EADS Sechs Millionen und tschüss!

Rund zwölf Monate stand Noel Forgeard gemeinsam mit Tom Enders an der Spitze von EADS. Probleme bei Airbus und Untersuchungen der Börsenaufsicht kosteten Forgeard seinen Job: Seinen Abgang lässt er sich einem Insider zufolge nun mit mehr als sechs Millionen Euro versüßen.

Paris - Die Höhe der Abfindung erreicht bei weitem keine Mannesmann-Dimensionen, doch mit dem Geld lässt sich dennoch entspannt leben. Zumal Forgeard, der bis Juni 2005 noch Chef bei der EADS-Tochter Airbus war, erst vor einem Jahr gemeinsam mit dem Deutschen Tom Enders an die Konzernspitze gerückt war.

Neben den Problemen beim Hoffnungsträger Airbus beschleunigten auch umstrittene Aktienoptionsgeschäfte Forgeards Abgang: Im März hatte Forgeard beim Verkauf von EADS-Aktienoptionen 2,5 Millionen Euro Gewinn gemacht, drei Monate später löste die Bekanntgabe der Verzögerungen beim Riesen-Airbus A380 einen Kurssturz der EADS-Aktie aus. Die Börsenaufsicht ermittelt wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte, Forgeard selbst nannte den Zeitpunkt des Verkaufs einen "unglücklichen Zufall."

Zu dem Millionenerlös durch den Verkauf der Optionen dürfte nun noch eine Abfindungszahlung in Höhe von mehr als sechs Millionen Euro kommen. Die Höhe der Zahlung an Forgeard geht aus einem Interview hervor, das der mit den Abfindungsverhandlungen betraute Chef der französischen Werbeagentur Publicis, Maurice Lévy, dem Radiosender France Info gab. Forgeard hatte Anfang des Monats seinen Rücktritt bei EADS erklärt.

Drei Jahresgehälter zum Abschied

Nach Lévys Worten sah Forgeards Vertrag bei einem Ausscheiden die Zahlung von zwei Jahresgehältern vor. Bei Beachten einer Klausel, die ihm ein Arbeiten für die Konkurrenz verbietet, gibt es einen Aufschlag von 50 Prozent, also ein weiteres Jahresgehalt.

Vergangenes Jahr hatte Forgeard dem EADS-Jahresbericht zufolge ein Brutto-Salär von 2,3 Millionen Euro kassiert, das jeweils etwa zur Hälfte aus einem Festgehalt sowie Bonuszahlungen bestand. Offiziell bekannt gegeben werden soll die Abfindung nach Angaben von EADS-Finanzchef Klaus-Peter Ring im nächsten Jahr bei der Vorlage des EADS-Jahresberichtes 2006.

Der EADS-Konzern hat auf die Probleme bei Airbus mit einem Umbau der Führungsspitze reagiert: Forgeard wurde durch den ehemaligen Bahnchef Louis Gallois ersetzt, der jetzt gemeinsam mit Enders den Konzern führt. An die Stelle von Airbus-Chef Gustav Humbert ist der Franzose Christian Streiff getreten.

manager-magazin.de

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