Stahlfusion Mittal bei Arcelor kurz vor der Ziellinie

Mittal Steel in Rotterdam und der luxemburgische Stahlkonkurrent Arcelor stehen nach Zeitungsberichten kurz vor einer Fusionseinigung. Mittal will demnach ein drittes, finales Angebot über mehr als 23 Milliarden Euro vorlegen. Schon Sonntag könnte die Übernahmeschlacht entschieden sein - friedlich.

New York - Wie die französische Tageszeitung "La Tribune" in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen schreibt, müssen jedoch noch Details und der Preis für die Übernahme des luxemburgischen Konzerns verhandelt werden.

Ein Mittal-Sprecher sagte dazu am Freitagnachmittag: "Wir können bestätigten, dass wir fortgeschrittene und konstruktive Gespräche mit Arcelor führen, die zu einer freundlichen Transaktion führen können oder auch nicht."

In den Berichten hatte es geheißen, der Magnat Lakshmi Mittal habe unter anderem Zugeständnisse bei der Strategie gemacht. Arcelor-Chef Guy Dolle könne ein Zusammengehen der Firmen am Sonntag dem Board empfehlen. Beide Unternehmen wollten keinen Kommentar dazu abgeben.

Auch das "Wall Street Journal" (WSJ - Freitagausgabe) schreibt unter Berufung auf Personen, die mit der Materie vertraut sind, dass Mittal  ihr Gebot für Arcelor , das bisher bei rund 23 Milliarden Euro steht, ein zweites Mal verbessern will. Ziel sei es, aus dem bislang feindlichen Übernahmebestreben ein freundliches zu machen. Mittal befinde sich der WSJ zufolge derzeit mit Arcelor in fortgeschrittenen Verhandlungsgesprächen und wolle ihre Offerte entweder durch die Erhöhung der Barkomponente oder der Aktienkomponente oder beider ein weiteres Mal aufbessern. Den WSJ-Kreisen zufolge solle die Arcelor-Aktie durch die neue Offerte womöglich mit mehr als 40 Euro bewertet werden.

Chefpersonalie noch offen

Der bislang weltgrößte Stahlkonzern Arcelor wehrt sich seit Monaten gegen den Versuch einer Übernahme durch Mittal. Dabei hatte Arcelor auch eine Fusion mit der russischen Severstal  erwogen.

Die Luxemburger könnten nun aus dem Mittal-Deal mit mehr als der Hälfte des fusionierten Unternehmens hervorgehen sowie den neu gegründeten Aufsichtsrat zum Großteil führen und sogar CEO Guy Dolle auf seiner Position halten, so die US-Zeitung weiter.

Das französische Blatt berichtet von Arcelor-Bedingungen, die Mittal offenbar akzeptieren werde. Diesen zufolge soll Arcelor-Chairman Joseph Kinsch dem fusionierte Board vorsitzen, während Mittal-CEO Lakshmi Mittal Co-President werden würde. In der WSJ wird Mittal als Chairman oder President gehandelt.

manager-magazin.de mit Material von vwd, reuters