Volkswagen Polo-Produktion soll verlagert werden

Im spanischen Volkswagen-Werk Pamplona sind zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet. VW will einen Teil der Polo-Produktion von Pamplona ins Werk Brüssel verlagern - eine Konsequenz nach dem Streit mit den spanischen Gewerkschaften. Auch für VW-Werker in Wolfsburg könnte die Verlagerung Konsequenzen haben.

Wolfsburg - Ein VW-Sprecher bestätigte am Wochenende einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach ein Teil der Polo-Produktion von Pamplona ins Werk Brüssel verlagert wird. "Wir werden nach der Sommerpause 200 Polos pro Tag in Brüssel fertigen", sagte ein Sprecher. Am Standort Brüssel sei auch ein weiterer Kapazitätsaufbau möglich. Zu den Auswirkungen auf das Werk wollte er sich jedoch nicht äußern.

Hintergrund sind offenbar Unstimmigkeiten mit den Arbeitnehmern in Pamplona. Dem Magazinbericht zufolge konnte sich Volkswagen auch nach 18 Monaten Verhandlungen mit drei spanischen Gewerkschaften nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen. Die Produktion in Pamplona stocke immer wieder, Automobile könnten nur mit Verzögerungen ausgeliefert werden. Die 4.300 Mitarbeiter bauten dort bisher rund 225.000 Polos pro Jahr.

Golf-Produktion möglicherweise nach Wolfsburg

VW-Markenvorsitzender Wolfgang Bernhard hatte bereits im Mai das Verhalten der Belegschaft in Pamplona kritisiert und angekündigt, dass erhebliche Stückzahlen der Polo-Produktion künftig im Werk Brüssel gebaut werden sollen. Selbst wenn es zur Einigung mit den Gewerkschaften in Pamplona komme, würden die Rückstände dort nicht aufgeholt. Gerüchte über eine Schließung des Werkes hatte Bernhard aber zurückgewiesen.

Laut "Spiegel" könnte die Verlagerung der Polo-Produktion nach Brüssel auch die Gespräche mit den deutschen Arbeitnehmervertretern beeinflussen. Sollte Brüssel den Polo bauen, könnte ein Teil der bisherigen Golf-Produktion aus Brüssel nach Wolfsburg verlagert werden, schreibt das Magazin.

Weil VW die Rückkehr zur 35-Stunden-Woche fordere, müssten die Werke in Deutschland mehr Autos montieren, damit nicht Tausende von Arbeitsplätzen überflüssig würden. Auch dies wollte der VW-Sprecher nicht kommentieren.

rtr/ap

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