Netzwerkbereich
Siemens und Nokia bilden Telekom-Allianz
Siemens und Nokia legen ihre Bereiche Netzwerkausrüstung in einem Joint Venture zusammen. Das neue Unternehmen mit Sitz in Helsinki soll "Nokia Siemens Networks" heißen. Bis zum Jahr 2010 soll die Kooperation 1,5 Milliarden Euro bringen, mindestens 6000 Stellen sollen gestrichen werden. Die Siemens-Aktie zieht an.
New York/München - Der Münchener Technologiekonzern Siemens und der finnische Handyhersteller Nokia
legen ihr Geschäft mit Telefon-Netzwerken zusammen. Das teilte Siemens am Montagmorgen mit und bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal".
Wie die Zeitung am Montag auf ihrer Internetseite berichtete, haben sich beide Seiten bereits auf das Geschäft im Wert von rund 25 Milliarden Euro geeinigt. Die Netzwerktechnik liefert die Infrastruktur für den stetig wachsenden Telekommunikationsverkehr. Nokia und Siemens sind in den vergangenen Jahren verstärkt unter Druck günstig produzierender asiatischer Wettbewerber geraten.
Die Kooperation soll Synergieeffekte von 1,5 Milliarden Euro bringen, die stufenweise bis 2010 erreicht werden sollen, teilte Siemens am Montagmorgen mit. Den Angaben zufolge soll ein Gemeinschaftsunternehmen mit je 50 Prozent Beteiligung gebildet werden.
10 bis 15 Prozent der Mitarbeiter sollen gehen
Ein wesentlicher Teil der Synergieeffekte dürfte in den ersten beiden Jahren realisiert werden und bis 2010 einen Stellenabbau zwischen 10 und 15 Prozent
bei der ursprünglich 60.000 Mitarbeiter zählenden Belegschaft nach sich ziehen.
Dies müsse aber noch mit den Arbeitnehmervertretern abgestimmt werden, teilten
die Unternehmen mit.
Sie erwarten, dass sich die Transaktion vor Restrukturierungskosten bis
Ende 2007 positiv auf ihre Ergebnisse je Aktie auswirkt.
Nokia-Manager an der Spitze
Nokia-Manager führt das neue Unternehmen
Das neue Unternehmen "Nokia Siemens Networks" mit Sitz in Helsinki soll von Nokia-Manager Simon Beresford-Wylie geführt werden. Beresford-Wylie ist derzeit Executive
Vice President und General Manager von Nokia Networks. Siemens-Manager Peter Schönhofer soll unterdessen Finanzvorstand des gemeinsamen Unternehmens werden, teilte Siemens weiter mit. Derzeit ist Schönhofer Mitglied des Vorstands der Siemens AG Österreich. Drei der insgesamt fünf Geschäftseinheiten werden ihren Sitz in München haben.
Bezogen auf das Kalenderjahr 2005 weise "Nokia Siemens Networks einen Pro-Forma-Umsatz von 15,8 Milliarden Euro aus und wird etwa 60.000 Mitarbeiter beschäftigen, hieß es in der Mitteilung weiter.
Ehrgeizige Ziele für Com-Sparte
Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte dem renditeschwachen
Telekommunikations-Geschäftsbereich Com eine Frist bis April 2007 gesetzt, das von ihm gesteckte Renditeziel zu erreichen. Zuletzt war Com allerdings weit davon entfernt.
Die Netzwerksparte gilt als ertragreichstes Segment von Com. In den vergangenen Monaten war viel über einen möglichen Verkauf oder Kooperationen der Sparte spekuliert worden. Siemens und Nokia gehören auf dem Weltmarkt für Festnetz und Mobilfunknetze neben Branchenführer Ericsson und Motorola zu den größten Anbietern.
Siemens-Aktie mit Kursgewinnen
An der Börse zog die Siemens-Aktie am Montag Morgen zur Handelseröffung um mehr als vier Prozent an. "Das ist für Siemens ein weiterer Schritt nach vorne", sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing. "Siemens hat einen Katalysator gebraucht um anzuspringen, das ist der Katalysator."
Für das Geschäft mit firmeninternen Netzwerken sucht Siemens dagegen immer noch eine Lösung. Verhandlungen über eine Konsolidierung der Branche würden geführt, hieß es. Der Bereich "Wireless Modules" werde in die Automatisierungs-Sparte von Siemens eingegliedert.
Die verlustreiche Handy-Sparte hatte Siemens bereits an den taiwanesischen Konzern Benq abgegeben.
manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters