt es für mich keinen Grund in einem Land zu leben, mit dem es jeden Tag ein Stück weiter bergab geht. Wenn unsere Kinder allerdings aus dem Haus sind erfülle ich mir einen Traum. Und der heisst: "Goodbye Deutschland", wurschtelt weiter so sinn- und planlos bis zum Ende aller Tage. Ich bin dann schon lange fort. Und mir ist vollkommen bewusst, dass ich von diesem Staat keine Rente erhalten werde, obwohl ich seit 25 Jahren kontinuierlich einzahle! Aber in 20 Jahren ist dieses "Solidaritätssystem" sowieso zusammengebrochen. Also was soll's! Obwohl es summasummarum schönere Dinge gäbe, sein hart erarbeitetes Geld zum Fenster hinauszuwerfen....


Benutzername: China-Gerhard

Beitrag: Wenn man als 30-jähriger, bei 100 Bewerbungen in einem Jahr nicht eine Rückmeldung bekommt, fängt man an darüber nachzudenken ob man als Arbeitsloser in Deutschland bleiben möchte oder sein Glück in der Ferne sucht.

Bin seit 20 Jahren in China, habe Erfolg, beruflich wie auch finanziell und privat, konnte mich frei entfalten, bin selbständig in meinen Entscheidungen, habe ein gutes Team von 250 chinesichen Mitarbeitern aufgebaut, die gerne mit mir zusammenarbeiten, die selbstständig in Ihrem Bereich entscheiden dürfen und müßen, kaum Kündigungen (beidseitig), familiäres Vertrauen in mich haben und öfters ihre privaten Sorgen mit mir besprechen, also all das was man aus Deutschland aus der Zeit um 1960 gehört hat.

Wenn ich im Vergleich Deutschland in den letzten 20 Jahre betrachte ... kommt mir das Grausen, bei der Politik, den Gewerkschaften, den Entlassungswellen und den nicht kommenden und dringend notwendigen Reformen zum Abbau des zu teuren Sozialsystems.

An meiner letzten Arbeitsstellen in Deutschland geht es nur noch um Mobing und wer ist der Nächste der entlassen wird. Frust ohne Ende, wenn ich mit früheren Mitarbeitern korrespondiere. Zur Zeit stehen dort wieder 3000 Arbeitsplätze mit der neuen Methode einer "Turboregelungen" zur Verfügung: "Ziel des Neuen Management Modells ist der Abbau von Doppelkapazitäten auf Konzernebene und operativer Ebene, um die Komplexität im Unternehmen zu verringern." Neue Worte für neue Entlassungen, neue Angst, neuer Frust! Ich hab es noch keine Sekunde bereut, nicht mehr in Deutschland arbeiten zu müßen.

Uns/Den Deutschen geht es in Deutschland immer noch zu gut. Zurück nach Deutschland? Warum nicht, ist meine Heimat, vielleicht als Rentner (bekomme kaum Rente), sicherlich NIE mehr wieder, um dort zu Arbeiten.


Benutzername: Jakob Montrasio

Beitrag: Im November 2005 bin ich nach Shanghai gereist, um in dem Repräsentanzbüro auszuhelfen und eine ordentliche Webseite zu bauen. Mir wurde eine nette Frau vorgestellt, die mir Shanghai zeigen sollte. Wie Gott es wollte verliebten wir uns ineinander, und im Februar flog ich ein letztes Mal nach Deutschland, um meine Sachen zu packen. Jetzt lebe ich glücklich in China, Shanghai. Die Menschen hier sind freundlicher, viel ruhiger, das Essen gesünder. Nur die Luft ist nicht so toll. Und Hund kann man hier nirgends essen. Wer sich für mehr interessiert, kann auf meinem Blog über mein Leben hier nachlesen, man findet es unter der Adresse blog-wg.de/jakob. In China findet man trotz der Kulturrevolution noch eine Menge Kultur, und ich kann jedem eine Reise hierher wärmstens empfehlen.


Benutzername: MPerleth

Beitrag: Ich finde nach Durchsicht einiger Beiträge befremdlich, dass Deutsche, die nach Deutschland zurückkommen völlig aus der Diskussion ausgeblendet werden. Immerhin gab es 2004 einen positiven Wanderungssaldo von rund 27.000, das heißt, es sind 27.000 mehr Deutsche nach Deutschland gezogen, als fortgezogen (nachzulesen unter http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bev_bsp_t3.php). Allerdings bleibt die Statistik nähere Angaben darüber schuldig, wer denn fort- bzw. zuzieht - über die Qualifikation finden sich keine Angaben, auch nicht über die Gründe. Ohne diese Angaben sind jedoch alle Interpretationen nur Spekulation. Ich habe den Eindruck, dass sich vor allem zwei Motivationen aus den Blog-Berichten ablesen lassen: zum einen Akademiker, die im Ausland bessere Chancen haben und zum anderen geht es um Verdienstmöglichkeiten. Eine etwas objektivere Analyse, was zum Beispiel Vor- und Nachteile angeht, täte der Diskussion vielleich auch gut. Vielleicht sind die Auswanderer, denen es in erster Linie um mehr Einkommen und weniger Steuern geht, ja überhaupt nicht an einer hochentwickelten kulturellen Landschaft, einer ausgebauten Infrastruktur und einer immer noch stabilen politischen Situation interessiert.


Benutzername: Frank Hohmann

Beitrag: Ich bin nun bereits seit Jahren im Ausland unterwegs, zuerst in Dublin nun in Gibraltar und in naher Zukunft wohl in Malta. Abgesehen von den mit dem jeweiligen Wechsel verbundenen Karrierespruengen, macht es einfach Spass, andere Lebensarten kennenzulernen.

Da ich mir mein Leben nicht fruehzeitig durch unnoetigen Ballast, Ehefrau/Kinder, versaut habe, werde ich diesen Weg hoffentlich noch lange weitergehen. Aus finanzieller Sicht lohnt es sich allemal, da man als Arbeitnehmer nirgendwo so geschroepft wird wie in Deutschland. Als auslaendischer Manager fuer international operierende Unternehmen bekomme ich an englische Verhaeltnisse angepasste Gehaelter, und profitierte so immens von den niedriegen Lebenshaltungskosten des jeweiligen Gastlandes (von Irland mal abgesehen).

Es gibt keinen Staat der einem sofort jeden Cent, der seiner Meinung nach zuviel ist, abnimmt, an Dritte (Ostdeutschland, Arbeitslose etc.), oder sich selbst verteilt. Ich bin mir der Polemik meiner Aussage durchaus bewusst, bevorzuge es aber fuer mich, und nicht fuer andere zu arbeiten und zu leben. In D wird der Einzelne nicht genug in die Verantwortung genommen, es herrscht Gejammer landauf, landab. Warum funktioniert es denn anderswo?

Haben die Spanier, Iren, Briten etc. weniger Herz oder Mitgefuehl? Wohl kaum, es wird jedoch frueh vermittelt, dass eigene Leistung die Basis zum Erfolg ist, und man auch unter unguenstigen Umstaenden Geld verdienen kann, wenn man nur will und wenn man muss. Ich kann auf den sog. Sozialstaat verzichten, da ich ihn nicht brauche. Meine Altersvorsorge, Kranken- , Pflege- und Berufsunfaehigkeitsversicherungen habe ich privat abgeschlossen.

Viel Glueck an alle Zurueckgebliebenen, Ihr werdet es brauchen.


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Benutzername: jupp

Beitrag: Es ist einfach reizvoll ein neues Leben in einer anderen Umgebung zu beginnen, sei es aus beruflichen oder persönlichen Gründen. Warum sollte man sich dafür rechtfertigen? In vielen Beiträgen lese ich von der "schlechten, unerträglich negativen Stimmung", die Deutsche zum Verlassen ihres Landes bewegen. Käse! Ich kann schon nachvollziehen wenn ein Arzt, Ingenieur oder Wissenschaftler sein Glück im Ausland sucht, wo ihn oft bessere Berufsbedingungen ein angenehmeres Leben versprechen.

Deutschland ist ein klasse Land, aber woanders ist es auch schön. Ich lebe seit kurzem in der Schweiz. Hier gefällt es mir sehr gut, aber wer weiss, wo ich in ein paar Jahren lebe, warum nicht wieder in Deutschland?


Benutzername: Euregionale

Beitrag: Die letzten vier Jahre habe ich in den Niederlanden gearbeitet und (natürlich) auch dort meine Steuern und Abgaben bezahlt. Zu meiner Anstellung dort kam es hauptsächlich deshalb, weil der deutsche Arbeitsmarkt mir (abgeschlossene Ausbildung + Studium, gute Noten) keine auch nur ansatzweise adäquaten Angebote machen konnte. Und auch wenn in den Niederlanden auch nicht alles perfekt ist, so ist vieles doch besser, und vor allem einfacher und durchschaubarer geregelt. Seit Anfang 2006 zahlt jeder gleichmäßig in die Bügerversicherung ein, es gibt nur drei Steuerstufen und für meine Steuererklärung habe ich nie länger als eine halbe Stunde gebraucht.

Mal stelle sich das als deutscher Steuerbeamter einmal vor: Die wollen da gar keine Belege sehen! Als ich deshalb mal (verwundert) nachgefragt habe, lautete die Antwort, man würde natürlich den Antrag prüfen und wenn dort etwas merkwürdig erschiene ggfl. auch Belege nachfordern, aber das völlig überflüssige Prüfen von zehntausenden von Kleinbelegen würde deutlich mehr kosten, als ein paar evtl. zuviel zurückgezahlte Steuern. Sowas nennt man sinnvollen Pragmatismus.

Inzwischen bin ich (leider) wieder in Deutschland angestellt, suche derzeit aber weiter nach einer Möglichkeit, wieder ins Ausland zu kommen (NL oder UK). Da hier auch von Irland schon viel die Rede war, dazu ein kleiner Einwurf aus meiner Sicht, der zeigt das auch in Deutschland nicht alles schlecht(er) ist: Ich hatte vor einem Monat ein Arbeitangebot aus Dublin für eine sehr interessante Stelle. Das Netto-Gehalt hätte sich (wg. der niedrigen irischen Steuern) auf einem ähnlichen Niveau bewegt, wie mein derzeitiges in Deutschland. Letzendlich habe das Angebot aber abgelehnt. Grund: Die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Mieten sind in Dublin so hoch (ca 1200 Euro für eine 2 Zi Wohnung), dass von meinen Gehalt kaum etwas zum Leben übrig geblieben wäre. Auf die Frage hin, wie die Leute vor Ort das regeln, stellte sich heraus, dass die meisten in WGs oder Wohnheimen wohnen...

Die Zeiten habe ich allerdings spätestens mit dem Studium hinter mir gelassen, und das ist auch gut so!


Benutzername: Dominik

Beitrag: Mit Grüssen aus London möchte ich alle zuhause ermutigen auch etwas mehr Freiheit zu wagen. Ihr glaubt gar nicht wie erfrischend und motivierend sich eine Gesellschaft mit weniger Staatsgläubigkeit auf die eigene persönliche Entwicklung auswirkt. Mir jedenfalls hat es sehr geholfen ! Eigenverantwortung macht tatsächlich glücklich !

Nach der vorletzten Bundestagswahl habe ich einen sehr interessanten Kommentar in der FAZ gelesen, der mir aus der Seele gesprochen hat. Wir werden es nie erleben, dass die Bürgerlichen in Deutschland für ihre Rechte und Werte auf die Strasse gehen. Sie werden an jeder Wahl teilnehmen bis sie die Gelduld verlieren und auswandern. Das ist die Antwort.

Ich bin übrigens keineswegs verbittert, eher ein unerschütterlicher Patriot. Ich glaube an Deutschland, gehe auch als Auslandsdeutscher zu jeder Wahl und freue mich auf eine Rückkehr in ein Land, das seine freiheitlichen Grundwerte wieder etwas hochlebt.

Zu allerletzt noch ein Tipp: Glaubt nur einem Politiker, der von seiner Macht, nämlich dem Einfluss des Staates freiwillig etwas abgeben möchte !


Benutzername: Expat Sina

Beitrag: Schön, dass Sie sich diesem Themenkomplex widmen! Vielleicht sickert er so auch ganz langsam einmal in die Wahrnehmungssphäre derjenigen, die seit einem guten Vierteljahrhundert massiv die Ursachen für eine "Fahnenflucht" zementieren. Obwohl in den anderen Beiträgen des Weblog eigentlich schon alles gesagt wurde, was auch mir auf dem Herzen liegt, doch auch mein Kommentar. Auch wir haben vor 8 Jahren "davongemacht", haben allerdings noch ein schönes (Eltern-)Haus in Bayern, weshalb wir mindestens einmal im Jahr für ein paar Tage heimkehren - jawohl, heim!

Als promovierte Akademiker haben mein Mann und ich erst ein paar Jahre auf die typische Tour - befristete Stellen an verschiedenen in- und ausländischen Orten, dadurch permanent Wochenendehe, hoher Frust und hohe Kosten - ein qualifiziertes Fortkommen versucht, dann sind wir in die Industrie gewechselt. Ein Grund hierfür war neben Unsicherheit in der Karriereplanung und dem mageren Einkommen, dass sich in der deutschen Hochschullandschaft (zumindest in unseren Fachrichtungen) inzwischen mafiöse Strukturen aus ziemlich un-exzellenten Lehrstuhlinhabern herausgebildet hatten, die im industriellen Boom der 80-ger und frühen 90-ger, der fast alles aufsog, was seinen Namen buchstabieren konnte, als ungeeignet in den Forschungsstätten zurückgelassen worden waren. Diese Herren (jaja!) blockieren nun, unterstützt von der Förderpolitik des Bundes und der Länder und gesichert durch ihre unbefristete Anstellung, jedweden Nachwuchs, der ihnen irgendwann einmal "gefährlich" werden könnte. Was also bleibt der so genannten Intelligenz anderes als auszuweichen?

Während mein Mann in der Industrie schnell eine adäquate Anstellung als wissenschaftlich-strategischer Vorstandsassistent fand, durfte ich mir mit meinen damals 29 Jahren unaufhörlich anhören, ich sei überqualifiziert (Doppelstudium und Promo), nicht bezahlbar, ein zu hohes "Investitions"-Risiko (da Frau im gebärfähigen Alter!), und durch meine akademische Laufbahn für das Wirtschaftleben eh verdorben. Schliesslich bekam ich eine Stelle als Projektleiterin in einem Automobilkonzern an der Donau, die, wie sich nachträglich herausstellte, etwas schlechter dotiert war als die eines gleichaltrigen Technikers in meinem Team - Gleichberechtigung auf Deutsch? Nach einem Jahr Stress, hohen Abgaben und noch weniger Privatleben als zuvor haben wir uns die Karten neu gelegt, in Santa Barbara und LA kurz an der UC gearbeitet, Kontakte geknüpft, und uns selbstständig gemacht. Ein paar Jahre später sind wir über die Zwischenstation Singapore nach Shanghai und Hongkong expandiert.

Viel unterwegs, treffen wir immer mehr junge wie alte high-potentials aus D, die auswandern, weil sie wie wir keine Lust mehr haben, ihre Arbeitskraft einem Land zur Verfügung zu stellen, in dem das Niveau auf allen Ebenen, insbesondere aber der Bildung, immer weiter nach unten geregelt wird - Abitur in 12 Jahren? Studium in 3-4 Jahren? Promotion in 2 Jahren? Sie haben wie wir keine Lust mehr, einem Land den Großteil des hart erarbeiteten Geldes in den Rachen zu werfen, das von verantwortungslosen, egozentrierten unqualifizierten Dummschwätzern seit Jahrzehnten finanziell und kulturell bankrott regiert wird. Sie haben keine Lust mehr, sich das Geld für eine Rentenversicherung zwangsweise abnehmen zu lassen, die mit absoluter (und mathematisch vorhersagbarer) Sicherheit weniger zurückzahlen (können) wird, als sie einzahlen - im zivilen Leben wäre das nicht nur Betrug, sondern Diebstahl. Sie haben keine Lust, mit ihrem Geld ein Solidar- und Krankensystem aufrecht zu erhalten, das einen verantwortungsbewußten gesunden Lebensstil bestraft, jedoch arbeitsscheuen Mitbürgern und integrationsresistenten Neudeutschen Haus, Limousine und die zum Totschlagen der Zeit dringend benötigte neueste IuK-Ausstattung einschliesslich aller sonstigen Konsumgüter zur Verfügung stellt. Und sie haben keine Lust, in Konzernen zu arbeiten, deren Manager realitätsferne Entscheidungen zum Schaden der Arbeitnehmer und Gesellschaft treffen, nur weil sie kurzfristigen Sharehoder-Interessen dienen könnten; die für ihre nachhaltigen Fehlentscheidungen mit Millionenabfindungen und Top-Stellenangeboten "bestraft" werden, anstatt wie jeder kleine Handwerker in diesem Fall in den Strafvollzug zu wandern.

Deutschland entziehen sich zunehmend selbst die Basis - vom Land der Dichter und Denker zum Pool der hoffnungslosen Wirtschaftsflüchtlinge und unqualifizierten Dumpfköpfe. Was Deutschland zur Genesung bräuchte, wären seine Expatriaten - in führenden Positionen in Staat und Wirtschaft.


Benutzername: Mr. Kunst

Beitrag: hallo, interessant.. wenn man die Beitraege so liest moechte man meinen in welch schlechten Land wir doch leben, alles wird schlechtgeredet, gute Dinge in Deutschland werden komplett vernachlaessigt und es wird sich kollektiv nur ueber die Mangel/Fehler und Miseren im Land aufgeregt. Was mich dabei wundert ist, dass selbst im Ausland lebende sich von der kollektiven Miesmacherei anstecken lassen.

Ich fuer meinen Teil bin kurz nach dem Studium nach Irland gegangen, weil es mich reizt im Ausland zu arbeiten. Der Blick auf Deutschland hat sich waehrend meiner Zeit hier sehr zum Positiven gewandelt, man bekommt den Blick fuer die guten Seiten, welche im Uebermass vorhanden sind. Meiner Meinung nach kann sich das deutsche Volk -trotz aller Schwaechen- gluecklich schaetzen in einem solch tollen Land zu leben. Man muss nur einmal nach den guten Seiten Ausschau halten. Gluecklicherweise hat sich die Grundstimmung waehrend der WM grundlegend geaendert und man kann die Entwicklung eines gesunden Patriotismus beobachten, was uns aus geschichtlichen Gruenden lange Zeit gefehlt hat.

In diesem Sinne auf eine gute Zukunft, auf das die Miesmacher auswandern! Ich freue mich darauf in Zukunft Steuern in meinem Land zu zahlen.


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Benutzername: IB_chris

Beitrag: ich bin ein 21 jähriger Student, der nach seinem Abitur, einer Berufsausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten und seiner Bundeswehrzeit nach einem international ausgerichteten, englisch-sprachigen Wirtschaftsstudium gesucht hat; auch genannt "International Business (Bsc)" oder "Business Studies (Bsc)". "No way" in Deutschland. Mein Heimatland hat mir entweder ein Fachhochschul-Studium angeboten, dass für mich nicht in Frage kam, oder mich an eine Privat-Uni verwiesen, die ich nicht finanzieren kann. Nachdem nun auch Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester erhoben werden sollten, habe ich mich endgültig von Deutschland verabschiedet.

Mittlerweile habe ich das erste Jahr meines komplett englisch-sprachigen Studiums (International Business (Bsc)) an der renomierten Universität Tilburg in den Niederlanden erfolgreich beendet und habe viele neue Freunde aus Finnland, Griechenland, Italien und vielen anderen Ländern kennengelernt. Ich bezahle weniger Studiengebühren als in Deutschland, teile einen Professor mit 20 anderen Studenten pro Kurs und darf kostenlos durch ganz Niederlande reisen. Auch die Ausstattung meiner Uni in Bezug auf PC`s usw. übersteigt die Qualitäten der deutschen Uni`s bei Weitem.

Fazit: Der Fakt, dass das Land in dem ich geboren wurde mit insgesamt "Null" Cent unterstützt, im Vergleich zu den Niederlanden, die mir 600 Euro pro Jahr zur Verfügung stellen, ohne die geringsten Ansprüche dafür zu stellen, verärgert mich. Außerdem hat mich der internationale Flair der Universität Tilburg nun auch dazu geleitet meinen Master in einem anderen Land wie z.B. Spanien zu absolvieren, was die Rückkehr nach Deutschland wiederrum zusätzlich unwahrscheinlicher macht.


Benutzername: Miajdan

Beitrag: Ich (Dipl-Informatiker,29 Jahre) bin nach Abschluss meines Studiums vor 3 Jahren nach Australien gezogen und lebe nun im schönen Adelaide. Ich habe die Entscheidung bis heute keine Sekunde bereut und wenn ich von ehemaligen Studienkollegen hören muss dass deren Steuer- und Abgabenlast so hoch ist dass sie netto kaum über einen Facharbeiterlohn hinauskommen (und dass nach 5-6 Jahren auf der Uni in einem sehr harten Studierenfach !) dann frage ich mich ob die BRD-Regierung einen Hass auf ihre Leistungträger hat wie früher die Ostblock-Länder.

Ich habe in meinem ersten Job in AUS 92.000 AUS-Dollar p.a. verdienen können und bin mittlerweile bei 105.000 angelangt; sowohl brutto als auch netto bleiben wesentlich mehr übrig als in "good old Germany" und das bei geringeren Lebenshaltungskosten (z.B. die Mietpreis etc. hier sind viel geringer!). Ich kann jedem auswanderungswilligen Ingenieur oder Informatiker nur wärmstens empfehlen sich nicht länger schröpfen zu lassen.


Benutzername: Jessica

Beitrag: Ich kann mich den vielen Beiträgen, die für eine Auswanderung aus Deutschland sprechen nur anschließen. Leider bin ich zur Zeit noch in Deutschland, weil das Auswandern aus Deutschland zwar leicht, das Einwandern in Länder wie Australien oder Kanada allerdings nicht so einfach ist. Aber bei der erstbesten Gelegenheit werde ich Deutschland sofort verlassen. Ich bin 25 Jahre alt und seit 2 Jahren mit meinem Wirtschaftsstudium fertig, allerdings habe ich hier in Deutschland auch keine Perspektiven; die Unternehmen erwarten, dass man flexible ist, ständig umzieht, setzen unbezahlte Überstunden voraus und geben meistens nur 1 Jahresverträge.

wenn man dann eine Job hat, geht die Hälfte des Geldes weg und man fragt sich echt wofür; Rente werde ich mit Sicherheit nicht bekommen und auch alle anderen Leistungen, wie Medikamente oder Akkupunktur muss man selber zahlen. Da geht es einem in der Ferne besser! Ausserdem: your home is where you make it. Das ich in Deutschland geboren bin, heißt nicht, dass ich hier bleiben muss. Ich kann nur jedem raten, der irgendwie die Chance bekommt; verlasst Deutschland. Hier müssen sich echt ein paar grundlegende Dinge ändern, damit dieses Land für seine Einwohner wieder attraktiv wird.

Hoffentlich kann ich mir dieses Trauerspiel in Deutschland auch bald von aussen anschauen!!


Benutzername: Wildecker

Beitrag: Ich bin nicht ausgewandert. Aber mein Bruder. Mein Bruder ist 1992 Jahren mit dem Motorrad verunglückt, ist seitdem wegen einer irreparablen Verletzung der Nerven des linken Armes schwerbehindert und mußte von seinem erlernten Beruf - Bergmann im Kalirevier - Abschied nehmen. Also schulte er um auf Industriekaufmann. Er bekam auch relativ bald eine Stelle - allerdings nur so lange, wie die Knappschaft dazuzahlte. In dem Moment, zu dem die Knappschaft ihre Ausgleichszahlungen an den "Arbeitgeber" einstellte, stand er "aus betrieblichen Gründen" wieder "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung".

Der Arbeitsmarkt aber wollte ihn nicht. Mein Bruder schulte also wieder einmal um, diesmal auf eine Branche mit sicherer Zukunft: IT-System- und Netzwerkadministrator. Seitdem war er zwar der Ansprechpartner für PC-Probleme in seinem gesamten Bekanntenkreis, aber für die Selbständigkeit fehlte ihm das Geld. Und bei aller Qualifikation: einstellen wollte ihn trotzdem kein Unternehmen. Schließlich hatte er ja nicht studiert!

Also hat er sich wieder einmal eine Zusatzqualifikation verschafft - alles durch Eigeninitiative, wohlgemerkt! - und ist seit Januar Mitarbeiter in einem Callcenter in Dublin. Er gibt von dort aus telefonischen Support in deutscher Sprache an ratlose PC-Benutzer aus dem deutschen Sprachraum. Zu Pfingsten war er übrigens zu Besuch in der "alten Heimat". Wir haben ihn gefragt, ob er irgendetwas vermißt, und da gab es tatsächlich etwas. Tabak für Zigaretten ist in Irland nämlich erheblich teurer als in Deutschland ...


Benutzername: fw

Beitrag: Habe eigentlich erst im Ausland begonnen vieles Deutsche zu schätzen. Bin mit meiner Frau vor ca. 4 Jahren in Schweiz gezogen. Nun ja, man könnte jetzt sagen, dass die Schweiz ja nicht richtiges Ausland ist (Sprache etc.). Weit gefehlt!!! Sicherlich ist die Einkommenssituation wesentlich besser, die Steuerlast niedriger und zumindest in einigen Gebieten die Lebensqualität sehr hoch. Dennoch sehnt man sich nach Deutschland zurück, wenn man die riesige Fehlerquote bei Behörden, Banken, der Post und Krankenversicherung sieht. Wir haben uns bereits daran gewöhnt jedes Dokument, jeden Auszug zu kontrollieren, da eigentlich so gut wie alles (inkl. der Umschreibung des Führerscheins) schief gehen kann. Ebenfalls stöhrend ist die sehr grosse Reserviertheit gegenüber Ausländern (benutze hier absichtlich nicht den Begriff Ausländerfeindlichkeit - obwohl es sicherlich vertretbar wäre es so zu formulieren). Ungeachtet dieser Kritik sind wir immer noch hier. Grund dafür ist, dass der Arbeitsmakrt in Deutschland nicht die Möglichkeiten der Schweiz bietet und man ungern den lieb gewonnen niedrigen Steuersatz wieder hergeben möchte. Fazit für mich: Es ist auch im Ausland nicht alles Gold was glänzt.


Benutzername: Marc aus Zürich

Beitrag: "Neues aus Jammerland" war 2003 der Titel einer Stern Ausgabe und es trifft den Nagel auf den Kopf. Viele Deutsche sehen in allem nur die Riskien, nicht aber die Chancen. Was meinen Sie wäre wohl passiert wenn man nach dem zweiten Weltkrieg, bei Porsche - damals noch in Österreich - so gedacht hätte. ...und ein Sportwagen ist objektiv betrachtet, nun wirklich das Letzte was die Deutschen wirklich dringend brauchten.

Im New York der 70er haben nur sehr wenige Potential der Stadt gesehen, Donald J. Trump gehört zu den wenigen von damals. Das sind Erfolgsgeschichten zweier, die hauptsächlich die Chancen gesehe haben.


Benutzername: OblongFitzOblong

Beitrag: Ganz offensichtlich haben wir es bei einigen der hier zu findenden Berichte mit ausgeprägt selektiver Wahrnehmung zu tun - fast nur Positives ist von den Auswanderern zu berichten - allerdings meistens eng begrenzt auf wirtschaftlich/unternehmerische Gesichtspunkte. Wer sich in etwa in China einrichtet, arrangiert sich mit einer Diktatur und verschließt wohl auch die Augen z. B. vor exzessiver Umweltverschmutzung und vor den Arbeitsbedingungen der einfachen Bevölkerung. Als Zugewanderter blendet man so etwas wohl aus, da man ja nicht mitverantwortlich ist? Auch anderswo nimmt man als Einwanderer kommentarlos Verhältnisse und Zustände hin, die zu Hause zu großer Empörung geführt hätten. Ich habe familär und beruflich Kontakte ins Ausland und weiß, daß vor dort Ort ( z.B. auch in England) ganz ähnliche Diskussionen geführt werden wie bei uns und das man trotz aller Unzulänglichkeiten und vielen, was kritisiert werden muß, neidisch auf die "Zustände" in Deutschland blickt. Ich bin in diesem Land jetzt seit 25 Jahren in verschiedenen Branchen selbständig und bin mit Überregulierung und Überperfektion noch immer klargekommen. Ja, ich rede von Deutschland. Klar könnte es auch einfacher gehn...seufz, aber nicht auswander...


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Benutzername: sparepart

Beitrag: Ich bin in als Türkischer Staatsangehöriger in Deutschland geboren. Wenn ich die BRD mit anderen Nationen vergleiche, hätte ich wohl heute keinen akademischen Abschluss (aus finanzieller Sicht). Vor ein paar Monaten habe ich nun mein Studium beendet und schreibe am laufenden Band Bewerbungen. Abgesehen von ein paar Vorstellungsgesprächen hat sich bisher noch nichts ergeben. Es gibt kaum Stellenanzeigen wo nicht der Begriff "Berufserfahrung" erwähnt wird. In meinem Heimatland (Türkei) könnte ich sicher eine Arbeitsstelle finden. Jedoch möchte ich hier in Deutschland anfangen. Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass ich als Berufsanfänger hier am meisten lernen kann. Das Finanzielle hat nicht die höchste Priorität, vielleicht mal später.

Als ich zu meinem Auslandsaufenthalt nach Japan bin, habe ich gemerkt welch ein Unterschied zu Deutschland dieses Land besitzt. Die Einstellung der Leute zum Arbeitsleben ist enorm. Das Land hat in ungefähr das gleiche durchgemacht wie die BRD. Jedoch wurden die Reformen in Japan durchgesetzt und das Volk hat mitgemacht. Die meisten in der BRD schreien förmlich nach Reformen, nur selbst dazu beitragen möchten Sie nicht.

Nachdem ich fast jeden Leser-Beitrag hier gelesen habe, interessiert mich nun auch einerseits ein Berufsstart im Ausland. Vor kurzem kam das für mich eigentlich nicht in Frage, was wird mir aber anders übrig bleiben wenn sich in paar Monaten hier immer noch nichts ergibt.


Benutzername: Valentino

Beitrag: Sowohl aus wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht ist es kaum mehr abzulehnen, dieses Land zu verlassen. Man kann kaum noch sinnvolle Geschäfte machen, um Geld zu verdienen und daraus Erneuerung oder Innovationen zu finanzieren, gerade im Mittelstand und bei kleineren Unternehmen. Das Management ist z.T. erheblich überfordert und glaubt in der Tat, die Modernisierung anhand von "Internet-Wissen" vollziehen zu können. Alles muss im Eiltempo über die Bühne gehen. Die Deutschen haben verlernt Mensch zu sein. Andererseits haben potenzielle Unternehmensführer erhebliche Probleme in der Personalpolitik zu bewältigen – Motivation, Produktivität, Zuverlässigkeit etc.

Die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter wird durch die Gewerkschaften gebremst bzw. verhindert. Bürokratismus bis zum Abwinken, der einem entweder vermittelt, dass die Deutschen unmündig sind, mit diesem System zurecht zu kommen oder dass der Staat in reine Panik verfällt, den Überblick zu verlieren und alles kontrollieren will. Ein wahrer Bürokratismus-Boost. Politik ist unglaubwürdig für den Bürger.

Die politischen Parteien ringen um Macht und Einfluss, sind aber nicht in der Lage, das "Big Picture" aufzumalen und für das Land als Ganzes Besserung zu erzeugen. Kleinbürgerlichkeit in der Regierung verhindert Reformen, ohne die das Land kaputt geht. Lobbyisten kämpfen um ihre Existenzberechtigung und dazu sind ihnen alle Mittel recht, um nur zu gewinnen. Die GEZ versucht z.B. nun alle PC-Nutzer als potenzielle Radiohörer zu vergewaltigen mit einer Abgabe fürs Radiohören auf dem PC, auch wenn sie dazu gar nicht ausgerüstet sind. Alleine diese Anmaßung öffentlich zu machen, zeigt, wie weit wir sind. Wie gesund sind diese Menschen, passen sie noch in unsere moderne Zeit? Und wenn sie nicht mehr hierher passen, was machen wir mit ihnen? Dieses Land hat offensichtlich drei verfeindete Lager: die Politik, die Wirtschaft und die Gesellschaft. Wie kann das gut gehen?

Verlierer darf es in diesem Land nicht mehr geben, weil den Menschen die Toleranz und Empathie aberzogen wurde, sofern sie überhaupt schon einmal richtig gelebt wurde. Die politischen Parteien bevorzugen den Dissens und Verbalattacken, als ob die anderen Dreck wären. Sich über andere zu stellen ist das Ziel unserer Gesellschaftspolitik - vorne herum korrekt und unkritisch, weil eben auch der Mut zur Offenheit fehlt, und hinten herum die Hacke ins Kreuz. Wunderbar.

Über die verfehlte Schulpolitik zu resumieren, fehlt mir einfach das Verständnis. Hier ist offensichtlich der Staat die größte Bremse, mit unnachgiebigen Beamten in den Kultusministerien, die scheinbar jeden Wandel zum Besseren verhindern wollen. Die Zeit schreitet viel zu schnell voran, als dass die Schnecke Deutschland sie noch einholen könnte. Die menschliche Trägheit ist der gefährlichste Kleber.

Ein derart stark verkrustetes Unternehmen würde man heute zerschlagen, um es neu aufbauen zu können – bei einer Volkswirtschaft geht das nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass es zu spät ist, weil Reformen in den Köpfen aller Deutschen stattfinden müssten. Aber es gibt niemanden, der sie dazu motivieren könnte. Vereinzelt versuchen es weitsichtige Unternehmer, die es natürlich auch aber nur in der Minderzahl gibt. Oder Klinsmann vielleicht - erst diskreditiert bis zu Existenzfrage, dann Bundesverdienstkreuz? Um Sieger zu feiern, wird sogar das Bundesverdienstkreuz inflationiert. Unternehmer sind jedenfalls müde geworden, fortwährend diesen fatalen staatlichen Overhead als Ballast mitfinanzieren zu müssen. Sie sehen, wie es auch anderswo zugeht.


Benutzername: Andersdenkende

Beitrag: Die bisher veröffentlichten Beitrage fordern eine Antwort wirklich heraus. Wie schon vereinzelt festgestellt wurde, melden sich fast nur diejenigen zu Wort, die im Ausland ihr finanzielles oder privates Glück gefunden haben und darauf (wohl verständlicherweise) nicht aufgrund eines Rückzugs nach Deutschland verzichten wollen. All dieses Glück sei ihnen von Herzen gegönnt, ebenso wie eine glückliche und zufriedene Zukunft im jeweils gewählten Aus-Land.

Unverständlich für mich ist aber die Arroganz mit der die hervorragenden persönlichen und akademischen Leistungen der sich selbst als "high potential" qualifizierenden Leser zur Schau gestellt werden. Diese (leider gerade auch für Deutschland typische) Denk- und Sichtweise ist also offensichtlich bei vielen (den meisten hier Schreibenden) nicht abgelegt worden sondern scheint bei den Rufern aus dem Ausland noch verstärkt. Schade, dass die im Ausland so "glücklich" Lebenden sich nicht auch einen Teil der gerade bei den genannten Kulturen zu findenden größeren Entspanntheit und Zufriedenheit aneignen konnten und überspitzt formuliert in dieser Hinsicht "deutscher" sind, als die zuhause gebliebenen Deutschen, denen hier soviel Unmut, Unfähigkeit und Passivität vorgeworfen wird. Fast scheint es, als ob die sicher auch schwierige Entscheidung für das Ausland bei vielen der ständigen Rechtfertigung bedarf - und wie ließe sich das leichter rechtfertigen, als durch die desolaten Zustände zuhause?

Wer Deutschland als seine Heimat liebt sollte doch eigentlich nur gute Wünsche dafür übrig haben. Und wer sich besonders für die Verhältnisse hier interessiert, der bleibt hier und versucht seinen Teil dazu beizutragen, dass sich die Denkweise und die Strukturen ändern. Nur wer daran glaubt und seinen Teil beiträgt sollte überhaupt (konstruktiv) mitkritisieren. Mit allem anderen ist niemandem geholfen.

Ich (für die "high potential"-Vergleiche: promovierte Juristin mit einer 60h Woche die mir viel Spass macht) war selbst viel im Ausland, kenne das schöne Gefühl, sich auf eine fremde Kultur einzulassen und weiß aber auch wie leicht sich der trügerische Gedanke einschleicht, dass woanders alles besser ist als zuhause. Das liegt vor allem daran, dass man als Deutscher im Ausland keine Verantwortung trägt sondern immer Gast bleibt. Was in den USA an Negativem passiert, ist das Problem der wahlberechtigten Amerikaner, aber doch nicht der immigrierten Deutschen... Wer behauptet, im Ausland ist alles besser und man lebt glücklicher zieht ein Leben ohne Verantwortung und mit partieller Sichtweise (auf die schönen Seiten im Ausland) einem realistischen und verantwortungsvollen Leben vor. Das soll jedem vergönnt sein, aber Kritik kann man sich aus dieser Position eigentlich nur in sehr vorsichtigem Rahmen erlauben.


Benutzername: frank

Beitrag: Ich selbst kann bei allen diesen Berichten gut mitfühlen. Ich bin zwar nicht ausgewandert, lebe nach wie vor in Deutschland, habe aber vor einem Jahr aus ähnlichen Gründen meine Verbeamtung auf Lebenszeit nach 5 Dienstjahren an den Nagel gehängt, um wenigestens ein bisschen Flexibilität im Beruf erleben zu können.

Eins macht mich allerdings ein bisschen traurig: Fast alle der Beiträge berichten von einer hochqualifizierten Ausbildung, zumindest den Schulabschluss haben die meisten an deutschen kostenlosen (!) Schulen gemacht. Auch das sollten diejenigen sich sagen lassen, die jetzt nur noch schlecht über Deutschland reden: Die Ausbildung, die sie auf Kosten der "dummen" Zurückgebliebenen machten, wäre in fast keinem der klassischen Auswandererländer so kostenfrei möglich gewesen wie in Deutschland. Deshalb finde ich es ein bisschen schade, wie über das Land geredet wird, das einem immerhin einiges ermöglicht hat. Gerade die, die sich im Ausland selbständig machen, greifen nämlich oft auf Arbeitskräfte zurück (China, Südafrika), die solche Chancen in ihrem Leben eben nicht hatten.


Benutzername: Karline Schrubberstiel

Beitrag: Vorab : Dies ist eines des besten blogs die ich seit langem gefunden habe, und eins das lang ueberfaellig ist.

Ich habe Deutschland 1990 verlassen und hatte nach 6 Jahren London und 7 Jahren Paris von meinem jetzigen Arbeitgeber das Angebot bekommen nach New York zu transferieren, wo ich nun seit 3 1/2 Jahren lebe.

Eigentlich hatte ich zwei Angebote (beide von meinem Arbeitgeber) - nach Deutschland zurueck oder nach New York. Der Posten in Deutschland was etwas besser bezahlt (brutto, nicht netto) und die Position war sehr hoch in unserer deutschen Organisation angeordnet. Ich habe mich trotzdem Ende 2002 fuer New York entschieden. Warum? Ich habe Deutschland ueber die Jahre meines Auslandsaufenthaltes genau beobachtet. Und waehrend meiner Besuche auch erfahren. Und was ich gesehen habe war einfach nicht sehr motivierend. Das Klima in Deutschland ist ueber Jahre hinweg mismutig und negativ gewesen. Mag sein, dass die WM das Stimmungsthermometer etwas hochgefahren hat, aber naja. In Deutschland goennt leider keiner dem anderen die Butter auf dem Brot. Jeder ist neidisch auf jeden, anstatt sich wie hier in den US zu sagen: wenn die das schafft, dann kann ich auch erfolgreich sein.

Hinzu kommt im beruflichen Bereich das Hierarchiedenken. "Management by mushroom" - alle im Dunkeln lassen, und wenn sich Koepfe zeigen, sofort abschneiden. Bloss keine Eigeninitiative zulassen. Und last but not least - man gebe mir einen guten Grund als Frau in Deutschland Karriere machen zu wollen. Der Chauvinismus ist doch schwer zu ueberbieten (DIE REDAKTION DES MANAGER MAGAZINS EINGESCHLOSSEN! LESE SIE MAL IHRE EIGENEN ARTIKEL MIT OFFENEN AUGEN!). Ich glaube viele weibliche deutsche Leser im Ausland werden mir da beistimmen. Die Arroganz und Herablassung vieler deutscher Manager (oder ganz einfach Maenner) turned ganz einfach ab. Und bevor die deftigen Kommentare kommen von seiten derer kommen die sich angepiekst fuehlen - here for the record - ich mag Menschen, ob Mann oder Frau. Aber den Chauvinismus und die Diskrimination gegen Frauen am Arbeitsplatz, die ich in Deutschland staendig beobachte, das muss ich mir nicht mehr antun. Poliert Ihr mal schoen die 'glas ceiling' weiter, Ihr Herrn Manager in Deutschland. Ich steige inzwischen im Ausland die Leiter hoch, mit Hilfe einer Organisation, die wie ueberall hier dem individuellen Unternehmensgeist aufgeschlossen ist, und mit der Hilfe von maenlichen und weiblichen Mentoren und Vorgesetzten.

Die Abgabenlast wollen wir gar nicht erst erwaehnen. Das faellt ja auch eher unter den Punkt dem anderen nicht die Butter auf dem Brot zu goennen (siehe oben).

Phew! Das wollte schon lange mal gesagt werden.

Was ist positiv? Ich bin stolz Deutsche zu sein. Guck Dich doch mal um, Deutschland. Du hast allen Grund auf Dich selber stolz zu sein, statt miesepetrig Nabelschau zu betreiben. Bist ein schoenes Land voller kluger Koepfe und fleissiger Leute. Mach was draus. Und hab Spass. Loosen up!

Greetings from the Big Apple


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Benutzername: P. Linke

Beitrag: als ich 95 mit 1,9 als Elektroingenieur abschloss, bekam ich von den Firmen zu hören : "nur Englisch, welche Fremdsprachen sprechen Sie noch...". Wir wurden wie das Letzte behandelt. Heute, nach 5 Jahren in Brasilien und jetzt der Schweiz, nach PRAKTISCHEN Erfahrungen in Inbetriebnahme, Engineering, Projektleitung in internationalstem Umfeld von Turnkey Automobilwerken und Kombikraftwerken, spreche ich 5 Sprachen. Heute bekomme ich von deutschen Firmen zu hören :"ja, sie sind sehr interessant, aber haben Sie nicht ein bisschen viel gewechselt ?".....zum Glück brauche ich diese "Riskmanager" und "Costkiller" nicht mehr, ich habe mich durchgeboxt und kann mich auf internationalem Parkett zu einem fairen Preis behaupten. Die deutschen Unternehmenslenker sicher nicht, sie wären in einem offenen Wettbewerb ganz klar nur 3.WAHL !

gruss aus Salvador & der Schweiz ! ein deutscher Landsmann


Benutzername: Theo Teufelstein

Beitrag: Die Ärzte wandern nach Schweden aus.

Die sonstigen Hochqualifizierten verdünnisieren sich auch.

Das Geld ist auf der Flucht nach Luxemburg.

Die Arbeitsplätze verlassen Deutschalnd.

Die Arbeitslosen gehen deswegen nach Österreich zum Kellnern.

Die Konzerngewinne werden in Irland und auf den Bahamas gemacht.

Die Asylantenzahlen sind auf Talfahrt, nicht mal mehr die Asylbewerber wollen mehr zu uns.

Nur die Heuschrecken sind stark im Kommen.

Irgendwelche Zusammenhänge?


Benutzername: Thomas Marwedel

Beitrag: Meine Frau und ich sind vor zwei Jahren nach Norwegen ausgewandert, weil wir Lust auf ein Leben im Ausland hatten. Die jammerige Stimmung und die miserable Situation an deutschen Universitäten, haben uns in der Entscheidung unterstützt, aber sie waren nicht die eigentlichen Gründe.

Zu Ihrer Frage: im Ausland zu leben ist sicherlich nicht weniger patriotisch, als zu Hause zu bleiben. Es war ja klar, dass nach der WM die Frage auftauchen würde, wer am gründlichsten die Fahne schwingt. Aber sei's drum: wer ins Ausland verschwindet, begegnet sich selber in der Tür: Im Ausland ist man jeden Tag ein Deutscher und bekennt sich jeden Tag dazu und nicht nur wenn's passt oder eine Fanmeile dazu auffordert. Jeden Tag darüber nachzudenken, Fragen zu beantworten etc. schafft bei mir mehr Nähe zur Herkunft, als zu Hause zu quaken. Nie - und ich hatte bisher 40 Jahre Zeit - habe ich soviel über meine Herkunft nachgedacht und mich damit beschäftigt.

Darüber hinaus transportieren deutsche Auswanderer sehr viel von Deutschland ins Ausland, z.B. dass nicht alle Deutschen permanent im Stechschritt gehen, keinen Humor haben und immer alles perfekt organisieren müssen (leider ist das Bild von Deutschland häufig sehr holzschnittartig) oder von zu Hause mitgebrachte Bratwurst. Und wir lernen auch mehr darüber, was die deutsche Geschichte heute und ausserhalb von sich selbst wiederholenden Betroffenheitsbekundungen im Ausland bedeutet.

Wir werden erstmal hier bleiben. Norwegen ist klasse. Aber nicht, weil man hier besser Turbo-Kapitalismus spielen kann, sondern, weil es hier schön ist und es sich gut leben lässt. Ob wir wieder kommen? Keine Ahnung. Vor drei Jahren wussten wir nicht, dass wir auswandern würden.


Benutzername: LKG

Beitrag: Ob so mancher noch so schlecht über den deutschen Staat spricht, wenn er in Neuseeland 9 Monate auf den Facharzt warten muß, in GB mit 80 keine neue Hüfte mehr bekommt, in Schweden mit Grippe nicht zum Arzt vorgelassen wird, in den USA seine Krankenversicherung ihre Prämien verdoppelt, er in China vor Gericht gestellt oder in Russland ein Pflegefall wird? Polemisch? In Deutschland funktioniert vieles sehr stabil, das darf man nicht vergessen und sollte die anderen nicht nur durch die rosarote Brille sehen. Letztlich ist es eine Frage, welcher Kompromiß einem besser gefällt, aber ich befürchte, einige werden in der Not Rosinenpickerei betreiben - zu Lasten des insoweit allzu freiheitlichen - oder soll man besser sagen tölpeligen - Deutschlands.

Daß wir Probleme haben, daß es einem die Sprache verschlägt weiß ich nur zu gut. Und ich hoffe sie werden gelöst. Ich wäre dabei.


Benutzername: AlfredR

Beitrag: Ich habe mir die ersten 6 Seiten der Blogs hier durchgelesen und ich bin schon etwas erschuettert. Ganz wenige Zuschriften scheinen wohl nuechtern ihr Leben im Ausland mit ihrer deutschen Vergangenheit / Gegenwart in Einklang bringen zu koennen.

Da ist der CEO in den USA, der mit $32,000 angefangen hat und jetzt nach 8 Jahren $500,000 verdient. Find' ich super, meinen ehrlichen und herzlichen Glueckwunsch. Aber, was sagt uns das? Ich vermute, das ist eher ein Einzelfaell. Wir anderen, ehrlich, gehoeren wir nicht eher einer anderen Liga an?

Dann sind da die Auswanderer nach Asien. Ich war auch neben 2 Jahren in den USA auch einige Jahre in Suedostasien und Australien und ich kann nur bestaetigen, man hat dort ein tolles Leben. Allerdings, als "Langnase" (oder ExPat) in Asien gehoert man normalerweise zu den oberen 10,000 - gerade wenn man von einem Konzern dorthin geschickt wird. Da ist - z.B. in den Philippinen - ein Haus mit Swimmingpool, 2 Maids und ein Dienstwagen mit Fahrer durchaus normal (Haus und Dienstwagen werden meist von der Firma uebernommen, auch die Steuern darauf). Ich kann nachvollziehen, wenn dann jemand zurueckkommt aus diesen Verhaeltnissen, vielleicht mit einem asiatischen Partner, der nichts anderes gesehen hat, und der dann ploetzlich in Muenchen in einer 3-Zimmer Wohnung landet und nicht mehr zu den oberen 10,000 gehoert, dass der Rueckkehrer Probleme hat mit dem deutschen Umfeld. Der Kulturschock kann ziemlich heftig sein. Ich glaube auch, diese Auswanderer, die vom Leben dort schwaermen, haben sich die Einheimischen und deren Lebensweise in China, in Thailand, in den Philippinen noch nicht so genau angesehen. So werden die sicher nicht leben wollen.

Dann gab's die Klage, auf 100 Bewerbungen keine Antwort/keine Stelle bekommen zu haben. Da sag' ich dann - ganz kapitalistisch, ganz amerikanisch: Fuer Ihre Qualifikation gibt es eben in diesen 100 Firmen keinen Arbeitsplatz. Wenn Sie im Ausland was finden, gut fuer Sie. Sonst, machen Sie was anderes. In den USA gehen dann Elektroingenieure, die nichts Passendes mehr finden, z.B. als Raupenfahrer / Strassenbauer nach Alaska. Es muessen ja weiter die Raten fuer die Kreditkarten, das Auto, das Haus, die Schulausbildung oder Universitaet der Kinder (ab-)bezahlt werden. Und Arbeitslosengeld gibt's nach 6 Monaten nicht mehr.

Und wenn Sie in China oder Thailand oder sonstwo eine Firma gruenden konnten und trotz der Sprachprobleme und der endlosen Buerokratie dort am Laufen halten konnten, dann haben Sie meine Bewunderung. Aber, warum haben Sie's dann in D nicht geschafft, da waer's mit Sicherheit einfacher gewesen.

Und dann gibt's "Die Zurueckgekehrte", die einerseits beklagt, dass es an Kinderbetreuung fehlt und Familiensteuer, andererseits aber das Fehlen eines Anreizes, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Da kann ich nur sagen, gruenden Sie selbst einen Kindergarten, lassen Sie die Eltern entsprechend Beitraege bezahlen, nehmen Sie das selbst in die Hand.

Doch bevor das Kommentieren zu lang wird: Viele merken gar nicht, dass wir hier in Deutschland auf einer Insel der Seligen leben. Die Abgaben werden beklagt, aber Steuern muessen ueberall gezahlt werden und die deutschen sind nicht die hoechsten. Krankenversicherung ist ein Luxus, den wir uns hier leisten (meine Frau ist schon mal in Asien direkt von der Notaufnahme zur Kasse geschickt worden, waehrend meine Behandlung weiterging). Und die beklagte staatliche Rentenversicherung ist - wie ich meine - durchaus konkurrenzfaehig gegenueber einer privaten, die den Versicherungsauftrag sehr eng fasst und alle sonstigen Leistungen (Berufsunfaehigkeit, Witwenrente, etc.) verguetet bekommen moechte. Nochmal das Beispiel Asien: In vielen Laendern sind die eigenen Kinder die Altersversicherung - keine Kinder, keine Altersversorgung, viele Kinder, prima Versorgung im Alter (dafuer keine oder kaum Rentenversicherungsbeitraege).

Dann die kostenlose Ausbildung der Kinder und Jugendlichen bis zum Uniabschluss: da muss man lange suchen. Man kann beklagen, dass das Bildungsniveau in Deutschland langsam abnimmt - ich gehoere auch dazu - aber, um dem abzuhelfen benoetigen wir sicher keine Schul- und Studiengebuehren, vielleicht eher wieder eine Leistungsbereitschaft auf Seiten der Schueler und der Eltern.

Dann die Klage ueber die Verkrustungen in den Firmen und das Hinausdraengen der Alten: bei uns (ein sehr bekannter groesserer deutscher Konzern) sind Direktoren unter 40, der Vorstandsvositzende etwa Mitte 40. Die Hierarchien werden flacher, d.h. es gibt weniger Chefs, d.h. die High-Performer kommen tendenziell schneller nach oben und die Alten werden hinausgeschoben. Und trotzdem unsere Politiker nicht muede werden zu behaupten, wir muessten mehr und laenger arbeiten: es gibt offenbar nicht genuegend Arbeit, um die Aelteren in der Arbeit zu halten.

Deutschland und seine Leistungen sind nach wie vor im Ausland hoch angesehen (trotz der intensiven negativen Berichterstattung in den deutschen Medien, die sich ja auch in vielen Blogs hier wiederspiegelte) und nur mit einer sehr guten Qualifikation unseres Nachwuchses koennen wir uns dieses Ansehen und diesen Vorsprung erhalten.

Das wuensche ich uns, denn ich lebe gerne in Deutschland.


Benutzername: ctg

Beitrag: Es ist ab einem gewissen Zeitpunkt als selbstständiger Unternehmer mit einer tollen Frau, drei schlauen Kindern und einem braven Hund ins Ausland zu gehen, weil es eigentlich schon lange keinen Spaß mehr macht in einem überregulierten Land mit lauter Menschen zu leben die sich irgendwann dafür versichern werden aus Ihrem teuer bezahlten Eigenheim (hat bloß 30 Jahre Bankgefangenschaft gekostet) nicht gestohlen zu werden.

Hier kommt der Hohn, Ok, jedem das seine. Kurz und Gut, warum von dem vielen Geld das wir hier verdienen nichts mehr haben wenn wir von dem wenigen Geld woanders auch leben könnten und dann vielleicht ein "klitzekleinwenig" glücklicher wären. Wer weiß, am Ende ist es doch möglich.

Stellt Euch vor, ein Leben ohne GEZ, Haftpflicht, komische Steuern wie Lungen-Luft-Volumen-Verbrauchs-Steuer (die kommt irgendwann) und Menschen die nicht wissen warum das Leben eigentlich zu schön ist um auf der A8 im Stau zu stehen da die Pizza in Italien besser schmeckt oder die monatliche Rente auf die man/Frau wartet in 30 Jahren den Wert einer Eistüte hat.

Ach Leute, brauchen wir diese Erfahrungen den wirklich ?

Cheers, Der Noch-Da-aber-Auswanderer-Beneider-Chris


Benutzername: daheimgebliebener

Beitrag: Ich bin auch deutscher, jedoch in Österreich geboren und aufgewachsen. War auch während meines Studiums im Ausland. Muss aber im gegensatz zu vielen andern hier sagen, dass ich wieder gerne zurückgekommen bin. Ich zahle zwar etwas mehr steuern, dafür bekomme ich auch kostenlose Aufenthalte im Krankenhaus und muß z.b. keinen Kredit aufnehmen, oder man muss nicht für jeden Schritt zahlen, da es viele freiwillige Organisationen gibt, ohne denen die Schönheit der Landschaft in Österreich nicht so gut erhalten geblieben wäre. Geld und Karriere ist nicht alles. Viel wichtiger ist Gesundheit, Lebensfreude....


Benutzername: Sebastian Winters

Beitrag: Ich kann das Gemecker über den Wohn- und Standort Deutschland nicht mehr hören - schon gar nicht von denjenigen, die sich von hier verabschiedet haben.

Natürlich stehen wir in Deutschland vor großen Herausforderungen. Reformbemühungen müssen endlich gezielt angegangen und erfolgreich abgeschlossen werden. Das ist hart und trifft viele Menschen. Einiges ist bereits auf den Weg gebracht worden, vieles muss noch getan werden. Trotzdem bietet Deutschland reichlich Chancen (ob abhängig beschäftigt oder selbständig) sich zu entfalten und seine (geschäftlichen) Ideen umzusetzen.

Insbesondere wir, die sehr gut international ausgebildeten Bürgerinnen und Bürger tragen eine Verantwortung für unser schönes Land. Vor Problemen weglaufen kann jeder - ein Zeichen von Leadership ist das allerdings nicht. Und ich spreche nicht davon, international Erfahrungen zu sammeln, sei es durch Studium, Job etc.. Nichts ist heutzutage wichtiger - für einen persönlich als auch für Deutschland - als internationales Wissen und Erfahrungen. Doch sollte statt zu meckern von jedem einzelnen versucht werden, unser schönes Deutschland noch attraktiver zu machen. Wir sind weiterhin das Land der Dichter & Denker - nicht umsonst rangieren wir bei den Ausgaben für Entwicklung & Forschung weltweit ganz weit vorn und sind das Land mit den höchsten Ausgaben für Kultur & Kunst pro Kopf. Was wir brauchen sind mehr mutige Menschen in Deutschland, die bereit sind Risiko einzugehen um Neues zu schaffen, und nicht die ewigen Nörgler und Miesmacher. Sollen sie doch in Übersee bleiben.

Nur dann, wenn es dort die Lebens- und Arbeitsbedingungen schlechter werden oder hier es rosiger ausschaut - dann kommen sie alle wieder, als wäre nichts gewesen. Armes Deutschland!


Benutzername: dknydb

Beitrag: Als ich Deutschland 1966 verlassen habe um in England zu arbeiten hate ich laufend Heimweh.

Jetzt, nachdem ich seit 1972 in den USA lebe besuche ich D wenigstens dreimal pro Jahr. Nach spaetensens 3 Wochen vermisse ich die US fuer den einfacheren und bequemen Lebensstiel. Was ich in den Staaten erreicht habe waere in Deutschland unmoeglich gewesen.

Waehrend der WM flieg meine Deutsche Fahne vor meinem Haus.


Benutzername: Michael

Beitrag: Mir kommt die Situation so vor wie im Sommer 1989, als viele Menschen aus der DDR über Ungarn nach Westdeutschland flüchteten. Nur das sich diese Flucht heute langsamer und geräuschloser vollzieht als damals. Gleichzeitig hört man auf den Straßen, in den U-Bahnen usw. immer mehr Türkisch, Russisch und andere östliche Sprachen und diese Migranten-Paralellgesellschaften weiten sich aus. Man bekommt immer mehr den Eindruck, in einem Land zu leben, das neben seinem hohen Lebensstandard auch seine 'Westlichkeit' verliert. Viele Deutsche möchten das eben nicht mitmachen und sagen tschüss. Das ist einer der Gründe, warum ich weg will. Ein anderer ist, das ich mit meinen 38 Jahren und meiner kaufmännischen Ausbildung in Deutschland sowieso zum Alteisen gehöre. Warum soll ich mich nicht woanders umschauen? Ein weiterer Grund ist der beißende Negativismus, der in diese Gesellschaft eingewebt ist.

Ich will jedenfalls nur noch weg, wobei es mir auch egal ist, ob in Deutschland die Jobchancen steigen oder die Wirtschaft sich bessert. Jemand schrieb hier in seinem Beitrag, das es sein Ziel sei, von Deutschland unabhängig zu werden. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.


Benutzername: slhks

Beitrag: ich bin schon 98 aus deutschland ausgewanndert und zwar weil ich die faxen mit staat, gesellschaft, kleingeistigkeit und besitzstandswarern dicke hatte. meine beste entscheidung bisher ...

gruss aus nyc


Benutzername: Joerg

Beitrag: Congratulations an alle, die den Mut zum Risiko bewiesen haben und einen entscheidenden Schritt getan haben...

...sie haben der Bundesrepublik Deutschland die Macht entzogen.

Ich bin 54 und mit 47 jahren in die USA ausgewandert. Sie wissen alle, dass in einem Alter um die 50 in Deutschland keine Chancen auf eine erfuellende berufliche Entwicklung gegeben sind. Man versucht sie im Gegenteil aus dem Arbeitsprozess auszugliedn in die Fruehpensionierung.

Ich brauche kein vom Staat gestelltes Rentensystem, welches wie sich heraustellt, nicht einmal verlaesslich ist. Ich kann mir mein eigenes Rentensysyem schaffen und bin darin sehr erfolgreich. Das soll keine Angeberei sein, sondern nur zeigen was moeglich ist. Ich arbeite heute nicht mehr weil ich arbeiten MUSS, ich tue es weil es Spass mcht und mir Erfuellung gibt. Die Moeglichkeiten sind unbegrenzt, und die USA sind nach wie vor das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten.

Ich gebe all den jenigen Recht, die nach Bedingungen suchen die sie befriedigen und nicht unterdruecken.

Nochmals Herzlichen Glueckwunsch an alle, die den Sprung wagen.


Benutzername: Joerg

Beitrag: Ich habe gerade gelesen, dass Auswanderer in der Regel nur Gast in dem Land sind in das sie ausgewandert sind. Ich habe auch gelesen, dass die hoch qualifizierte Ausbildung von diesen Auswanderern besonders hochgehalten wird.

Ich kann dazu nur sagen, und ich kann natuerlich nur fuer mich sprechen: Ich bin seit gut zwei Jahren Amerikaner, mit einem amerikanischen Pass. Ich habe Verantwortung fuer meinen Schritt und fuer die Gesellschaft uebernommen, die mir in meiner zweiten Lebenshaelfte ungeahnte Moeglichkeiten bietet. Ich fuehle mich nicht als Gast, sondern als willkommenes Mitglied dieser Gesellschaft.

Ein Auszug aus der Rede des Chefs der INS and die neuen Staatsbuerger:

Wir freuen uns sehr, dass sie alle heute aus 95 Staaten dieser Erde zu uns gekommen sind. Wir heissen Sie alle herzlich willkommen. Wir brauchen Sie, damit Sie uns helfen unsere Gesellschaft weiter zu bauen. Wir brauchen Sie mit all Ihrem Enthusiasmus, all Ihren Faehigkeiten und all Ihren Traeumen. Ich bin sicher, dass diese Traeume, die wir gemeinsam traeumen, wahr werden. Auch die Reise zum Mond hat als Traum begonnen und seht wo wir heute sind. TOSENDER BEIFALL und Traenen der Ruehrung bei fastallen Anwesenden. Der 'American Dream' ist immer noch sehr lebendig, und ich finde, heute mehr den je!!!

Dieses Land will mich und braucht mich, trotzdem ich "schon" 54 bin!!!


Benutzername: silkes

Beitrag: Ich bin vor vier Jahren nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus privaten Gruenden nach Australien ausgewandert (nachdem ich vorher schon drei Jahre gependelt war). Ernuechterung ist das vorherrschende Gefuehl. Nicht nur ich, auch viele andere Auswanderer , haben eine bald zehnjaehrige Berufsausbildung hinter sich, zwei Staatsexamina abgelegt und Berufserfahrung in D. gesammelt, und koennen hier nichts, aber auch gar nichts damit machen. Das muss man gedanklich erst einmal verkraften. Ja, einiges ist besser hier als in Deutschland, einiges aber auch schlechter. Oder gibt es irgendeinen logischen /Grund dafuer, dass eine ausgebildete Tiermedizinerin hier nicht arbeiten darf und noch einmal von vorne anfangen muss ? So kenne ich ausgebildete Psychologen, die in der Fabrik arbeiten, und Volljuristen, die im Supermarkt Regale bestuecken sowie Professoren , die ein kleines Restaurant in einer Ladenzeile im Nirgendwo betreiben. Ob es das wert ist ? Die Kinder hier zu einer guten Schule zu schicken kostet ein halbes Vermoegen jedes Jahr, Uni ebenso, wie kann man da auf Deutschland spucken, das dieses alles kostenlos und gut bietet? Auswandern darf jeder sicher wie er will, aber ich weiss, dass es viele auch bereut haben.


Benutzername: Neff, Dieter

Beitrag: Diesen Schritt kann ich absolut nachvollziehen, da ich selbst 4 Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet habe und erfahren habe, daß in anderen Ländern ebenfalls hart gearbeitet wird netto jedoch bis zu 20 % mehr in der eigenen Tasche verbleiben.

In 2004 nach Deutschland zurückgekommen mußte ich bitter erfahren, daß nicht nur durch den EURO viele Sachen wesentlich teuerer geworden sind, sondern ich mit dem gleichen Gehalt netto noch weniger in der Tasche hatte als im Jahr 2000.

Darüber hinaus sind die Wahlversprechen der großen Koalition nur in eine Richtung erfüllt worden und zwar zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung. Alle Versprechen auch die Lohnnebenkosten zu senken wurden bisher unter den Tisch gekehrt.

Die Frage die sich heute für mich stellt ist doch, subventioniere ich weiterhin ein Rentensystem und eine Gesundheitssystem von dem ich (sollte ich hier einmal in den Ruhestand gehen) selbst nie profitieren werde. Ich bin es einfach Leid die Fehler aller vorangegangener Bundesregierungen weiterhin mit meinem Geld zu finanzieren.

Fazit: Diese und wahrscheinlich auch alle nachfolgenden Bundesregierungen fehlt es an Mut, Willen und Durchsetzungskraft eine Reform durchzusetzen, die tatsächlich den Namen Reform verdient hat. Stattdessen bewegen wir uns seit Jahrzehnten in einem "Konsensgerede" um möglichst alle Lobbiesten zu bedienen.


Die veröffentlichten Beiträge wurden nicht redigiert. manager-magazin.de behält sich aber vor, Zuschriften zu kürzen.

Weitere Leser-Beiträge

Benutzername: Sushizentrale

Beitrag: Nach Bachelor-Abschluss ("cum laude") in der Faecherkombination Japanisch und VWL an einer renommierten deutschen Universitaet, sowie einem darauffolgenden Master-Studium an einer der bekanntesten Universitaeten Asiens (Abschluss "Master of Economics") bewarb ich mich bei so ziemlich allen deutschen DAX-Unternehmen um eine passende Stelle. Ergebnis: keine Chance, oder zumindest nicht, was man sich mit einem solchen Werdegang beruflich ungefaehr vorstellt. Durch Zufall bekam die Japan-Branch eines grossen deutschen Konzerns meine Unterlagen auf den Tisch und man stellte mich vom Fleck weg ein. Zu lokalen Bedingungen zwar, aber die sind auch recht attraktiv.

Mitterweile arbeite ich seit einem Jahr hier und meine beruflichen Aussichten sind sehr gut - selbst in einer "steady-state economy", die Deutschland sehr aehnlich ist. Nur eben nicht im Arbeitsmarkt - offensichtlich.

Ich bin Patriot und werde meiner Heimat treu bleiben, nur wundert es mich auch nicht, wenn die deutschen Staatslenker offenbar die Globalisierung nur auf Unternehmensseite fuerchten, diejenige auf der Arbeitnehmer- und "young professional" - Seite jedoch voellig ausser Acht lassen.

Gern wuerde ich wieder in mein Heimatland zurueckgehen, aber nicht um jeden Preis.

Beste Gruesse aus dem Land des Laechelns.


Benutzername: jOsch

Beitrag: Ich versteh diese Jammerei von vielen meiner Vorredner einfach nicht. Da wird das Land u.U. aus gerade diesen Gründen verlassen, das Rummaulen bleibt. Maulen auf allerhöchstem Niveau. Da spricht aus so manchem Munde das a-typisch deutsche kleinbürgerliche Spießbürgertum mit eingebauter Vollkaskomentalität und negativer Einfallspinselei mit Dauerabbo zur Schwarzmalerei. Deutschland ist und war wahrscheinlich froh euch losgeworden zu sein. Wird Zeit sich ein paar urbanere, weltstädtische Charaktermerkmale zuzulegen! Willkommen in "the real world". Vollkasko ist abgeschafft!

Ich habe mittlerweile einige Länder (beruflich) gesehen und kennen gelernt, lebe seit zwei Jahren in London und werde irgendwann in meine bayerische Heimat zurückkehren, keine Frage. Natürlich mit einer Menge Inspirationen und Ideen, um mein Land auch in der Zukunft vorwärts zu bringen (welches meine mehr als exzellente Ausbildung ermöglichte und finanzierte).

Zudem, Deutschland ist mit Sicherheit eines der demokratischsten, rechtstaatlichsten und liberalsten Länder in Europa, und in der Welt sowieso. Bürokratie gibt's auch anderswo. Natürlich ist nicht alles perfekt. Aber zeig mir doch einer ein besser entwickelte Industrienation mit höherer Lebensqualität, abgesehen einiger kleiner Nachbarländer, Japan und Skandinavien, bitte!!!!????? Die USA Positivisten sind nur Blender(die nur die halbe Wahrheit erzeahlen).

Die positive Reputation Deutschlands (wirtschaftlich sowieso) im Ausland überwiegt, hier wundert man sich nur über die unangemessene Qualität der Jammerei (vor allem geschuert durch die Medien), viele Industrienationen währen mehr als glücklich "nur" die Probleme der Deutschen zu haben.

Ich kann T. F. These nur unterstützen: ... hab mein Heimatland und deren Menschen erst lieben und schätzen gelernt als deutscher Bayer lebend im Ausland. Kopf hoch, denk positiv!


Benutzername: strsmilla

Beitrag: Die Beiträge zu diesem Ausländer Blog haben mich sehr nachdenklich gemacht:

Ich bin im Ausland aufgewachsen (Brasilien) und wollte Nichts als wieder zurück nach Deutschland. Freiheit, geringe Kriminalität, gute Ausbildung waren die Treiber. Schon während meines Studiums bekam ich etliche Unsinnigkeiten des deutschen Systems zu spüren. Z.B die Nichtanerkennung einer Physikdiplomprüfung, die ich vorher an einer anderen deutschen Uni gemacht hatte, die in Physik wenigstens genauso renommiert war (die 2. Prüfung war sogar einfacher!). Wegen des Wechsels verlor ich ein ganzes Jahr, für nichts und wieder nichts!

Nach dem Chemiestudium entschied ich mich gegen eine Promotion, da ich keinen Sinn darin sah, mich 4 Jahre in einem Labor ein zu sperren, € 1000 im Monat zu verdienen und keine Erfahrung im Arbeitleben sammeln zu können.

Mittlerweile bin ich 4 Jahre auf dem Arbeitsmarkt, verdiene gut und kann von wahrer Arbeits- Erfahrung reden. Nichts gegen Doktoranden, aber man sollte Menschen, die sich von vorneherein gegen eine Laborarbeit (für diese ist eine Promotion essentiell, das ist mir schon klar) entscheiden, nicht wegen 2 Buchstaben die Kariere verbauen!

Bis jetzt hatte ich Glück, da es meinen Arbeitgebern egal war ob ich den Doktor hatte. Sie freuten sich eher, eine junge, dynamische Person einstellen zu können. Doch in einem deutschen Unternehmen kommen solche archaischen Strukturen immer wieder zutage, vor allem wenn ältere Manager denken, sie bräuchten jemanden zum Repräsentieren.

Glaubt ihr denn wirklich, dass einer mit einem „Dr." gleich automatisch besser ist, wenn es um nicht- wissenschaftliche Entscheidungen geht? Ich habe vor einen MBA zu machen, muss ich das dann auch schön groß auf meine Visitenkarten schreiben, dass ich auf einmal mehr wert bin?

Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, wieder nach Brasilien zurückzukehren. Nicht weil mir meine 2 fehlenden Buchstaben zum Verhängnis werden könnten. Sondern weil ich auch den Neidern entkommen möchte, die mich ständig fragen wie ich mir ein Auto leisten kann, warum ich weite Urlaubsreisen mache und eine Wohnung besitze.

Meine Güte, macht es so wie die Brasilianer. Seit glücklich das ihr gesund seit und genießt das Leben!


Benutzername: Österreich

Beitrag: Sogut ich alle Gründe für eine Auswanderung verstehen und nachvollziehen kann, stellt sich mir als Ausländer in Deutschland seit 25 Jahren lebend, folgende Frage: Wenn jeder, der hier Schwierigkeiten hat geht, wer soll dann die Probleme im Land lösen? Sollte man hier auf die Politik setzen, hat man sich gründlich getäuscht. Das Volk bzw. der Staat sind wir und die Politiker nur unsere "Angestellten".

Wenn dieser Staat, und damit meine ich jeden einzelnen von uns, nicht endlich in friedlicher Demonstration aufsteht und unseren "Angestellten" zu verstehen gibt, dass sie nicht in unserem Sinne handeln und arbeiten, wird sich nie etwas ändern. Davonlaufen ändert nichts, es betrifft nicht nur die "Anderen", es betrifft uns alle und somit sind wir alle gefordert, für dieses Land um Änderungen zu kämpfen. In Zeiten des Internet wäre es meiner Meinung nach machbar, genügend Gleichgesinnte zusammen zu bringen um friedlich aber bestimmt aufzustehen und zu zeigen, dass man mit einem Volk nicht alles machen kann und dass die Grenze des Hinnehmens und der Lethargie erreicht sind. Hier verhält es sich m. E. wie mit Kindern - sie testen die Grenzen immer wieder aus; wenn man die Grenze nicht aufzeigt, tanzen sie einem auf dem Kopf herum!

Die Deutschen kümmern sich gerne um Probleme in allen Teilen der Welt; vergessen jedoch, dass nur wer selbst gesund ist, genügend Kraft hat, anderen zu helfen. Wenn wir globale Verantwortung tragen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass wir selbst gesund sind um dieser Verantwortung gerecht werden zu können. Darin sehe ich die Erkenntnis aus der Vergangenheit. Wenn in Deutschland nicht endlich Verantwortung für das eigene Land, für die eigenen Mitbürger und für die eigene Zukunft übernommen wird, wenn wir nicht endlich zu uns unserem Land, unserer Ethik und unseren Werten ein Stück zurückfinden sondern wie die Lemminge ohne Rücksicht auf eigene Kultur und Mentalität den Amerikanern nachlaufen und deren Negatives mit deutscher Perfektion übernehmen und noch verschlimmern, sehe ich schwarz für die Zukunft unserer Kinder. Ich mag Amerika und die Amerkaner, ebenso wie alle bisherigen Länder und deren Bewohner die ich bisher kennen lernen durfte. Aber egal welche Schwierigkeiten in deren Ländern es gab - sie stehen zu ihrer Mentalität, ihrem Kulturkreis, lieben ihr Land und stellen es an erste Stelle (mehr oder weniger patriotisch) und sie kämpfen für ihre Heimat. Es wird Zeit, dass die Deutschen aufstehen und gegen Verstöße der Grundrechte (bewusstes fördern der Altersarmut, Verletzung der Menschenwürde in Krankenhäusern und Altersheimen, Unterstützung der Lobbyisten; siehe Gesundheitsreform, Banken und Versicherungen etc., nach dem Motto, hinter uns die Sintflut; hauptsache wir sind versorgt) durch unsere Politiker aufstehen. Die Zeit der Buße und des Schweigens muss nach 60 Jahren endlich vorüber sein, jeder ist gefordert Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu zeigen bevor es ihn selbst betrifft! Wir haben in Deutschland schon fast eine diktatorische Demokratie ( "Basta", -"ich habe entschieden"), es liegt an uns zu entscheiden - "es reicht"- wir wollen verantwortungsvolle, faire und gerechte Politik und ausgewogenen Reformen.

Politiker, die ihr Amt nicht nur als "Versorgung" ihrer eigenen Person sehen.

Die Hoffnung, nach dem "Abhauen" irgendwann in ein gesundes Land zurückkehren zu können ohne dafür seinen Beitrag geleistet zu haben, ist m. E. verschwindend gering.

Noch kann man in Deutschland leben und auch was verändern; es liegt an jedem Einzelnen sich zu engagieren und nicht immer nur zu sagen: "Was kann ich allein schon ändern". Wir bwenötigen dringend einen neuen Volkssport - engagieren und friedlich aber bestimmt,maschieren. Auch hiermit kann man Vorbild für eine globale, fairere und gerechtere Welt sein! M.E. sogar das Eindruckvollste und Wirksamste - Polen hat es uns seinerzeit vorgemacht.


Benutzername: Exildeutscher

Beitrag: Hallo MM, ich bin seit 2 Monaten in Dublin, Irland. Ich bin Bauingenieur und habe kuerzlich mein Masterstudium abgeschlossen. Die Jobsuche danach in D war schlicht frustrierend und Hartz 4 war fuer mich die schlechteste aller Optionen. Also hiess fuer mich die Devise: nichts wie raus. Ich bin 33 Jahre alt, noch ohne Kinder, also hielt mich nichts mehr in D. In Irland boomt der Bausektor und Ingenieure werden dort staendig gesucht und auch gut bezahlt. So hat es nicht lange gedauert, bis ich einen Job gefunden habe. Die Arbeit macht Spass und die Atmosphaere ist locker und unkompliziert.

Dass ich viel weniger Urlaubstage, weiniger Feiertage und mehr Wochenstunden habe, kann ich gut verschmerzen. Das Leben ist hier teurer als in D, besonders die Mieten explodieren hier, was andererseits auch wieder gut fuer den Bausektor ist, ist doch die Nachfrage nach Wohnraum immens. Dafuer zahlt man hier wesentlich weniger Steuern und Sozialabgaben.

Was die Frage des Patriotismus angeht: Ich bleibe Deutscher, worauf ich auch stolz bin (darf man das auch nach der WM noch??). Die Entwicklung in D verfolge ich weiter mit Interesse. Gerade wenn man im Ausland ist, wird man sich seinen Wurzeln noch mehr bewusst als "zu Hause". Heimweh habe ich aber nicht.

DEUTSCHLAND, ES TUT MIR LEID FUER DICH. ABER WENN DU MIR KEINE PERSPEKTIVE FUER MEIN LEBEN GEBEN KANNST UND DEINE UNFLEXIBLE WIRTSCHAFT HOCHQUALIFIZIERTE MENSCHEN NICHT EINSTELLT, WENN DU MEINEN SPAETEREN KINDERN KEINE ZEITGEMAESSE BILDUNG GEBEN KANNST, MUSS ICH MEIN GLUECK WOANDERS SUCHEN. SIEH ZU, DASS DU DEINE HAUSAUFGABEN MACHST. ICH WUENSCHE DIR ALLES GUTE.


Benutzername: rückkehrer/15 jahre

Beitrag: Nach fünfzehn Jahre Europa/Afrika/Asien/Americas bin ich (zuletzt aus Los Angeles kommend) in die Heimat zurückgekehrt. Ich kann Ihnen versichern: DEUTSCHLAND ist eines der l e t z t e n Paradiese dieser Welt !!!

Abenteuerlust wäre noch ein nachvollziehbarer Grund in das Ausland zu übersiedeln. Und die Flucht vor MIESEN CHEFS. Die hohe Krankheitsquote bei uns ist auf die miserable bis unwürdige Behandlung der "Angestellten" durch unfähige und miese Vorgesetzte zurückzuführen. Aber das merken die "Daheimgebliebenen" doch garnicht (da nichts anderes gewöhnt ?). Nur in Deutschland/Österreich muss mein seinen Vorgesetzten mit z. B. " JAWOLL, HERR DOKTOR" anreden. Obwohl er ja gar kein A r z t ist ! Oder noch besser: "Wie Sie wünschen, HERR KONSUL" !

Ich bin (seit meiner Rückkehr) jedes Jahr ca fünf Wochen im Aussereuropäischen Ausland. Um an Reisen nachzuholen was ich während meines Auslandaufenthalts selbst vesäumt habe. Denn die z w e i ( ! ) Wochen Jahresurlaub wurden natürlich in der Heimat (Eltern) verbracht. Wenn die Lufhansamaschine Richtung Heimat vom Boden abhebt durchströmt mich jedesmal wieder ein "Gefühls des Glücks" -: Noch einmal schlafen und dann ZUHAUSE in Deutschland !

PS: Auch wenn Sie das nicht wahrhaben wollen : Sie können (mit Ausnahmen) nirgends hin - weil die Anderen Sie garnicht haben wollen : "Er ist kein TYPISCHER Deutscher" ist woanders(z.B.USA) k e i n Kompliment ! Bleiben Sie hier und KÄMPFEN Sie für IHRE Heimat : SiE HABEN KEINE ANDERE !!!!!!!!!!

Benutzername: rückkehrer/15jahre

Beitrag: ::::::::: E R R A T U M :::::::::::::

"Er ist E I N typischer Deutscher" ist woanders ( z.B. USA / Schweiz ) k e i n Kompliment - muss das natürlich heissen !!!!!! "sorry".


Benutzername: UWWE

Beitrag: Ich selbst vermittle IT-Fachkräfte und Spezialisten im SAP-Umfeld. Deutschland ist im Vergleich z.B. zur Schweiz nicht mehr konkurrenzfähig, was das Gesamtsalärpaket betrifft. Erschreckend kommt dazu, dass es keine klare Strategie gibt, wie Grenzgänger aus Deutschland in der Schweiz steuerlich behandelt werden. Es fehlen vernünftige und durchdachte gesetzliche Regelungen, was zu einer gewissen Willkür im Verwaltungsbereich führt. 35000 deutsche Grenzgänger in der Schweiz, die auch zu sehr hohen Steuereinnahmen in Deutschland führen, werden nach meinem Eindruck eher systematisch "verprellt". Man muss sich wirklich nicht wundern, wenn insbesondere flexible und hochtalentierte Spezialisten noch ein paar Kilometer weiter südlich ziehen - momentäre Argumente gegen diese "Auswanderung" mindestens gibt es keine.


Benutzername: baumi

Beitrag: Nach 15 Jahren bei einem fuehrenden deutschen Markenartikelhersteller hab ich mich auf nach China gemacht. Inzwischen lebe ich seit ueber zwei Jahren hier und muss sagen, es war die richtige Entscheidung. Die Verdienstmoeglichkeiten liegen um ein Vielfaches hoeher als in Deutschland. Leicht findet man hochmotivierte Mitarbeiter, die alles geben, um das Geschaeft voranzutreiben. Das faszinierende und vielfach unterschaetzte Phaenomen an diesem Land ist, das viel mehr geld im Umlauf ist, als das in Deutschland der Fall ist. Nahezu jeder meiner Mitarbeiter geht mittags und abends essen, dass bei einem Monatseinkommen von 200 -250 Euro, aber das Essen kostet pro Mahlzeit immerhin 0,5 Euro. Selbst diese kleinen Dienstleistungen lassen viele am Wohlstand teilnehmen. Oder jedes Altpapier wird im Buero abgeholt, weiterverkauft etc...

Deutschland kann von diesem Land viel lernen.


Benutzername: Besser weg

Beitrag: In einem Land, in dem alles überreguliert ist, fehlt einem einfach die Luft zum Atmen.

In einem Land, in dem man in ein krankes Rentensystem einzahlt, und selbst nichts mehr davon hat, fühlt man sich betrogen.

In einem Land, in dem Bundes- und Landestagsabgeordnete beinahe beamtenrechtlich versorgt werden, muss man sich nicht wundern, wenn der Stillstand der Allgemeinzustand ist.

In einem Land, in dem Unternehmen trotz guter Gewinne Arbeitsplätze abbauen, wird die Solidargemeinschft nicht mehr funktionieren, jeder ist seine eigene Ich-AG.

Ein Land, in dem sich der Arbeitnehmer nicht mehr mit seinem Arbeitgeber indentifizieren kann, weil er als Kostenfaktor angesehen wird, muss sich nicht wundern, wenn man auswandert. Die Frage, ob Auswanderer an ihre patriotischen Pflichten erinnert werden müssen, muss erst einmal an Unternehmen gestellt werden, die Arbeitsplätze abbauen und mit EU-Mitteln anderweitig neue Niederlassungen aufbauen. Politik kann an diesem Zustand nichts ändern,sie hat es nur noch nicht begriffen. Man muss also selbst entscheiden, wo und wie man sein Leben verbringen will.


Benutzername: D.S.

Beitrag: Dem Ruf vor vielen Jahren gefolgt, was zu "unternehmen". Den sicheren Hort der 35 jährigen Berufstätigkeit mit Pensionsanspruch aufgegegeben, folgte ich gutgläubig. Darauf hoffend, wenigstens agieren und was "umsetzen" zu können, blieb die bittere Erfahrung, eigentlich nicht (als Unternehmer) willkommen zu sein. Nur als Nummer und Steuerzahler willkommen, ansonsten eine statistische Minimalgröße, eigentlich zur Bedeutungslosigkeit hin zur Null ausgerichtet.

Vor 15 Jahren ausgezogen, eine "innovative" Dienstleistungsidee an der Schnittstelle zu den neuen Technologien mein Wissen anzubieten, lernte ich die perfekte Bürokratie kennen.

Im Ehrgeiz eigentlich angetreten, was umsetzen, Geld verdienen und Arbeitsplätze schaffen, reduzierten und konzentrierten sich alle mit erheblichem Aufwand an Behörden, Verwaltungen, Kammern, Berufsgenossenschaften bis zum Finanzamt eigentlich nur darauf, mich an meine Pflichten zu erinnern.

Schade eigentlich, dass die vorhandenen Ressourcen nicht im eigenen Land genutzt werden können.


Die veröffentlichten Beiträge wurden nicht redigiert. manager-magazin.de behält sich aber vor, Zuschriften zu kürzen.

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